Was geschah im September 1961

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1.9.1961, Freitag

Auf einer Wahlkundgebung der CDU in Hannover fordert Bundeskanzler Konrad Adenauer die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Kurt Scharf, wird aus Berlin (Ost) ausgewiesen, wo er bisher seinen Wohn- und Amtssitz hatte.

Das Außenwirtschaftsgesetz vom 28. April tritt in der Bundesrepublik in Kraft. Das Gesetz beendet die Devisenbewirtschaftung und die seit Kriegsende gehandhabten staatlichen Kontrollen des Wirtschaftsverkehrs mit dem Ausland.

Die Vereinten Nationen brechen alle Beziehungen zur Regierung der kongolesischen Provinz Katanga ab. Katanga-Präsident Moise Tschombé hat sich geweigert, seinen Innenminister Godefroid Munongo zu entlassen, dem von der UNO eine “mörderische Verschwörung” gegen Vertreter der Vereinten Nationen vorgeworfen wird.

Im Gebiet von Semipalatinsk in Kasachstan führen die Sowjets einen Atomwaffenversuch durch. Die USA wollen nun so schnell wie möglich ihre Versuche in der Wüste von Nevada wieder aufnehmen.

2.9.1961, Samstag

In Noten an die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich beanstandet die Sowjetunion erneut die angeblich missbräuchliche Benutzung der Luftkorridore nach Berlin (West).

3.9.1961, Sonntag

Die am 25. August begonnene Berliner Funkausstellung geht zu Ende.

4.9.1961, Montag

Obwohl die Atomwaffenversuche wieder aufgenommen worden sind, treffen die Delegationen der UdSSR, der USA und Großbritanniens in Genf zu einem weiteren Gespräch über die kontrollierte Einstellung von Atomtests zusammen. Die Vertreter der USA und Großbritanniens fordern die Unterzeichnung eines Vertrages über die Einstellung von Atomexplosionen in der Atmosphäre am 9. September. Am nächsten Tag lehnt die Sowjetunion die Einstellung der Atomwaffenversuche in der Erdatmosphäre ab.

5.9.1961, Dienstag

Zur Wiederaufnahme ihrer unterirdischen Atomwaffenversuche haben sich die Vereinigten Staaten entschlossen. Präsident John F. Kennedy veröffentlicht eine entsprechende Erklärung, nachdem zuvor festgestellt wurde, dass die Sowjetunion zum dritten Mal seit dem 1. September eine Atomexplosion ausgelöst hat.

Gegenwärtig wohnen 39% der Bevölkerung der Bundesrepublik in einem eigenen Haus und 2% in einer Eigentumswohnung. Das hat eine Erhebung des DIVO-Instituts in Frankfurt am Main ergeben. Auf dem Lande wohnen fast zwei Drittel der Bevölkerung im eigenen Haus. In den Großstädten mit mehr als 500 000 Einwohnern beträgt der Anteil der Hausbesitzer dagegen nur 11%.

6.9.1961, Mittwoch

In Belgrad geht die erste Konferenz von 25 blockfreien Staaten zu Ende.

Der Verbrauch von Genussmitteln in der Bundesrepublik ist in den vergangenen sechs Jahren ungewöhnlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelte, wurde 1960 viermal soviel Sekt getrunken wie 1955. Der Kaffeeverbrauch stieg um 56%, der Zigarettenverbrauch um 55%.

7.9.1961, Donnerstag

Der brasilianische Präsident João Belchior Marques Goulart tritt sein Amt an.

Die katholischen Bischöfe in der Bundesrepublik fordern in einem gemeinsamen Hirtenwort zur Bundestagswahl vom 17. September die Katholiken auf, sich für jene christlichen Kandidaten einzusetzen, die “einer inneren Bolschewisierung rechtzeitig Einhalt gebieten”.

8.9.1961, Freitag

Zu “nüchternen Verhandlungen” mit US-Präsident John F. Kennedy erklärt sich der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow bei einer Rede im Moskauer Kreml bereit. Gleichzeitig schlägt er die Mitgliedschaft “beider deutscher Staaten” in der UNO vor.

