Was geschah im September 1946

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1.9.1946, Sonntag

In Griechenland ist die Bevölkerung aufgerufen, in einer Volksabstimmung über die künftige Staatsform des Landes zu entscheiden. Eine große Mehrheit der Wähler spricht sich für die Monarchie und die Rückkehr von König Georg II. aus.

Bei den Gemeindewahlen in Sachsen erringt die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands 48% der abgegebenen Stimmen und wird damit stärkste politische Kraft.

Den Großen Preis von Turin gewinnt der italienische Autorennfahrer Achille Varzi auf Alfa Romeo vor dem Franzosen Jean-Pierre Wimille, ebenfalls auf Alfa Romeo.

Weltmeister der Radprofis im Straßenfahren wird in Zürich (Schweiz) der Schweizer Hans Knecht vor den beiden Belgiern Marcel Kint und Ritz van Steenbergen.

Im New Yorker Hafen treten rund 10 000 Dockarbeiter in einen Streik, mit dem sie Lohnerhöhungen durchsetzen wollen. Der Ausstand dauert bis zum 20. September.

In Mainz erscheint die erste Ausgabe der Kulturzeitschrift “Das goldene Tor” Herausgeber ist der deutsche Schriftsteller Alfred Döblin (“Berlin Alexanderplatz”), der bei der französischen Militärregierung arbeitet.

Auf Befehl der französischen Militärregierung in Deutschland wird in Baden-Baden das Zentralamt für Wirtschaft und Arbeit unter der Leitung von Wilhelm Reuss gegründet.

2.9.1946, Montag

Die US-amerikanische Besatzungsmacht in Deutschland überstellt 16 deutsche Kriegsverbrecher zur Aburteilung an die tschechoslowakischen Behörden unter ihnen befindet sich Albert Göring, der Bruder des ehemaligen deutschen Reichsmarschalls Hermann Göring, der während des Zweiten Weltkriegs Leiter der Skoda-Werke in Pilsen war.

In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen kommen Vertreter von 42 Ländern zu einer Welternährungskonferenz zusammen. Sie fordern weltweit eine möglichst rasche Erhöhung der Lebensmittelproduktion.

In Tokio verabschiedet die japanische Regierung einen Fünfjahresplan für die Wirtschaft des Landes, der u.a. die Steigerung der jährlichen Warenausfuhr auf einen Gegenwert von 3,3 Milliarden Yen vorsieht.

In Hamburg wird der Sozialistische Deutsche Studentenbund als Studentenorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gegründet.

3.9.1946, Dienstag

In Clausthal-Zellerfeld stirbt der deutsche Operettenkomponist Paul Lincke (* 7.11. 1866, Berlin).

4.9.1946, Mittwoch

Die Regierungen von Österreich und Dänemark vereinbaren in einem Notenwechsel die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

In Köln erscheint mit britischer Lizenz die erste Nummer der Wochenzeitung “Die neue Illustrierte”.

5.9.1946, Donnerstag

Vertreter Italiens und Österreichs unterzeichnen in der französischen Hauptstadt Paris ein Abkommen über Südtirol, das für die deutschsprachige Minderheit der Provinz Bozen Autonomierechte garantiert.

In der schwedischen Stadt Borås verbessert der schwedische Läufer Rune Gustafsson den Weltrekord über 1000 m um eine zehntel Sekunde auf 2:21,4 min; die alte Bestmarke war von dem Deutschen Rudolf Harbig am 24. Mai 1941 in Dresden aufgestellt worden.

In Cardiff (Wales) besiegt der amtierende Boxweltmeister im Leichtgewicht Ike Williams (USA), seinen britischen Herausforderer Ronnie James durch K. o. in der neunten Runde.

Der deutsche Kabarettist Werner Finck tritt in Berlin erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder auf.

Der “Drahtfunk im amerikanischen Sektor”” (DIAS) in Berlin wird in “Rundfunk im amerikanischen Sektor” (RlAS) umbenannt.

