Was geschah im September 1956

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1.9.1956, Samstag

DDR-Verteidigungsminister Willi Stoph (SED) eröffnet in Naumburg an der Saale die erste Kadettenanstalt zur Ausbildung von Offiziersanwärtern der Nationalen Volksarmee.

Im Ministerialblatt des Bundesministers für Verteidigung wird ein Beschluss über die Aufnahme ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS in die Bundeswehr veröffentlicht.

Eine Hamburger Tippgemeinschaft gewinnt im Lotto 1 043 364,50 DM. Es ist das erste Mal, dass in der Bundesrepublik Deutschland eine Lottoquote die Millionen-DM-Grenze überschreitet.

In New York legt der israelische UN-Delegierte Abba Eban beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gegen die von Ägypten betriebene Nationalisierung des Suezkanals scharfen Protest ein.

In Moskau enden nach fünftägiger Dauer Verhandlungen zwischen Regierungsdelegationen Ceylons und der UdSSR. Neben der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen vereinbaren die Gesprächspartner eine intensive wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten.

2.9.1956, Sonntag

Durch seinen zweiten Platz beim Großen Preis von Europa gewinnt der argentinische Rennfahrer Juan Manuel Fangio (Ferrari) zum vierten Mal die Automobil-Weltmeisterschaft.

In Stuttgart wird die Deutsche Fernsehschau 1956 eröffnet. Schlager der achttägigen Messe ist ein “Fernseh-Projektor”, der ein Bild mit einer Diagonale von rund 1,20 m erzeugt.

3.9.1956, Montag

Papst Pius XII. richtet an den 77. Deutschen Katholikentag in Köln eine Grußbotschaft, die vom Rundfunk übertragen wird. Der Heilige Vater kritisiert vor allem die Unterdrückung der Kirche in den kommunistisch geführten Staaten Osteuropas.

Ein Hubschrauber der US-Luftwaffe stellt in Oklahoma-City (US-Bundesstaat Oklahoma) mit 57:45 h einen Weltrekord im Dauerfliegen auf. Der Austausch des Piloten wie das Auftanken der Maschine erfolgten dabei in der Luft.

In der Nähe der österreichischen Stadt Klagenfurt entdecken Archäologen die Überreste einer römischen Tempelanlage. Mit einer Fläche von rund 3000 m² ist es nach Angaben der Wissenschaftler die größte römische Kultstätte außerhalb Italiens.

4.9.1956, Dienstag

Die UN-Konferenz in Genf nimmt eine Konvention zur Abschaffung der Sklaverei an.

Der sowjetische Botschafter in Italien, Dimitri Poshidajew, überreicht im Vatikan dem päpstlichen Nuntius einen Abrüstungsappell des Obersten Sowjet.

In Jülich nimmt die Deutsche Welle eine neue Sendeanlage in Betrieb. Die 21 je 90 m hohen Richtstrahlantennen können das Programm der Deutschen Welle weltweit ausstrahlen.

Der britische Leichtathlet Gordon Pirie läuft in Malmö (Schweden) mit 7:52,8 min Weltrekord über 3000 m.

5.9.1956, Mittwoch

In Frankfurt am Main senkt die Bank deutscher Länder den Diskontsatz von bisher 5,5% auf 5%. Diese Maßnahme, die Kredite verbilligt und den Geldumlauf erhöht, stößt bei Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard auf Kritik. Er bezeichnet die Diskontsenkung angesichts der in den letzten Monaten zu beobachtenden konjunkturellen Beruhigung als verfrüht.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht in Bonn eine Studie über Unfälle im Straßenverkehr Danach sind in den letzten 12 Monaten mehr als 12 000 Menschen tödlich verunglückt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht das einer Steigerung um rund 15%.

6.9.1956, Donnerstag

Die Bundesregierung bestreitet in einem in Bonn veröffentlichten Bulletin nachdrücklich die am 29. August von DDR-Außenminister Lothar Bolz (SED) geäußerte Ansicht, die DDR sei ein legitimer Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches. Vielmehr sei der Bundestag die einzige demokratisch gewählte Volksvertretung der Deutschen und habe daher das Recht, das gesamte deutsche Volk zu vertreten.

7.9.1956, Freitag

In einer Note fordert die Bundesregierung die Sowjetunion zu Verhandlungen über die deutsche Wiedervereinigung auf. Dabei solle auch die Wahrung der sowjetischen Sicherheitsinteressen im Mittelpunkt stehen.