Auf der Fahrt von Paris zu seinem Landsitz in Colombey-les-deux-Eglises entgeht der französische Staatspräsident Charles de Gaulle knapp einem Attentat. Zahlreiche Anführer der OAS, einer rechtsextremistischen Armeeorganisation, werden daraufhin verhaftet.

Das deutsche Richtergesetz wird verkündet. Es regelt die Rechtsstellung der Richter und das Rechtsverhältnis der Richter im Bundes- und im Landesdienst. Den durch nationalsozialistische Aktivitäten belasteten Richtern wird empfohlen, vorzeitig in den Ruhestand zu treten.

9.9.1961, Samstag

Die US-amerikanische Marine stellt mit dem Kreuzer “Long Beach” das erste Überwasserkriegsschiff mit Atomantrieb in Dienst. Die 216 m lange und 14 000 Tonnen große “Long Beach” ist ausschließlich mit weitreichenden, lenkbaren Raketenwaffen ausgerüstet, die ihr zusammen mit dem Atomantrieb einen fast unbegrenzten Aktionsradius ermöglichen.

10.9.1961, Sonntag

In Moskau endet das Fußball-Länderspiel Sowjetunion gegen Österreich 0:1.

Bei einer Flugzeugkatastrophe in der Nähe von Shannon (Irland) kommen 83 Menschen ums Leben, darunter 65 deutsche Landwirte, die zu einer Tagung in die USA fliegen wollten.

Der US-amerikanische Rennfahrer Phil Hill auf Ferrari steht nach seinem Sieg im Großen Preis von Italien in Monza als Sieger der Automobil-Weltmeisterschaft 1961 fest.

11.9.1961, Montag

Bei den Parlamentswahlen in Norwegen verliert die Sozialdemokratische Norwegische Arbeiterpartei ihre absolute Mehrheit, stellt jedoch weiterhin mit 74 von 150 Mandaten die Regierung.

Zur Stärkung der Westberliner Wirtschaft stellt die Bundesregierung als Sofortmasnahme einen Betrag von 500 Millionen DM zur Verfügung. Diese Summe wird der Bund zusätzlich zu den rund 11 Milliarden DM zahlen, die als Zuschuss für den Haushalt von Berlin (West) dieses Jahr bereits vereinbart worden sind.

Über das Vermögen der Carl F. W. Borgward GmbH und des Schwesterunternehmens Goliath Werke GmbH wird das Anschlusskonkursverfahren eröffnet.

Der dänische Stummfilmstar Asta Nielsen wird 80 Jahre alt.

12.9.1961, Dienstag

Nach einer Sitzung des Bundesverteidigungsrates beschließt die Bundesregierung, dass die freiwilligen Soldaten auf Zeit über ihre Verpflichtung hinaus weitere drei Monate bei der Bundeswehr bleiben müssen. Durch die Einberufung weiterer Wehrpflichtiger soll die Bundeswehr die Stärke von 350 000 Mann erreichen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Dag Hammarskjöld, der sich im Kongo (Zaire) aufhält, hat den Präsidenten von Katanga, Moise Tschombé, eingeladen, in einer persönlichen Zusammenkunft ein friedliches Abkommen zur Beendigung der Spaltung des Kongo zu treffen.

Die schweizerische Regierung ersetzt die bisherige Nationalhymne “Heil dir Helvetia” durch den von einem Mönch im 19. Jahrhundert komponierten “Schweizerpsalm”.

13.9.1961, Mittwoch

Auf Veranlassung des kongolesischen Ministerpräsidenten Cyrille Adoula übernehmen Truppen der UNO nach heftigen Kämpfen die Macht in Katanga.

Werder Bremen gewinnt den DFB-Pokal mit einem 2:1-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern vor 20 000 Zuschauern in Gelsenkirchen.

In Athen wird die Verlobung der 22 Jahre alten griechischen Prinzessin Sophia mit dem 23 Jahre alten Sohn des spanischen Thronprätendenten Juan Carlos von Bourbon, bekanntgegeben.