Der britische Botschafter in Griechenland, Sir Clifford Norton, gibt in Athen den Abzug aller britischen Truppen aus der griechischen Hauptstadt bis zum 15. September 1946 bekannt.

Der stellvertretende US-amerikanische Militärgouverneur in Deutschland, General Lucius D. Clay, kündigt in Berlin die Einrichtung von fünf deutschen zentralen Verwaltungsdienststellen für die britische und die US-amerikanische Besatzungszone an.

6.9.1946, Freitag

In einer Rede in Stuttgart legt der US-amerikanische Außenminister James Francis Byrnes die Grundsätze der Besatzungspolitik der Vereinigten Staaten in Deutschland dar.

In einem Interview in Paris mit der polnischen Nachrichtenagentur PAP bezeichnet der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow die Oder-Neiße-Grenze als endgültige Westgrenze Polens.

Der 100 000. deutsche Heimkehrer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft trifft im Durchgangslager Gronenfelde bei Frankfurt an der Oder ein.

7.9.1946, Samstag

Der stellvertretende französische Militärgouverneur in Deutschland, General Emile Laffon, teilt in Baden-Baden mit, dass die Konsumgüterproduktion in der französischen Zone wieder 25% des Standes von 1939 erreicht hat.

In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires stirbt der deutsche Schriftsteller Paul Zech (* 19.2. 1881, Briesen/ Wabrzezno).

8.9.1946, Sonntag

Bei den Gemeindewahlen in Sachsen-Anhalt und in Thüringen kann jeweils die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands die meisten Stimmen auf sich vereinigen.

In Bulgarien wird eine Volksabstimmung über die künftige Staatsform abgehalten; von den 4,5 Millionen Wahlberechtigten stimmen rund vier Millionen für die Ausrufung der Volksrepublik Bulgarien, 170 000 votieren für die Beibehaltung der Monarchie.

Im Berliner Olympiastadion findet ein Leichtathletik-Sportfest der alliierten Streitkräfte in Europa statt.

Viljo Heino (Finnland) verbessert in Helsinki den Weltrekord über vier Meilen (6,4 km) auf 18:55,00 min.

9.9.1946, Montag

Der deutsche Publizist Eugen Kogon veröffentlicht unter dem Titel “Demokratie und Föderalismus” Vorschläge zur verfassungsrechtlichen Gestaltung Deutschlands.

In Bremerhaven trifft eine Lieferung von 17 Millionen Einheiten Insulin aus den Vereinigten Staaten ein, die für Zuckerkranke in der US-Besatzungszone Deutschlands bestimmt sind.

10.9.1946, Dienstag

Russische Kunstschätze, die von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs aus der Sowjetunion geraubt worden waren, darunter Ikonen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, werden von München aus in die Sowjetunion zurücktransportiert.

In London beginnt eine einwöchige, von Großbritannien angeregte Konferenz über Palästina, an der jedoch weder Vertreter der “Jewish Agency” noch Araber teilnehmen.

Die US-amerikanische Militärregierung in Deutschland erlässt für ihre Zone eine Bodenreform, die in beschränktem Maße die Bereitstellung von Land aus Großgrundbesitz für Kleinpächter vorsieht.

Der Rat der Ministerpräsidenten der Länder der US-amerikanischen Zone fordert in Stuttgart von der US-Militärregierung die zusätzliche Bereitstellung von Brennstoff für den kommenden Winter, um schwere wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden für die deutsche Bevölkerung zu vermeiden.

11.9.1946, Mittwoch

Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland setzt den 20. Oktober 1946 als Termin für die Landtagswahlen in den Provinzen und Ländern ihrer Besatzungszone fest.

Auf einer Pressekonferenz in der österreichischen Hauptstadt Wien übt der Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Besatzungstruppen in Österreich, General Mark Wayne Clark, scharfe Kritik an der Besatzungspolitik der UdSSR. Er wirft der Sowjetunion vor, abweichend von den Bestimmungen des Potsdamer Protokolls vom 2. August 1945 auch lebenswichtige Fabrikanlagen in ihrer Zone zu demontieren.

