Was geschah im September 1950

  • < 1949
  • 9.1950
  • 1951 >

1.9.1950, Freitag

US-Präsident Harry S. Truman legt in einer Rundfunkansprache ein Friedensprogramm der USA vor. Es sieht u.a. die Unterstützung der Vereinten Nationen, die Verhinderung einer Ausweitung des Koreakriegs sowie die Stärkung der westlichen Verteidigungskräfte vor.

Nordkoreanische Truppen starten eine neue Offensive, in deren Verlauf sie den Fluss Naktong im Südosten Koreas auf breiter Front überschreiten, am 5. September die Hafenstadt Pohang an der Ostküste und am 7. September Waegwan einnehmen.

Die Firma Henkel bringt mit einer umfassenden Werbekampagne erstmals seit elf Jahren wieder das Waschmittel “Persil” auf den Markt.

Die UdSSR weist Proteste von Schweden und Dänemark gegen die Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer in der Ostsee auf zwölf Seemeilen zurück.

2.9.1950, Samstag

Der britische Premierminister Clement Attlee sagt in einer Rundfunkrede, der Weg zu Ost-West-Besprechungen über die bestehenden Differenzen stehe weiterhin offen. Sie seien keine Frage des Ortes oder der Personen, sondern eine Frage des guten Willens.

In Belgien wird die Wehrpflicht von einem auf zwei Jahre verlängert.

3.9.1950, Sonntag

Die Regierung der DDR verfügt Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse, durch die u.a. die Arbeitslöhne in Volkseigenen Betrieben (VEB) erhöht und – zum sechstenmal in diesem Jahr – die Preise in den Läden der staatlichen Handelsorganisation (HO) gesenkt werden.

In Passau endet der 74. Deutsche Katholikentag.

Durch seinen Sieg beim Rennen um den Großen Preis von Monza wird der Italiener Giuseppe Farina auf Alfa Romeo Automobilweltmeister.

In Baden-Baden wird die 24-Jährige Susanne Erichsen aus Berlin (West) zur Miss Germany gewählt.

4.9.1950, Montag

Der ständige stellvertretende Rat des Nordatlantikpakts (NATO) verlangt in einem Kommuniqué Pläne für ein vordringliches Programm zur Rüstungsproduktion. Die Mitgliedsländer werden dazu aufgefordert, weitere Anstrengungen zu unternehmen und Opfer zu bringen, um ihre Rüstungskapazitäten voll auszuschöpfen.

DDR-Innenminister Karl Steinhoff erlässt ein Verbot der Zeugen Jehovas. Der Sekte wird “systematische Hetze gegen die bestehende demokratische Ordnung” vorgeworfen.

Bundeskanzler Konrad Adenauer und Innenminister Gustav Heinemann erörtern in Bonn ihre Meinungsverschiedenheiten in bezug auf die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland. Der Konflikt ist dadurch ausgelöst worden, dass Heinemann als zuständiger Ressortminister über Adenauers Sicherheitsmemorandum an die Hochkommissare vom 30. August erst nachträglich informiert wurde.

Über 20 000 belgische Hafenarbeiter, die sich teilweise seit dem 28. Juli im Ausstand befanden, nehmen die Arbeit wieder auf. Der Streik richtete sich zunächst gegen die Rückkehr König Leopolds, wurde dann aber als Lohnstreik fortgesetzt.

5.9.1950, Dienstag

Bei Parlamentswahlen in Dänemark werden wiederum die Sozialdemokraten mit 59 der 149 Sitze stärkste Partei. Nach mehreren vergeblichen Versuchen zur Koalitionsbildung bleibt die sozialdemokratische Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Hans Hedtoft vorläufig im Amt.

Die alliierte Hochkommission überträgt der Bundesrepublik Deutschland einen Teil der zivilen Lufthoheit und gestattet den Bau von Flugplätzen. Bau, Besitz und Betrieb von Flugzeugen durch Bundesbürger bleiben aber verboten.

Der US-amerikanische Hochkommissar in Deutschland, John McCloy, vertritt die Ansicht, es solle den Deutschen ermöglicht werden, ihr eigenes Land zu verteidigen.