Das US-amerikanische Raketenflugzeug X-15 stößt in neue Grenzbereiche vor. Testpilot John Walker erreicht mit der fliegenden Rakete einen neuen Geschwindigkeitsrekord von 5832 km/h.

In der Nacht zum Mittwoch stürzt ein Flugzeug in der Nähe der marokkanischen Stadt Rabat ab. 78 Menschen kommen ums Leben.

Eine mehrere tausend Menschen zählende Volksmenge protestiert in Ciudad Trujillo (Santo Domingo) gegen das Regime des vor vier Monaten ermordeten dominikanischen Diktators Rafael Leonidas Trujillo. Die Polizei geht mit Schusswaffen gegen die Demonstranten vor.

In der ghanesischen Hauptstadt Accra geht die dreitägige Konferenz der Commonwealth-Finanzminister zu Ende. Sie sprechen sich gegen einen Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aus.

Der ungarische Ministerpräsident Ferenc Münnich tritt sein Amt an den kommunistischen Parteichef des Landes, János Kádár, ab. Radio Budapest meldet eine durchgreifende Umbildung des Kabinetts. Münnich übernimmt das Amt eines Staatsministers ohne Portefeuille, das Kádár zuvor innegehabt hatte.

14.9.1961, Donnerstag

Zwei Düsenjäger der Bundeswehr verfliegen sich nach Berlin und müssen aus Brennstoffmangel eine Notlandung auf dem Flughafen Tempelhof im französischen Sektor von Berlin (West) durchführen. Die Sowjetunion protestiert und kündigt den Abschuss von Flugzeugen für den Fall einer Wiederholung solcher “Provokationen” an.

15.9.1961, Freitag

Der französische Film “Eine Frau ist eine Frau” von Jean-Luc Godard mit Anna Karina in der Hauptrolle wird in deutschen Kinos erstaufgeführt.

Die Italiener heben den am 12. Juli für Österreicher verhängten Visumzwang auf.

Ein türkisches Sondergericht verurteilt den ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Adnan Menderes und den einstigen Staatspräsidenten Celâl Bayar wegen grober Verstöße gegen die Verfassung und anderer Delikte zum Tode. Das Urteil wird am 17. September vollzogen. Gegen zehn weitere Mitangeklagte wurde ebenfalls die Todesstrafe verhängt.

16.9.1961, Samstag

Die Souveränität über die Sahara als Vorbedingung für weitere Verhandlungen mit Frankreich fordert der neue Ministerpräsident der algerischen Exilregierung, Jusuf ibn Chidda, in seiner ersten Rundfunkansprache an die algerische Bevölkerung.

17.9.1961, Sonntag

Die CDU verliert bei den Wahlen zum vierten deutschen Bundestag die absolute Mehrheit. Die CDU/CSU erhält 45,3% (1957: 50,2%), die SPD 36,2% (1957: 31,8%) und die FDP 12,8% (1957: 7,7%) der Stimmen.

In der DDR finden Gemeindewahlen statt, die mit dem programmierten Erfolg der SED enden.

In New York wird das Schauspiel “Glückliche Tage” von Samuel Beckett uraufgeführt.

18.9.1961, Montag

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Dag Hammarskiöld, ist in der Nacht zum Montag auf dem Flug von Léopoldville im Kongo (Zaire) zur nordrhodesischen Stadt Ndola tödlich verunglückt.

In Wien beginnt der Weltbankkongress. Die Zusammenkunft, an der 70 Nationen beteiligt sind, dauert bis zum 22. September.

19.9.1961, Dienstag

Der Präsident von Katanga, Moise Tschombé, führt im nordrhodesischen Ndola erste Waffenstillstandsverhandlungen mit Vertretern der UNO.

Der deutsche Schauspieler Willy Birgel wird 70 Jahre alt.

Im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg wird das Stück “Zeit der Schuldlosen” von Siegfried Lenz uraufgeführt.