8.9.1956, Samstag

In Stugis im US-Bundesstaat Kentucky begleitet die Nationalgarde auf Anordnung der Regierung in Washington zwölf farbige Kinder auf ihrem Weg in eine gemischtrassige Schule. In den letzten Wochen war es wiederholt zu Ausschreitungen gegen die vom Obersten Gericht verfügte Abschaffung von getrennten Schulen gekommen.

Der pakistanische Ministerpräsident Choudry Mohammad Ali tritt nach Differenzen mit seiner Partei, der Muslim-Liga, von seinem Amt zurück. Staatspräsident Iskander Mirza betraut Hussain Shaeed Suhrawardy von der Awami-Liga mit der Regierungsbildung.

In Moskau bezeichnet der stellvertretende Außenminister der Sowjetunion, Andrei A. Gromyko, in einer ersten Reaktion auf Noten der Bundesrepublik Deutschland und der Westmächte die UdSSR als “konsequenten Befürworter der nationalen Einheit Deutschlands”. Die Aufrüstung der Bundesrepublik mache die Wiedervereinigung jedoch unmöglich.

9.9.1956, Sonntag

Der US-amerikanische Rock’n’Roll-Sänger Elvis Presley tritt erstmals im Fernsehen auf. Die “Ed-Sullivan-Show” mit Presley als Stargast bricht alle Rekorde: Mehr als 80% aller US-Fernsehzuschauer sehen die Show.

Zum Abschluss der 17. internationalen Filmfestspiele von Venedig erhält Maria Schell, Hauptdarstellerin in dem französischen Film “Gervaise”, den Preis für die beste schauspielerische Leistung. Der Goldene Löwe für den besten Film wird in diesem Jahr nicht vergeben, da nach Ansicht der Jury kein qualitativ hochrangiger Streifen an der Biennale teilgenommen hat.

US-amerikanische Wissenschaftler entdecken rund 13 km nördlich von Jerusalem die Überreste der im alttestamentarischen Buch Josua beschriebenen Stadt Gibeon. Das Alter der Stadt wird auf rund 2500 Jahre geschätzt.

Als erster Sportler läuft der US-Amerikaner Dave Sime in Sanger/Kalifornien die 220 Yards (201,17 m) in 20,0 sec.

In Kairo veröffentlicht das von 18 Staaten unterstützte “Fünfländer-Komitee”, dem Regierungsvertreter der USA, Schwedens, des Iran, Äthiopiens und Australiens angehören, Einzelheiten über die Verhandlungen zur Lösung des Suez-Konflikts. Danach hat der ägyptische Staatspräsident Gamal Abd an Nasser den Vorschlag abgelehnt, den Suezkanal unter internationale Aufsicht zu stellen.

10.9.1956, Montag

Der Ministerrat der UdSSR, das Zentralkomitee der KPdSU und der Zentralrat der sowjetischen Gewerkschaften beschließen in Moskau mit Wirkung vom 1. Januar 1957 die Erhöhung der Mindestlöhne um rund 10%. Künftig sollen Arbeiter mindestens 300 Rubel (nach offiziellem Wechselkurs rund 900 DM) im Monat erhalten.

Nach der Vorstellung ihrer Winterkollektion in Berlin (Ost) wird die staatliche Handelsorganisation, die verantwortlich für das Bekleidungsangebot in der DDR ist, in der Presse stark kritisiert. Das SED-Zentralorgan “Neues Deutschland” nennt die vorgeführten Modelle eintönig und billig.

11.9.1956, Dienstag

In Moskau beschließen der Ministerrat der UdSSR und das Zentralkomitee der KPdSU die Umbenennung des Internationalen Stalin-Preises in “Lenin-Preis zur Festigung des Friedens zwischen den Völkern”. Die Auszeichnung ist mit 100 000 Rubel (rund 300 000 DM) dotiert.

Wladimir Kuz (UdSSR) läuft in Moskau die 10 000 m in der Weltrekordzeit von 28:30,4 min.

In Hannover wird die deutsche Filmkomödie “Hochzeit auf Immenhof” mit Heidi Brühl und Paul Klinger in den Hauptrollen uraufgeführt.

Die gesetzgebende Versammlung des französischen Treuhänderschaftsgebietes Togo wählt Nicholas Grunitzky zum ersten Premierminister des Landes.