Das Bundesjustizministerium und das Ministerium für gesamtdeutsche Fragen wenden sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen das Verfahren und die Urteile, durch die im sächsischen Waldheim gegen 3400 Häftlinge in DDR-Arbeitslagern Todes- und langjährige Haftstrafen verhängt wurden.

Walter Bartram (CDU) wird vom schleswig-holsteinischen Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt.

In Syrien tritt eine neue Verfassung in Kraft, welche die Vollmachten des Parlaments gegenüber dem Staatspräsidenten stärkt. Die strittige Frage der Vereinigung Syriens mit dem Irak wird in der Verfassung offengelassen.

Die Schweizer Regierung erlässt Maßnahmen gegen politisch nicht vertrauenswürdige Bundesbedienstete.

6.9.1950, Mittwoch

US-Präsident Harry S. Truman unterzeichnet das Gesetz über den Haushalt der USA für 1950/51 in Höhe von 36 Mrd. US-Dollar (151,8 Mrd. DM).

In Amsterdam wird der Nachlass des 1947 verstorbenen Malers und Kunstfälschers Han van Meegeren versteigert.

7.9.1950, Donnerstag

Der erste deutsche Nachkriegsfarbfilm “Schwarzwaldmädel” mit Sonja Ziemann und Rudolf Prack – läuft in mehreren Städten des Bundesgebiets an.

In Berlin (Ost) beginnen die Sprengarbeiten am Stadtschloss.

In einer Feierstunde zum ersten Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland drückt Bundespräsident Theodor Heuss die Hoffnung auf Gleichberechtigung des westdeutschen Staates in Europa aus.

Die 257. Sitzung der stellvertretenden Außenminister der vier Mächte über einen österreichischen Staatsvertrag wird in London ergebnislos abgebrochen.

Durch ein neues Wahlgesetz wird in Rumänien früheren Großbürgern das Wahlrecht entzogen.

8.9.1950, Freitag

Der bayerische Ministerpräsident Hans Ehard (CSU) wird turnusgemäß Präsident des Bundesrates.

28 Stunden nach einem Stolleneinsturz in einem Kohlebergwerk bei Cumnock in Schottland werden 116 Bergleute lebend geborgen; die Suche nach 13 weiteren Eingeschlossenen wird am 12. September aufgegeben.

9.9.1950, Samstag

Eine wesentliche Verstärkung der US-amerikanischen Truppen in Europa ordnet Präsident Harry S. Truman an.

50 Todesopfer und 50 Verletzte fordert ein Eisenbahnunglück in Ostpakistan, als ein Expresszug auf einer Brücke entgleist und in einen Fluss stürzt.

10.9.1950, Sonntag

Bei Parlamentswahlen in der britischen Kronkolonie Malta erhalten die Nationalisten zwölf, die Labour-Partei und die gemäßigte Labour-Partei je elf Sitze, sechs Abgeordnete werden von kleineren Parteien entsandt. Am 26. September wird Enrico Mizzi, Führer der italienfreundlichen Nationalisten, neuer Regierungschef der Mittelmeerinsel.

In der Bundesrepublik Deutschland wird ein 14-tägiger Streik im Baugewerbe beendet. Die Arbeitnehmer haben ihre Lohnforderungen nur teilweise durchsetzen können.

Die Filmbiennale in Venedig geht nach 22 Tagen zu Ende. Mit dem “Goldenen Löwen” des Filmfestivals wurde der französische Streifen “Justice est Faite” (“Schwurgericht”) unter der Regie von André Cayatte ausgezeichnet.

11.9.1950, Montag

In der britischen Zone werden die Demontagen zur Entmilitarisierung eingestellt.

Der frühere Ministerpräsident der Südafrikanischen Union, Jan Christiaan Smuts, stirbt im Alter von 80 Jahren in Pretoria.

12.9.1950, Dienstag

Der UN-Sicherheitsrat stimmt über mehrere Resolutionen zum Koreakrieg ab, die aber alle entweder keine Mehrheit finden oder am Veto eines der ständigen Mitglieder scheitern.