Die Vollversammlung der UNO tritt in New York zur Eröffnung ihrer 16. Session zusammen. Die Arbeit der Vollversammlung beginnt am 20. September. Hauptpunkte sind die Berlin-Frage, Abrüstungsverhandlungen und die Wahl eines Nachfolgers für den am 18. September tödlich verunglückten UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld.

Der Parteivorstand der SPD beschließt, dass die Mitglieder der Partei die Wahlvorschläge der Deutschen Friedensunion (DFU) unterzeichnet haben, sich damit außerhalb der Partei gestellt haben.

Der US-amerikanische General Lucius D. Clay kommt als Sonderbeauftragter des US-Präsidenten John F. Kennedy nach Berlin.

20.9.1961, Mittwoch

Die DDR-Volkskammer beschließt ein “Gesetz zur Verteidigung der DDR”, das Walter Ulbricht als Vorsitzenden des DDR-Staatsrats zur formlosen Verkündung des Verteidigungsfalles und zur Außerkraftsetzung der Verfassung der DDR ermächtigt.

Die DDR-Behörden beginnen mit der gewaltsamen Räumung von Gebäuden entlang der Sektorengrenze zwischen Berlin (Ost) und Berlin (West).

Der griechische Ministerpräsident Konstandinos Karamanlis hat König Paul seinen Rücktritt eingereicht. Der König löst daraufhin das Parlament auf und schreibt Neuwahlen für den 29. Oktober aus. Der frühere General Konstantin Dovas wird zum Chef einer Interimsregierung, die bis zum Zusammentreten des neugewählten Parlaments am 4. November die Regierungsgeschäfte führen soll, ernannt.

Der Internationale Währungsfonds soll in Zukunft über größere Mittel verfügen, damit sich Spannungen im Zahlungsverkehr schnell und wirksam ausgleichen lassen. Die dafür vom Direktor dieses Fonds, Per Jacobsson, vorgebrachten Vorschläge haben auf der Wiener Jahrestagung des Fonds und der Weltbank die Zustimmung der maßgeblichen Staaten gefunden.

Die Bundesrepublik Deutschland gewinnt in Düsseldorf ein Fußball-Länderspiel gegen Dänemark 5:1.

21.9.1961, Donnerstag

Die französischen Winzer erwarten in diesem Jahr einen “Jahrhundertwein”, der nach Ansicht von Fachleuten wenigstens an die Qualität der bisher besten Weine des Jahrhunderts, der Jahrgänge 1947 und 1949, heranreichen soll.

Im Beisein von Bundespräsident Heinrich Lübke und Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard wird in Frankfurt am Main die 40. Internationale Automobilausstellung eröffnet. Die Ausstellung endet am 30. September.

Zwischen dem US-amerikanischen Außenminister Dean Rusk und seinem sowjetischen Kollegen Andrei Gromyko finden in New York erste Gespräche über die Lösung der Berlin-Krise statt.

Die anhaltende Trockenheit führt in Wien zu einer kritischen Lage der Trinkwasserversorgung. 1,6 Millionen Wiener sind von der Wasserknappheit bedroht. Die Behörden ordnen drastische Sparmaßnahmen an; Verstöße sollen mit hohen Geldstrafen belegt werden.

22.9.1961, Freitag

Der österreichische Außenminister Bruno Kreisky und sein italienischer Kollege Antonio Segni einigen sich bei Gesprächen in New York am Donnerstag und Freitag auf eine Art Burgfrieden im Südtirol-Konflikt. Sie kommen überein, dass keine der beiden Seiten etwas unternehmen soll, was die Situation in Südtirol verschärfen könnte.

23.9.1961, Samstag

Vom Raketenversuchsgelände Vandenberg im US-Staat Kalifornien wird eine Interkontinentalrakete des Typs “Titan” in ein Zielgebiet in der Nähe der Insel Wake gesteuert. Die “Titan” wird bei diesem Versuch zum ersten Mal automatisch aus einem unterirdischen Lagerbunker auf die Rampe ausgefahren und ebenfalls automatisch gestartet. Das 30 m lange Projektil hat eine Reichweite von 13 000 km.