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl beendet einen Staatsbesuch in der CSSR. Zum Abschluss der sechstägigen Konsultationen unterzeichnen Grotewohl und sein tschechoslowakischer Amtskollege Viliam Siroky eine Reihe von Wirtschafts- und Kulturabkommen.

12.9.1956, Mittwoch

Im Grenzgebiet von Israel und Jordanien unternehmen israelische Truppen einen “Vergeltungsangriff” auf einen jordanischen Kommandoposten. Bei dem Gefecht kommen zwölf Menschen ums Leben.

Anlässlich eines Staatsbesuchs des indonesischen Staatspräsidenten Achmed Sukarno in der Sowjetunion erklärt der stellvertretende Außenminister der UdSSR, Andrei A. Gromyko, die Souveränität der blockfreien Staaten werde von der Sowjetunion respektiert.

13.9.1956, Donnerstag

Die marokkanische Regierung weist 64 Angehörige der profranzösischen Organisation “Présence Française” mit sofortiger Wirkung aus. Die Organisation hatte in den vergangenen Tagen Flugblätter mit der Aufforderung verteilt, die Berber sollten sich gegen die arabische Herrschaft auflehnen.

In Bonn teilt das Bundesverteidigungsministerium mit, dass täglich rund 600 Freiwillige in die Bundeswehr aufgenommen werden. Bis zum Jahresende wird die Truppenstärke der im Aufbau befindlichen deutschen Streitkräfte rund 100 000 Mann betragen.

14.9.1956, Freitag

Im britischen Unterhaus in London wird die Lage auf Zypern erörtert. Dabei äußert die Labour Party massive Kritik an der Regierungspolitik. Sie bezeichnet die Behandlung von Erzbischof Makarios III., der am 9. März von britischen Sicherheitskräften auf die Seychellen deportiert worden war, als skandalös.

15.9.1956, Samstag

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert in Hannover ein Freundschaftsspiel gegen die Auswahl der UdSSR 1:2.

In Lausanne unterliegt die schweizerische Fußball-Nationalmannschaft Holland 2:3.

In Düsseldorf wählt die Industriegewerkschaft Metall den 48-Jährigen Otto Brenner mit großer Mehrheit zu ihrem Vorsitzenden.

In der Staatlichen Galerie Moritzburg in Halle wird die Ausstellung “Die deutsche Landschaft” eröffnet. In der bis zum 20. Oktober dauernden Ausstellung sind 121 Künstler aus der DDR und 17 aus der Bundesrepublik mit ihren Werken vertreten.

In Bonn trifft Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) mit dem FDP-Vorsitzenden Thomas Dehler zu Gesprächen zusammen. Gerüchte, Adenauer habe dem früheren Koalitionspartner den Vizekanzlerposten angeboten, werden von der FDP dementiert. Das Gespräch habe keine Annäherung der politischen Standpunkte gebracht.

16.9.1956, Sonntag

In Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) stellt ein Forschungsballon der US-Marine einen Höhenrekord auf. Der mit Kameras und Meßgeräten ausgestattete 54 m lange Ballon erreicht eine Höhe von 43 580 m.

In Frankfurt am Main wird die Internationale Motorradausstellung eröffnet. Auf der einwöchigen Messe sind neben Motorrädern, Motorrollern und Mopeds auch Kleinwagen zu sehen. Großes Interesse findet der neue Victoria Spatz, der drei Personen Platz bietet.

Die Australierin Betty Cuthbert stellt in Sydney mit 23,2 sec einen Weltrekord über 200 m auf.

17.9.1956, Montag

In Bonn fasst der Parteivorstand der SPD eine Entschließung zur Aufnahme von früheren Angehörigen der Waffen-SS in die Bundeswehr. Die Partei weist darauf hin, dass viele Deutsche gegen ihren Willen Mitglieder der Waffen-SS waren. Dennoch müsse genauestens geprüft werden, ob ehemalige Angehörige der Waffen-SS für den Dienst in der Armee eines demokratischen Staates geeignet seien.

Das Königspaar Paul I. und Friederike von Griechenland trifft in Begleitung des griechischen Außenministers Evangelos Averoff-Tositzas in Bonn zu einem Staatsbesuch ein.

In Bozen (Italien) wird ein österreichischer Staatsangehöriger, der in Südtirol “antiitalienische” Flugblätter verteilt hat, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

18.9.1956, Dienstag

Großbritannien gewährt der Goldküste die Unabhängigkeit innerhalb des British Commonwealth of Nations. Der neue Staat soll auch das Gebiet von Britisch-Togoland umfassen.