Der deutsche Historiker Friedrich Meinecke legt das Buch “Die deutsche Katastrophe” vor, in dem er sich mit den historischen Wurzeln und den Folgen des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Zugleich fordert er eine Rückbesinnung auf die klassisch-humanistischen Traditionen der deutschen Kultur.

12.9.1946, Donnerstag

Die britische Militärregierung in Deutschland ernennt den Christdemokraten Theodor Steltzer zum Ministerpräsidenten des neugebildeten Landes Schleswig-Holstein.

In Berlin stellen britische Soldaten die ersten sog. Nissenhütten aus Wellblech als Notunterkünfte für wohnungslose Berliner auf.

Der Handelsminister der USA, Henry Agard Wallace, übt in einer Rede in New York scharfe Kritik an der Politik Großbritanniens in Palästina, die nach seiner Ansicht die Gefahr eines Krieges heraufbeschwört.

Das Hauptquartier der US-amerikanischen Streitkräfte in Japan mit Sitz in Tokio teilt mit, dass bis zum 8. September dieses Jahres insgesamt rund 4,4 Millionen japanische Kriegsgefangene aus US-amerikanischem Gewahrsam entlassen worden sind.

Das Oberkommando der britischen Armee ernennt General Sir James Steele zum Oberkommandierenden der britischen Besatzungstruppen und Hochkommissar in Österreich.

13.9.1946, Freitag

In London beschließt die britische Regierung, von den noch 394 000 in Großbritannien internierten deutschen Kriegsgefangenen ab sofort pro Monat 15 000 in ihre Heimat zu entlassen.

Die polnische Regierung in Warschau erlässt ein Dekret, das allen Personen deutscher Volkszugehörigkeit, die auf dem Territorium Polens einschließlich der früheren deutschen Ostgebiete leben, die polnische Staatsangehörigkeit aberkennt.

14.9.1946, Samstag

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung “Der Morgen” betragen in der französischen Besatzungszone Deutschlands die täglichen Lebensmittelrationen lediglich 980 Kalorien, was zur Ausbreitung von Hungerkrankheiten führt.

Der Alliierte Kontrollrat in Deutschland verfügt in Berlin die Auflösung des deutschen Zündholzmonopols, dessen Eigentum an deutsche Interessenten veräußert wird.

15.9.1946, Sonntag

Das bulgarische Parlament in Sofia beschließt die Abschaffung der Monarchie und erklärt Bulgarien zur Volksrepublik.

Die Bewohner der zu Dänemark gehörenden Färöerinseln sprechen sich in einer Volksabstimmung mehrheitlich für die Bildung einer unabhängigen Republik aus.

Die polnische Regierung erlässt in Warschau ein Dekret, das allen polnischen Soldaten, die derzeit noch in der britischen Armee Dienst tun, die polnische Staatsangehörigkeit aberkennt.

Bei einem Leichtathletikwettkampf in Stockholm stellt eine schwedische 4 x 800-m-Staffel mit 7:29,0 min einen Weltrekord auf.

16.9.1946, Montag

In der britischen Besatzungszone Deutschlands wird auf Anordnung der Militärregierung die wöchentliche Brotration um 500 g, die der anderen Lebensmittel um 250 g heraufgesetzt. Damit erhöht sich die Tagesration für Normalverbraucher von 1137 auf 1300 Kalorien.

Der Zentralrat für Wirtschaft mit Sitz in Minden legt einen Verteilungsplan für 80 000 Lastkraftwagen fest, die den deutschen Städten von der britischen Besatzungsmacht in ihrer Zone zur Verfügung gestellt werden.

17.9.1946, Dienstag

Im Berliner Hebbel-Theater wird das Schauspiel “Quell der Verheißung” des deutschen Dramatikers Hans José Rehfisch uraufgeführt.