Die Sowjets erproben eine Interkontinentalrakete, die mit großer Zielgenauigkeit im Pazifik niedergeht.

24.9.1961, Sonntag

Bei dichtem Nebel ereignen sich im Ärmelkanal drei Schiffskollisionen. Vor Hastings stößt der britische Frachter “Crystal Jewel” mit dem britischen Öltanker “British Aviator” zusammen, eine Person wird getötet. Nördlich vor Cherbourg stößt der britische Frachter “Niceto de Larrinaga” mit dem französischen Tanker “Sitala” zusammen, mehrere Besatzungsmitglieder des britischen Schiffes werden schwer verletzt. Vor den Goodwin Sands kollidieren der italienische Tanker “Aurelia” und das norwegische Motorschiff “Fagerheim”; beide Schiffe werden nur leicht beschädigt.

Die Deutsche Oper in Berlin wird – Höhepunkt der Berliner Festwochen – feierlich eröffnet.

25.9.1961, Montag

Der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, an der außer dem Bund die Länder Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein beteiligt sind, konstituiert sich in Berlin und hält seine erste Sitzung ab. Der Stiftungsrat beschließt zunächst das Museum in Berlin-Dahlem in zwei Bauabschnitten auszubauen.

In Berlin wird die Oper “Alkmene” von Giselher Klebe uraufgeführt.

26.9.1961, Dienstag

Der frühere französische Ministerpräsident Pierre Mendès-France fordert das Abtreten des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle; nur so sei ein Bürgerkrieg zu vermeiden. Eine neue provisorische Regierung müsse das Algerienproblem lösen und die demokratischen Institutionen wieder herstellen.

27.9.1961, Mittwoch

Die Berlin-Verhandlungen zwischen dem US-amerikanischen Außenminister Dean Rusk und seinem sowjetischen Kollegen Andrei Gromyko werden in New York fortgeführt. Ergebnisse werden nicht bekannt.

Der Präsident von Katanga, Moise Tschombé, fordert Cyrille Adoula, den Ministerpräsidenten der kongolesischen Zentralregierung, zu Verhandlungen auf.

28.9.1961, Donnerstag

Offiziere und Armee-Einheiten putschen in Syrien gegen die Zentralregierung der Vereinigten Arabischen Republik (VAR). Die Offiziere beschuldigen die Regierung in Kairo der korrupten Wirtschaftspolitik zum Schaden von Bauern und Arbeitern.

Als vierte Bochumer Schachtanlage wird die Zeche Engelsburg der Bochumer Bergbau AG stillgelegt. Die 100 Belegschaftsmitglieder sollen auf der benachbarten Zeche Holland untergebracht werden.

Die neue Kernforschungsanlage in Jülich bei Köln wird vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Franz Meyers, ihrer Bestimmung übergeben.

In London wird Sir Stanley Rous zum neuen Präsidenten des Internationalen Fußballverbandes (FIFA) gewählt.

29.9.1961, Freitag

Die Bundesregierung lehnt eine atomwaffenfreie Zone oder einen Rückzug der ausländischen Truppen vom Gebiet der Bundesrepublik weiterhin ab. Zugeständnisse auf dem Gebiet der Sicherheit sollten nach deutscher Ansicht nur gemacht werden, wenn sie der stufenweisen Wiedervereinigung dienen.

Frankreich und Tunesien unterzeichnen ein Abkommen, das es Frankreich gestattet, den Flottenstützpunkt Biserta während der gegenwärtigen Ost-West-Spannungen noch zu behalten.

30.9.1961, Samstag

Die Bevölkerung der Welt ist 1960/61 schneller gewachsen als die Erzeugung von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Gütern. Die Weltbevölkerung nahm um 1,6% zu, während sich die Nahrungsmittelproduktion nur um 1% erhöht hat.

Die 40. Internationale Automobilausstellung in Frankfurt am Main geht zu Ende.