19.9.1956, Mittwoch

Der Verband deutscher Kriegsopfer ruft in Bad Godesberg zu einer friedlichen Lösung des Suezkanal-Konflikts auf. Die Tatsache, dass seit Ende des Zweiten Weltkriegs noch mehr als 4,4 Mio. Deutsche vermisst würden, sei eine deutliche Mahnung zum Frieden.

Gordon Pirie (Großbritannien) läuft in der norwegischen Stadt Bergen mit 13:36,8 min Weltrekord über 5000 m.

In Bonn gibt die Bundesregierung die Bereitstellung von rund 800 Mio. DM für den sozialen Wohnungsbau bekannt. Wohnungsbauminister Victor-Emanuel Preusker weist darauf hin, dass 1956 mit mehr als 550 000 fertiggestellten Wohnungen alle bisherigen Rekorde im sozialen Wohnungsbau gebrochen werden.

20.9.1956, Donnerstag

Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Willy Brandt, gibt im Schöneberger Rathaus das Eintreffen des millionsten Flüchtlings aus der DDR bekannt.

In Nikosia werden drei wegen Terroranschlägen zum Tode verurteilte zypriotische Nationalisten hingerichtet. Vorher hatte der britische Gouverneur John Harding trotz einer Intervention der griechischen Regierung und des Primas von Griechenland, Erzbischof Dorotheos, ein Gnadengesuch abgelehnt.

21.9.1956, Freitag

In London endet die zweite internationale Konferenz zur Beilegung der Suezkrise ohne konkrete Ergebnisse.

Der Arbeitgeberverband Ruhrbergbau und die Gewerkschaft Bergbau einigen sich in Essen über die Einführung von zwei bezahlten Ruhetagen im Monat für unter Tage beschäftigte Arbeitnehmer.

Im Berliner Renaissance-Theater wird das Schauspiel “Die letzte Station” von Erich Maria Remarque uraufgeführt.

22.9.1956, Samstag

Die Hohe Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Montanunion) beschließt die Finanzierung von rund 15 000 Wohnungen, die Arbeitern der Europäischen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden sollen.

In München eröffnet Oberbürgermeister Thomas Wimmer das Oktoberfest. An dem größten Volksfest der Welt nehmen rund 750 Schausteller teil. Der Preis für eine Maß Bier beträgt 1,70 DM.

23.9.1956, Sonntag

In Berlin (West) wird die Oper “König Hirsch” (Il Re Cervo) des deutschen Komponisten Hans Werner Henze uraufgeführt.

Die Bank deutscher Länder gibt in Frankfurt am Main bekannt, dass deutsche Geldinstitute künftig an Reisende Devisen und DM-Reiseschecks in unbegrenzter Höhe abgeben dürfen. Beträge über 1500 DM müssen nicht mehr – wie bisher – in die Reisepapiere eingetragen werden.

In Frankfurt an der Oder trifft die erste Gruppe zurückkehrender deutscher Wissenschaftler und Techniker ein, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der sowjetischen Besatzungsmacht zur Arbeit in der UdSSR verpflichtet bzw. angeworben worden waren.

24.9.1956, Montag

Bundeskanzler Konrad Adenauer trifft in der belgischen Hauptstadt Brüssel zu einem zweitägigen Staatsbesuch ein. Zum Abschluss des Besuchs wird ein Vertrag über die Berichtigung der deutsch-belgischen Grenze unterzeichnet. Danach fallen die 1945 von den alliierten Besatzungsmächten unter belgische Verwaltung gestellten Dörfer Losheim und Bildchen an die Bundesrepublik.

Die Bundesregierung verabschiedet einen Gesetzentwurf über die Schaffung einer Deutschen Bundesbank.

In Riad (Saudi-Arabien) endet eine Konferenz des ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abd an Nasser, des syrischen Staatspräsidenten Schukri Al Kuwwatli und König Saud Ibn Abd Al Asis von Saudi-Arabien. Dabei sagen Al Kuwwatli und Saud dem ägyptischen Staatschef ihre Unterstützung im Konflikt um den Suezkanal zu.

Die sowjetische Akademie der Wissenschaft gibt in Moskau bekannt, dass die UdSSR erste Vorbereitungen für einen bemannten Flug zum Mond unternimmt. Ein Mondflug sei innerhalb der nächsten 20 Jahre möglich und würde nach Ansicht der Wissenschaftler zehn Tage dauern.