Der Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Streitkräfte in Europa, Joseph T. McNarney, teilt in Frankfurt am Main mit, dass an die US-Soldaten in Deutschland und Österreich sog. Verrechnungsdollars ausgegeben werden, die zum Einkauf in US-amerikanischen Geschäften bestimmt sind.

Die brasilianische Verfassunggebende Versammlung nimmt in Rio de Janeiro eine neue Landesverfassung an, in der sich Brasilien als föderative Republik bezeichnet.

In Österreich tritt ein Gesetz über die Verstaatlichung von 70 Industrieunternehmen des Landes, vornehmlich aus dem schwerindustriellen Sektor, in Kraft.

18.9.1946, Mittwoch

Die deutsche Gesellschaft für Soziologie veranstaltet in Frankfurt am Main den achten Deutschen Soziologentag, den ersten seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

Der amtierende Boxweltmeister im Schwergewicht, Joe Louis (USA), verteidigt in New York seinen Titel gegen den US-amerikanischen Herausforderer Tami Mauriello durch K. o. in der ersten Runde.

19.9.1946, Donnerstag

Der frühere britische Premierminister Winston Churchill spricht sich in einer Rede an der Universität Zürich für die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa aus.

20.9.1946, Freitag

In den Vereinigten Staaten geht nach der Zusicherung von Lohnerhöhungen durch die Arbeitgeber ein mehrwöchiger Streik von rund 500 000 Hafenarbeitern zu Ende, durch den die Lebensmittellieferungen nach Europa ernsthaft gefährdet waren.

Auf Anweisung von US-Präsident Harry Spencer Truman tritt Handelsminister Henry Agard Wallace, der wiederholt den außenpolitischen Kurs seiner Regierung, insbesondere die zunehmende Konfrontation mit der Sowjetunion, kritisiert hatte, von seinem Amt zurück. Zu seinem Nachfolger wird der derzeitige US-Botschafter in London, William Averell Harriman, ernannt.

Die dänische Regierung teilt in Kopenhagen mit, dass sie die am Vortag aufgrund einer Volksabstimmung erfolgte Unabhängigkeitserklärung des Parlaments der zu Dänemark gehörenden Färöerinseln für verfassungswidrig und damit gegenstandslos erachtet.

21.9.1946, Samstag

Der polnische Nationalrat in Warschau verabschiedet einen Dreijahresplan, der die Wirtschaft des Landes in drei Sektoren – einen staatlich kontrollierten, einen genossenschaftlichen und einen privaten – teilt.

Die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz vereinbart mit mehreren schweizerischen Hochschulen einen Studentenaustausch, den ersten Austausch einer deutschen Universität seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

22.9.1946, Sonntag

Das Oratorium “Sursum Corda” von Arthur Pichler nach Texten von Gertrud Freiin von Le Fort wird in München uraufgeführt.

Der österreichische Bundeskanzler Leopold Figl fordert in einer Rede in Klagenfurt den Abschluss eines Staatsvertrages für Österreich.

Im sowjetischen Sektor Berlins konstituiert sich ein Ausschuss der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zur Ausarbeitung eines “Entwurfs einer Verfassung für eine deutsche demokratische Republik”.

Bei Hannover werden 32 Mitglieder einer polnischen Verbrecherbande von britischen Militärangehörigen festgenommen; die Bande hatte in Niedersachsen vor allem einsam gelegene Bauernhöfe überfallen.

23.9.1946, Montag

Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in der britischen Zone, Kurt Schumacher, erklärt auf einer Parteiversammlung in Köln, dass sich die deutschen Sozialdemokraten mit der Abtretung der Gebiete östlich von Oder und Neiße nicht abfinden werden.

Das deutsche Institut für Wohnungswesen, Städtebau und Raumplanung, dem Vertreter aus allen vier Besatzungszonen Deutschlands angehören, tritt in Bad Homburg zu seiner ersten Arbeitssitzung zusammen.

