Was geschah im September 1960

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1.9.1960, Donnerstag

Nach zweijährigen Verhandlungen einigen sich Regierungsdelegationen aus Frankreich und Marokko in Paris, dass die französischen Truppen bis 1963 aus der ehemaligen Kolonie abgezogen werden.

In Berlin (West) wird die dreitägige Jahrestagung des Verbandes der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermisstenangehörigen (VdH) eröffnet. Die DDR reagiert mit einem fünftägigen Besuchsverbot für Berlin (Ost).

Als erster deutscher Leichtathlet gewinnt Armin Hary im 100-m-Lauf eine olympische Goldmedaille.

José Maria Velasco Ibarra übernimmt zum vierten Mal das Amt des Staatspräsidenten von Ecuador. Der unabhängige Politiker hatte bei den Wahlen am 5. Juni eine deutliche Mehrheit erhalten.

Bei einem Überfall auf ein Fahrzeug der österreichischen Luftfahrtgesellschaft Austrian Airlines (AUA) werden in Wien 1 Mio. Schilling (160 000 DM) gestohlen.

2.9.1960, Freitag

Julius K. Nyerere wird zum Ministerpräsidenten der britischen Kolonie Tanganjika (heute Tansania) ernannt. Er fordert Großbritannien auf, dem Land bis 1961 die vollständige Souveränität zu gewähren. Nyereres 1954 gegründete Tanganjika African National Union (TANU) verfügt über 70 der 71 Parlamentssitze.

16 Soldaten der 3. US-amerikanischen Panzerdivision werden getötet und 27 verletzt, als in einem Zeltlager auf dem Übungsgelände in Grafenwöhr eine Granate explodiert.

Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) trifft während seines Urlaubs in Varese mit dem italienischen Ministerpräsidenten Amintore Fanfani zusammen. Beide Politiker bekräftigen die enge Verbindung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit den USA.

3.9.1960, Samstag

Der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro bricht die diplomatischen Beziehungen zu Nationalchina (Taiwan) ab, erkennt die Volksrepublik China an und kündigt den 1952 geschlossenen Beistandspakt mit den USA.

4.9.1960, Sonntag

Auf einer Kundgebung zum “Tag der Heimat” verteidigt der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Willy Brandt (SPD), die Vertriebenenverbände aus der Bundesrepublik Deutschland gegen Angriffe aus der DDR. Die drei Westmächte wenden sich in einer gemeinsamen Erklärung an die Regierung der DDR gegen die am 29. August verhängten Reisebeschränkungen im Berlinverkehr.

In Saarbrücken findet ein Bundestreffen des Stahlhelms/Bund der Frontsoldaten statt.

Die Fußballnationalmannschaft Österreichs besiegt in Wien die Elf aus der Sowjetunion 3:1.

Im Spiel um den inoffiziellen Fußball-Welt-Cup gewinnt Europapokalsieger Real Madrid gegen die Mannschaft von Penarol Montevideo in Madrid 5:1.

5.9.1960, Montag

Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle tritt für eine Reform des Nordatlantikpaktes (NATO) ein.

Im Kongo (Léopoldville; heute Zaire) erklären sich Staatspräsident Joseph Kasavubu und Ministerpräsident Patrice Emergy Lumumba gegenseitig für abgesetzt.

Bundesaußenminister Heinrich von Brentano (CDU) beendet einen achttägigen Besuch in Brasilien. Er unterzeichnet eine gemeinsame Erklärung über den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder.

6.9.1960, Dienstag

Zwei Angehörige des Geheimdienstes der USA, die seit Juni als vermisst gelten, geben auf einer Pressekonferenz in Moskau bekannt, dass sie freiwillig in die UdSSR übergesiedelt sind.

121 französische Intellektuelle veröffentlichen ein Manifest zur Unterstützung der verbotenen Nationalen Befreiungsfront Algeriens (FLN).