25.9.1956, Dienstag

Bundeswohnungsbauminister Victor-Emanuel Preusker von der Freien Volkspartei (FVP) und Bundesjustizminister Hans-Joachim von Merkatz von der Deutschen Partei (DP) geben vor der Presse die Bildung einer “Arbeits- und Aktionsgemeinschaft” der beiden Parteien bekannt. Auf eine Fusion von FVP und DP wolle man jedoch verzichten.

In Washington gibt US-Präsident Dwight D. Eisenhower bekannt, dass die USA seit 1950 befreundeten Staaten Militärhilfe im Gesamtwert von rund 14,2 Mrd. US-Dollar (60 Mrd. DM) gewährt hat.

Der deutsche Schriftsteller Reinhold Schneider erhält in der Paulskirche in Frankfurt am Main den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

In London wird die erste Transatlantik-Telefonleitung in Betrieb genommen. Über das rund 3600 km lange, auf dem Meeresboden verlegte Kabel können zwischen Europa und den USA bis zu 36 Gespräche gleichzeitig geführt werden. Das ist dreimal soviel, wie bislang über das Radio-Telefonnetz möglich war.

26.9.1956, Mittwoch

Die französische Regierung beschließt, einen Teil der in Algerien stationierten Streitkräfte zu demobilisieren. Bis zum Jahresende sollen rund 200 000 Soldaten entlassen werden, da sich in Algerien “die militärische Phase dem Ende zuneige” und die Armee nun vor allem polizeiliche Aufgaben zu erfüllen habe.

Rund 5000 israelische Soldaten überschreiten die Grenze zu Jordanien und liefern sich mit einer jordanischen Eliteeinheit erbitterte Gefechte.

Das Bundesministerium für Wirtschaft erlässt eine allgemeine Genehmigung für deutsche Investitionen im Ausland bis zu einer Höhe von 3 Mio. DM pro Objekt.

27.9.1956, Donnerstag

Die Bundesregierung verabschiedet in Bonn einen Gesetzentwurf, der die Dauer des Grundwehrdienstes auf zwölf Monate festlegt. Ursprünglich hatte die CDU/CSU für einen 18monatigen Dienst plädiert, konnte ihren Vorschlag im Bundestag jedoch nicht durchsetzen.

Der Landesvorstand der FDP erklärt in Bonn, die Freien Demokraten seien zur Zeit nicht bereit, auf Bundesebene eine Koalition mit der CDU oder der SPD einzugehen. In den Bundestagswahlkampf 1957 werde die Partei ohne eine Koalitionsaussage ziehen.

In Peking endet der 8. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas.

28.9.1956, Freitag

Auf einer Tagung in München fordern deutsche Verkehrswissenschaftler den raschen Ausbau des Autobahnnetzes, da seit 1947 die Verkehrsdichte um rund 60% gestiegen sei. Die Unfallzahlen auf den überfüllten Autobahnen liegen nach Angaben der Experten um 40% höher als auf vergleichbaren Straßen in Großbritannien und den Niederlanden.

Das Presseamt der DDR-Regierung sichert in Berlin (Ost) jedem rückkehrwilligen Flüchtling Straffreiheit zu.

In Südaustralien unternehmen die britischen Streitkräfte einen oberirdischen Atombombenversuch.

29.9.1956, Samstag

In Bonn trifft der französische Ministerpräsident Guy Mollet mit Bundeskanzler Konrad Adenauer zusammen. In den Gesprächen erzielen die beiden Regierungschefs u.a. eine Einigung über Währungsfragen im Saarland und die Finanzierung des Moselkanals.

In Balboa erliegt der Staatspräsident von Nicaragua, Anastasio Somoza García, seinen bei einem Attentat am 21. September erlittenen Verletzungen.

Der US-Amerikaner Glenn Davis läuft in Los Angeles mit 49,5 sec Weltrekord über 400 m Hürden.

30.9.1956, Sonntag

Die von den Städten Düsseldorf und Duisburg getragene “Deutsche Oper am Rhein” nimmt ihren Spielbetrieb auf.

Beim Harbig-Gedächtnis-Sportfest in Dresden läuft eine gesamtdeutsche Staffel mit 45,1 sec Weltrekord über 4×100 m der Damen.