In London stellt der britische Ingenieur Warnett Kennedy das Modell eines Raumschiffes vor, mit dem nach Angaben des Konstrukteurs in absehbarer Zeit ein Flug zum Mond möglich sei.

24.9.1946, Dienstag

Nach Angaben der britischen Militärregierung in Deutschland wurden seit Kriegsende im Rahmen des Entnazifizierungsverfahrens in der britischen Zone rund 155 000 Personen aus ihren Ämtern entlassen.

Seit Kriegsende sind in der US-Besatzungszone rund 9000 t reiner Stickstoffdünger aus 500 000 t alter Wehrmachtsmunition gewonnen worden.

25.9.1946, Mittwoch

Die Viktoria-Werke in Nürnberg stellen einen neuentwickelten Hilfsmotor für Fahrräder vor, der bei einem Hubraum von 38 cm nur 1,5 l Treibstoff auf 100 km verbraucht.

Der deutsche Schauspieler Heinrich George stirbt in einem sowjetischen Internierungslager.

26.9.1946, Donnerstag

Die US-Militärregierung gibt in Frankfurt am Main die Ernennung des früheren deutschen Reichsernährungsministers Hermann Robert Dietrich zum Vorsitzenden des für die britische und US-amerikanische Zone eingesetzten Ernährungs- und Landwirtschaftsrates in Bad Kissingen bekannt.

Die norwegische Regierung in Oslo gibt bekannt, dass sich das Land gemäß einem Abkommen mit Großbritannien mit rund 4400 Soldaten an der Besetzung Deutschlands beteiligen wird.

27.9.1946, Freitag

Vertreter der dänischen Minderheit in dem zur britischen Besatzungszone Deutschlands gehörenden Südschleswig richten an König Christian X. von Dänemark eine Denkschrift, in der sie u.a. die Loslösung Südschleswigs von Deutschland fordern.

König Georg II. von Griechenland kehrt aus seinem Exil nach Athen zurück und übernimmt wieder die Regentschaft.

In Berlin wird der Film “Peter Voß, der Millionendieb” (Regie: Karl Anton) uraufgeführt, dessen Dreharbeiten noch während des Zweiten Weltkriegs begonnen hatten.

28.9.1946, Samstag

Eine sozialdemokratische Delegiertenkonferenz in Köln befasst sich mit der US-amerikanischen und britischen Besatzungspolitik in Deutschland, dabei kritisieren die Teilnehmer, dass die deutsche Wirtschaft und Verwaltung weitgehend von ehemaligen Nationalsozialisten beherrscht werde.

Aus den Parlamentswahlen in Australien geht die regierende Labour-Partei als Siegerin hervor.

29.9.1946, Sonntag

In Stuttgart schließen sich die Liberal-Demokratische Partei Hessens, die bayerische Freie Demokratische Partei und die Demokratische Volkspartei Württemberg-Badens zur Demokratischen Volkspartei zusammen.

Auf einer Parteikundgebung in Essen erklärt der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands in der britischen Besatzungszone, Max Reimann, dass sich seine Partei mit der Festlegung der deutschen Ostgrenze an Oder und Neiße nicht einverstanden erklären könne.

In der südfranzösischen Industriestadt Toulouse startet das französische Versuchsflugzeug “Leducq 0-1.0” zu seinem Erstflug.

30.9.1946, Montag

Die US-amerikanische Militärregierung in Deutschland teilt in Frankfurt am Main mit, dass im zurückliegenden Monat Waren im Wert von insgesamt 1,64 Millionen US-Dollar aus der US-amerikanischen Zone ins Ausland exportiert worden sind.

Die niederländische Regierung in Den Haag gibt das Scheitern der Verhandlungen mit der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung über einen Waffenstillstand bekannt; die Niederlande sind nicht bereit, als Bedingung für einen Waffenstillstand alle Truppentransporte nach Indonesien einzustellen.