7.9.1960, Mittwoch

Der Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, stirbt in Berlin (Ost) 84jährig an den Folgen eines Schlaganfalls. Das Amt des DDR-Präsidenten wird nach seinem Tod nicht wieder besetzt.

Auf der 4. Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung in Frankfurt am Main werden neuartige Kleinst-Motorräder (“Mokicks”) vorgestellt. Der Preis liegt unter 1000 DM.

In München wird als Gemeinschaftsunternehmen der Deutsche Taschenbuch-Verlag (dtv) gegründet.

Die US-amerikanische Malerin Anna Mary Robertson-Moses (Grandma Moses) feiert ihren 100. Geburtstag.

Bei dem Absturz eines argentinischen Verkehrsflugzeuges über Uruguay kommen alle 31 Insassen ums Leben.

8.9.1960, Donnerstag

Drei Firmen aus Großbritannien und Frankreich legen in London den Plan für eine Brücke über den Ärmelkanal vor.

Das Bundeskabinett in Bonn verabschiedet den Entwurf für ein neues Strafgesetzbuch. Es regelt den Ubergang zum Schuldstrafrecht und sieht neue Straftatbestände vor.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) beendet in London zweitägige Unterredungen mit seinem britischen Amtskollegen Harold Watkinson. Die Politiker vereinbarten eine engere militärische Zusammenarbeit.

9.9.1960, Freitag

Die DDR verhängt für Bürger aus der Bundesrepublik eine unbefristete Einreisesperre nach Berlin (Ost). Besuche sind nur noch mit einer Sondergenehmigung der Volkspolizei möglich.

Auf der Insel Man geht der Jahreskongress der britischen Gewerkschaften (Trade Union Congress) nach viertägiger Dauer zu Ende. In einer Resolution wurde die Londoner Regierung zu einem Atomwaffen-Verzicht aufgefordert.

10.9.1960, Samstag

Während des Luftwaffenmanövers “Himmelsschild” wird der gesamte zivile Flugverkehr der USA und Kanadas aus Sicherheitsgründen für sechs Stunden unterbrochen. 1310 planmäßige Flüge fallen aus.

Das niederländische Gesundheitsministerium verhängt ein Verkaufsverbot für Margarineprodukte des Unilever-Konzerns.

In der brasilianischen Stadt São Paulo treten 17 000 Taxifahrer in einen Streik. Sie protestieren damit gegen eine Anordnung der Regierung, sich wegen ihres häufig riskanten Fahrstils einer psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen.

11.9.1960, Sonntag

In Rom werden die am 25. August begonnenen XVII. Olympischen Sommerspiele beendet.

Nach dreiwöchiger Dauer gehen die 14. Internationalen Festspiele in Edinburgh zu Ende. Mit dem Leningrader Sinfonieorchester nahmen zum ersten Mal auch Künstler aus der UdSSR an dem Festival teil.

Bei einem Überfall auf das Spielkasino von Campione in der Schweiz (Kanton Tessin) erbeuten die drei Täter 836 000 Schweizer Franken (803 000 DM).

Der deutsche Schriftsteller und Schauspieler Curt Goetz stirbt 71jährig in Grabs im schweizerischen Kanton Sankt Gallen.

Der anglikanische Bischof von Johannesburg, Ambrose Reeves, wird von der südafrikanischen Geheimpolizei gegen seinen Willen nach London abgeschoben. Reeves ist ein Gegner der strikten Rassentrennungspolitik in Südafrika.

Walter Ulbricht wird Vorsitzender des DDR-Staatsrates.

Als Gegenmaßnahme zu der am 9. September verhängten Besuchersperre über Berlin (Ost) stellen die drei Westmächte für DDR-Funktionäre keine West-Visa mehr aus. Die Regierung in Bonn appelliert an bundesdeutsche Kaufleute, keine Geschäftsreisen in die DDR zu unternehmen.