US-Verteidigungsminister Louis Johnson tritt zurück. Nachfolger wird am 13. September George Marshall.

Der frühere Wehrmachtsgeneral Gerhard von Schwerin wird Berater des Bundeskanzlers in technischen Fragen der Sicherheit.

13.9.1950, Mittwoch

Sofoklis Weniselos, der am 10. September vom Amt des griechischen Ministerpräsidenten zurückgetreten ist, bildet erneut eine Regierung.

Paul Bourdin tritt als Chefredakteur der Tageszeitung “Die Welt” zurück, weil er einen Vertrag zwischen der UdSSR und der DDR veröffentlichte, der sich als Fälschung entpuppte.

Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS gibt den Beschluss der Regierung in Moskau zum Bau eines 1100 km langen Kanals zwischen dem Fluss Amudarja und dem Kaspischen Meer bekannt.

Der US-Senat nimmt einen Antrag an, wonach jede wirtschaftliche Hilfe an Staaten eingestellt wird, die militärisches Material in den Ostblock liefern.

In seinem dritten Entnazifizierungsverfahren wird der ehemalige Reichsbankpräsident und Minister Hjalmar Schacht in die Kategorie V (Entlastete) eingestuft.

In der Bundesrepublik Deutschland wird eine Volkszählung durchgeführt.

14.9.1950, Donnerstag

In Bonn startet ein Ausstellungszug über die bundesdeutsche Wirtschaft und die Wiederaufbauhilfe der USA für Europa (ERP; Marshallplan).

Bundeskanzler Konrad Adenauer gibt vor dem Bundestag eine Regierungserklärung über die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie durch die DDR und die geplanten Wahlen zur DDR-Volkskammer ab.

15.9.1950, Freitag

Die UNO-Truppen in Korea beginnen einen Großangriff, der die militärische Situation im Land grundlegend verändert.

Die Rundfunkstationen in der Bundesrepublik Deutschland beginnen mit Gemeinschaftssendungen, die sich an die “Brüder und Schwestern in der Ostzone” richten.

Der Bundestag in Bonn debattiert auf Antrag der Bayernpartei, ob das Getränk “Coca Cola” wegen seiner stimulierenden Wirkung mit einer Steuer belegt werden sollte.

16.9.1950, Samstag

Der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher erklärt in einer Rede in Stuttgart, die Aufrüstung der Bundesrepublik Deutschland sei schon deshalb abzulehnen, weil Deutschland unter den gegenwärtigen Umständen nichts weiter als das Vorfeld für die Verteidigung der westlichen Welt sei.

In München wird das diesjährige Oktoberfest eröffnet, das bis zum 1. Oktober dauert.

17.9.1950, Sonntag

In einem Telegramm an UN-Generalsekretär Trygve Lie fordert der Außenminister der Volksrepublik China, Zhou Enlai, die sofortige Zulassung einer Delegation seines Landes zur Vollversammlung der Vereinten Nationen und den Ausschluss der Vertreter Taiwans aus dem Gremium.

Die diesjährige Frankfurter Herbstmesse für Konsumgüter beginnt. Sie dauert bis zum 22. September.

18.9.1950, Montag

Der Oberbefehlshaber der UN-Truppen in Korea, Douglas MacArthur, berichtet es gebe Beweise, dass die Sowjetunion und die Volksrepublik China Nordkorea mit militärischer Ausrüstung versorgten.

Das Informationsamt der DDR beschuldigt die Bundesregierung in Bonn, Pläne zur Sabotage des Fünf-Jahres-Plans ausgearbeitet zu haben.

19.9.1950, Dienstag

In Paris wird das Abkommen über die Errichtung einer Europäischen Zahlungsunion (EZU) unterzeichnet.

Die Bundesregierung beschließt Maßnahmen zur Entfernung politischer Extremisten aus dem öffentlichen Dienst.

Die britische Labour-Regierung gewinnt nur knapp eine Vertrauensabstimmung im Unterhaus über ihre Verstaatlichungspolitik.