13.9.1960, Dienstag

Nach einem Beschluss des Ministerrates der DDR werden bundesdeutsche Reisepässe bei Bürgern aus Berlin (West) nicht mehr anerkannt. Für DDR-Reisen gilt nur noch der Westberliner Personalausweis in Verbindung mit einem lose eingelegten Visum.

Das deutsche Handelsschiff “Las Palmas” wird in der algerischen Hafenstadt Mers-el-Kébir nach Waffenlieferungen für algerische Rebellen durchsucht. Es war am 11. September vor Portugal von einem französischen Kriegsschiff aufgebracht und zum Kurswechsel gezwungen worden.

Drei Menschen werden getötet und 19 verletzt, als ein dänischer Lkw in das vollbesetzte Wartezimmer eines Flensburger Röntgeninstitutes rast.

Der Hurrikan “Donna” richtet an der US-amerikanischen Ostküste schwere Schäden an. 137 Menschen werden getötet, und etwa 7000 müssen evakuiert werden. Mehrere Stadtteile von New York stehen unter Wasser.

14.9.1960, Mittwoch

Joseph Désiré (Sésé Séko) Mobutu, Generalstabschef in Kongo (Léopoldville), übernimmt nach einem Militärputsch die politische Macht im Land.

In Bagdad wird die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) gegründet.

Nach Angaben der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie sind im ersten Halbjahr 1960 im Ruhrbergbau bei 53 205 Unfällen 154 Bergleute ums Leben gekommen.

Bei einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnen in der Nähe von Ludwigshafen werden vier Menschen getötet und 41 verletzt, zwölf von ihnen schwer.

15.9.1960, Donnerstag

In Hannover wird das erste Heft der monatlichen Bühnenzeitschrift “Theater heute” veröffentlicht.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhängt mit einer achtjährigen Gefängnisstrafe gegen den ehemaligen Referenten im Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, Günther Kosch, die längste Haftdauer in einem Spionageprozess seit Kriegsende. Kosch hatte militärische Geheimnisse an den polnischen Nachrichtendienst weitergegeben.

Der Krebsarzt Josef Issels wird unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung festgenommen.

16.9.1960, Freitag

In Rheinland-Pfalz und Hessen werden fünf Deutsche verhaftet, die vom Verfassungsschutz der Spionage für die UdSSR verdächtigt werden.

Baudouin I., König der Belgier, gibt in einer Rundfunkansprache seine Verlobung mit der spanischen Gräfin Fabiola de Mora y Aragón bekannt.

In Anwesenheit von Bundesaußenminister Heinrich von Brentano (CDU) beginnen in Mexiko die Feierlichkeiten zum 150. Jahrestag der Befreiung des Landes von Spanien.

Die Jungfrauenquelle”, ein Film des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman, wird in München beschlagnahmt und gekürzt.

Tageszeitungen berichten über angeblich authentische Dokumente, die auf einen bevorstehenden Einmarsch von DDR-Truppen auf bundesdeutsches Gebiet hinweisen.

17.9.1960, Samstag

Corrado Bafile, der Apostolische Nuntius für Deutschland, wird von den DDR-Behörden an der Einreise nach Berlin (Ost) gehindert.

Auf Anordnung des neuen Machthabers in Kongo (Léopoldville), Joseph Désiré (Sésé Séko) Mobutu, verlassen die sowjetischen und tschechoslowakischen Diplomaten das Land.

Die Regierung der USA verfügt, dass in der Panamakanal-Zone neben der US-amerikanischen Flagge auch die der Republik Panama gehisst wird. Sie erkennt damit die Souveränität des zentralamerikanischen Staates nominell an.

In München wird der am 14. September begonnene 43. Deutsche Juristentag beendet. Die gleichnamige Organisation feierte ihr 100-Jähriges Bestehen.

18.9.1960, Sonntag

Bei den schwedischen Parlamentswahlen kann die sozialdemokratische Partei von Ministerpräsident Tage Erlander ihre Mehrheit im Stockholmer Reichstag um drei Mandate ausbauen.