In Flushing Meadows bei New York wird die Vollversammlung der Vereinten Nationen eröffnet. Auf ihrer ersten Sitzung lehnen die Delegierten die Aufnahme der Volksrepublik China in die Weltorganisation ab.

Die Außenminister der drei Westmächte veröffentlichen in New York eine Erklärung über ihre Deutschlandpolitik, in der sie u.a. eine Sicherheitsgarantie für die Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) übernehmen.

20.9.1950, Mittwoch

In einer Grundsatzrede vor der UN-Vollversammlung beschuldigt US-Außenminister Dean Acheson die Sowjetunion des Imperialismus, der den internationalen Frieden in Gefahr bringe. Als Antwort darauf fordert der sowjetische Außenminister Andrei J. Wyschinski zur Verabschiedung einer Erklärung auf, durch die u.a. Atomwaffen geächtet und drastische Abrüstungsschritte gefordert werden sollen.

Die Polizei in Berlin (West) geht mit Wasserwerfern gegen mehrere hundert Personen vor, die sich im Stadtteil Gesundbrunnen zu einer verbotenen Demonstration der Westberliner SED zusammengefunden haben. 59 Menschen werden vorübergehend festgenommen.

Der Trabrennfahrer Hans Frömming bringt auf der Rennbahn in Hamburg-Farmsen sieben der acht siegreichen Pferde ins Ziel.

21.9.1950, Donnerstag

Die alliierte Hochkommission erlaubt Investitionen ausländischer Kapitalanleger im Bundesgebiet.

Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag zwischen beiden deutschen Staaten werden abgebrochen, nachdem die Ostberliner Verwaltung beschlossen hat, die Stromlieferungen in den Westteil der Stadt einzustellen.

22.9.1950, Freitag

In New York treffen die Außen- und Verteidigungsminister der drei Westmächte zu Beratungen darüber zusammen, wie am wirkungsvollsten der Aufbau eigener europäischer Streitkräfte erreicht werden kann. Differenzen gibt es dabei vor allem über die Frage, ob bundesdeutsche Soldaten in eine europäische Armee eingegliedert werden sollten.

Unter dem Eindruck des Koreakriegs beschließt die australische Regierung, die Landstreitkräfte zu verdoppeln und die Bürgerwehren zu verdreifachen.

Die alliierte Hochkommission erlässt ein Gesetz, nach dem bis zum 30. September sechs führende bundesdeutsche Stahlunternehmen im Rahmen der Dekartellisierung aufgelöst werden müssen. Auf die genannten Werke entfallen 85% der bundesdeutschen Rohstahlproduktion.

23.9.1950, Samstag

Paul G. Hoffman, Verwalter des Wiederaufbauprogramms der USA für Europa (ERP, Marshallplan), tritt zurück, weil er die Leitung der Henry-Ford-Stiftung übernimmt. Nachfolger wird sein bisheriger Vertreter William C. Foster.

Eine Regierungsdelegation unter Leitung des stellvertretenden DDR-Ministerpräsidenten und SED-Chefs Walter Ulbricht trifft in Bulgarien ein, nachdem sie sich in den Tagen zuvor zu einem offiziellen Besuch in Rumänien aufgehalten hat.

Der Kongress der USA überstimmt mit Zwei-Drittel-Mehrheit ein Veto von Präsident Harry S. Truman gegen em Gesetz zur inneren Sicherheit und zur Kontrolle der Kommunisten.

24.9.1950, Sonntag

Die Volksrepublik China protestiert beim Generalsekretär der Vereinten Nationen gegen die Bombardierung der Stadt Antung in der Mandschurei durch US-amerikanische Flugzeuge. Die USA bezeichnen den Vorfall zwei Tage darauf als Irrtum und erklären sich zu Schadenersatzleistungen bereit.

Österreichs Innenminister Oskar Helmer erklärt, dass sein Land politischen Flüchtlingen aus Osteuropa nicht länger Asyl gewähren könne, weil dadurch die Freiheit der eigenen Grenzbeamten gefährdet werde.