Die kubanische Regierung in Havanna gibt die Verstaatlichung der US-amerikanischen Banken auf dem Inselstaat bekannt.

Der VFL Wolfsburg erringt in München die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften der Leichtathleten vor dem 17fachen Meister TSV 1860 München.

19.9.1960, Montag

Der österreichische Dirigent Herbert von Karajan legt in Berlin (West) den Grundstein zum Neubau der Berliner Philharmonie am Kemperplatz.

Ein US-amerikanisches Verkehrsflugzeug stürzt kurz nach dem Start über der Pazifikinsel Guam in den Dschungel. Bei dem Unglück kommen 77 Menschen ums Leben, 17 werden verletzt, drei von ihnen schwer.

20.9.1960, Dienstag

In New York beginnt die 15. Vollversammlung der Vereinten Nationen. Der irische Chefdelegierte Frederick Boland wird zum Präsidenten gewählt.

Nach heftigen Regenfällen fordert in Nord- und Mittelitalien eine Überschwemmungskatastrophe 46 Todesopfer.

Prinz Welf Heinrich von Hannover, Großbritannien und Irland, Herzog von Braunschweig und Lüneburg heiratet in der hessischen Kreisstadt Büdingen Prinzessin Alexandra zu Ysenburg und Büdingen. Die kirchliche Trauung vollzieht der Landesbischof von Hannover Hanns Lilje.

21.9.1960, Mittwoch

Bundespräsident Heinrich Lübke (CDU) überreicht in der Frankfurter Paulskirche dem britischen Verleger und Schriftsteller Victor Gollancz für sein Lebenswerk den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In der Verleihungsurkunde wird Gollancz als “unermüdlicher Rufer im Streit um die Rechte des Menschen und opferwilliger Helfer des deutschen Volkes nach 1945” gewürdigt.

Die Veilchen” (“Les Violettes”), ein Schauspiel mit Chansons des libanesischen Schriftstellers Georges Schehade, wird im Schauspielhaus von Bochum uraufgeführt.

22.9.1960, Donnerstag

US-Präsident Dwight D. Eisenhower fordert vor der UNO-Vollversammlung in New York ein Verbot der Weltraumrüstung und die Schaffung einer ständigen UN-Streitmacht. Er legt außerdem ein Fünf-Punkte-Programm zur Friedenssicherung in Afrika vor.

Der sudanesische Teil der ehemaligen Föderation Mali, die nach dem Abfall Senegals am 20. August zerbrach, proklamiert als Republik Mali einen eigenen Staat.

Der Italiener Raimondo D’Inzeo wird in Venedig (auf “Gowran Girl”) erneut Weltmeister der Springreiter. Bei der letzten WM 1956 gewann D’Inzeo auf “Merano” den Titel.

23.9.1960, Freitag

Billy Graham, wortgewaltiger Baptistenpfarrer aus den USA, startet in Hamburg zu einer Tournee durch die Bundesrepublik.

Die “Europabrücke” zwischen Kehl und Straßburg wird eröffnet.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) kritisiert in Bonn die seiner Meinung nach überhöhte Ausgabenpolitik der sozialdemokratischen Oberbürgermeister in der Bundesrepublik.

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) teilt in Wiesbaden mit, dass es gegenwärtig keine Gesundheits- und Umweltgefährdungen durch Luftverunreinigungen gäbe und diese auch bis 1985 nicht auftreten werden.

24.9.1960, Samstag

In Köln wird die größte Fotomesse der Welt, die Photokina, eröffnet. Sie dauert bis zum 2. Oktober. Im Mittelpunkt des Interesses stehen Kameras mit abschaltbarer Blenden- und Verschlussautomatik.

Am Eröffnungstag des bis zum 9. Oktober dauernden 127. Münchner Oktoberfestes wird sein 150. Jubiläum gefeiert.

Der erste mit Kernenergie angetriebene Flugzeugträger der Welt, die US-“Enterprise”, läuft vom Stapel.

25.9.1960, Sonntag

In Schleswig-Holstein geht das am 21. September begonnene NATO-Manöver “Hold Fast” zu Ende.

Auf dem US-amerikanischen Raketenstützpunkt Kap Canaveral scheitert der Start eines Mondsatelliten wegen eines Defektes in der zweiten Stufe der “Atlas-Able”-Trägerrakete.

26.9.1960, Montag

Ein im Vorjahr gestohlenes Gemälde von Lucas Cranach d. Ä. wird wieder aufgefunden.

In Frankfurt am Main geht nach einwöchiger Dauer die 12. Internationale Buchmesse zu Ende. Die Aussteller berichten über eine wesentlich gestiegene Nachfrage nach Taschenbüchern. Erstmals wurde ein Automat vorgestellt, aus dem die Kunden nach Münzeinwurf Taschenbücher “ziehen” können.

Bei dem Absturz eines österreichischen Verkehrsflugzeuges bei Moskau kommen 30 der 37 Insassen ums Leben.

Ein Dekret der spanischen Regierung in Madrid erweitert die Anwendung der Todesstrafe auf eine Reihe von politischen Straftaten.

UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld verteidigt vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York energisch seine Politik der Unparteilichkeit im Kongo-Konflikt. Zuvor hatte der sowjetische Ministerpräsident Nikita S. Chruschtschow vorgeschlagen, das Amt des Generalsekretärs durch einen Dreier-Ausschuss (Troika) zu ersetzen.

Das Landgericht Bonn teilt mit, dass es das Verfahren gegen den am 3. Mai zurückgetretenen Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (CDU) eingestellt hat. Oberländer war verdächtigt worden, im Zweiten Weltkrieg an Kriegsverbrechen teilgenommen zu haben.

27.9.1960, Dienstag

Mit scharfen Angriffen gegen die SPD eröffnet Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) in Bonn den Wahlkampf seiner Partei für die Bundestagswahlen 1961. Er warnt: “Wenn wir nicht wieder die Mehrheit erringen, dann – armes deutsches Volk.”

Ein Tarifvertrag setzt die Löhne im Ruhrbergbau zum 1. Oktober um 4,5% und zum 1. Juli 1961 um weitere 5% herauf.

28.9.1960, Mittwoch

Im deutschen Bundestag wird über den Entwurf einer Notstandsverfassung kontrovers debattiert.

Die französische Regierung einigt sich mit den NATO-Partnern über eine Eingliederung ihrer im Ausland stationierten Luftstreitkräfte in das westeuropäische Verteidigungssystem. Die in Frankreich stehenden Einheiten bleiben weiterhin unter französischer Befehlsgewalt.

Als erstes Bundesland zahlt Niedersachsen die Gehälter für seine 12 000 Landesbeamten mit Hilfe einer Datenverarbeitungsanlage aus.

Nach einem Urteil des Nürnberger Sozialgerichtes sind Mannequins in der Sozialversicherung als Arbeiterinnen einzustufen, weil sie überwiegend körperlich tätig sind.

Ein Selbstmordversuch der französischen Filmschauspielerin Brigitte Bardot scheitert.

29.9.1960, Donnerstag

In Seibersdorf bei Wien wird der erste österreichische Atomreaktor in Betrieb genommen. Die Forschungsanlage erbringt eine Leistung von 5000 kW.

Auf eine Oberstufenreform an den Gymnasien einigen sich die Kultusminister der Länder in Saarbrücken.

Erich Kästner erhält für seine Jugenderinnerungen “Als ich ein kleiner Junge war” auf dem Internationalen Kongress für das Jugendbuch in Luxemburg den Hans-Christian-Andersen-Preis.

30.9.1960, Freitag

Die Bundesregierung in Bonn beschließt mit Zustimmung aller Bundestagsfraktionen die Aufhebung des Interzonen-Handelsabkommens mit der DDR.