Eine informatorische Volksbefragung in den drei südwestdeutschen Bundesländern ergibt eine deutliche Mehrheit für die Bildung eines gemeinsamen Landes.

Bruno Walter leitet erstmals seit 1933 wieder zwei Konzerte in Berlin.

25.9.1950, Montag

Papst Pius XII. ermahnt in einer Enzyklika die katholischen Geistlichen, vor dem Kommunismus nicht schwach zu werden. Er weist zugleich darauf hin, dass auch der Kapitalismus schädliche Folgen haben könne, gegen die sich die Kirche wenden müsse.

26.9.1950, Dienstag

83 Bergleute der Zeche Crewell/Mittelengland verbrennen in 400 m Tiefe; etwa 120 Kumpel entkommen dem Grubenbrand.

In Frankfurt am Main geht nach einwöchiger Dauer die diesjährige Buchmesse zu Ende.

Die US-amerikanische Fluggesellschaft Pan American World Airways (PAWA) übernimmt die American Overseas Airlines (AOA) und verfügt damit nun über 144 Verkehrsflugzeuge verschiedener Typen.

Der Polizeidirektor von New York, William O’Brien, tritt zurück, nachdem aufgedeckt worden ist, dass unter seiner Amtsführung mehrere Polizeibeamte Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen haben.

Auf einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Düsseldorf erläutert der Cheftheoretiker der Arbeitnehmerorganisation, Viktor Agartz, die Ziele des DGB.

In Wien und anderen Teilen Österreichs kommt es zu Demonstrationen und Krawallen, nachdem die Regierung ein neues Abkommen über Preiserhöhungen bei gleichzeitigen Lohnanhebungen bekanntgegeben hat.

Die UN-Streitkräfte in Korea beenden die Rückeroberung der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

27.9.1950, Mittwoch

US-Präsident Harry S. Truman unterzeichnet ein Gesetz über die Bereitstellung außerordentlicher Haushaltsmittel in Höhe von über 17 Mrd. US-Dollar (71,4 Mrd. DM) für Militärzwecke.

Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, Bonn sei 1949 nur zur Bundeshauptstadt gewählt worden, weil einige Parlamentsabgeordnete zuvor bestochen wurden.

Die DDR-Volkskammer beschließt ein Gesetz zum Schutz von Mutter und Kind. Es sieht u.a. vor, dass Frauen mit mehr als drei Kindern laufend staatliche Unterstützung erhalten. Außerdem sollen bei der Geburt eines dritten und jeden weiteren Kindes in einer Familie einmalige Beihilfen gezahlt werden.

Der amtierende Boxweltmeister im Schwergewicht, Ezzard Charles, schlägt seinen im März 1949 zurückgetretenen Vorgänger Joe Louis bei dessen Comeback-Versuch im New Yorker Yankee Stadium nach Punkten.

28.9.1950, Donnerstag

Die Republik Indonesien wird von der UN-Vollversammlung per Akklamation als 60. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen.

Die Volksversammlung des jugoslawischen Gliedstaates Bosnien und Herzegowina verabschiedet ein Gesetz, das moslemischen Frauen das Tragen von Schleiern verbietet.

Der Ältestenrat des Bundestages beschließt, die Anträge der KPD nicht mehr entgegenzunehmen. Zur Begründung führt Bundestagsvizepräsident Carlo Schmid (SPD) an, die KPD besitze mit derzeit neun Abgeordneten keine Fraktionsstärke mehr. Weitere sechs kommunistische Vertreter sind gegenwärtig von Parlamentssitzungen ausgeschlossen.

29.9.1950, Freitag

Die DDR wird Mitglied des osteuropäischen Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW; COMECON).

30.9.1950, Samstag

In einer Rede zum einjährigen Bestehen der Volksrepublik China bezeichnet Außenminister Zhou Enlai die USA als den gefährlichsten Feind des chinesischen Volkes.

Im ganzen Bundesgebiet geht die Polizei gegen sog. Friedenskundgebungen der Freien Deutschen Jugend (FDJ) vor, die verboten worden sind; insgesamt 800 Personen werden vorübergehend festgenommen.