Was geschah im September 1971

  • < 1970
  • 9.1971
  • 1972 >

1.9.1971, Mittwoch

Bei Volksabstimmungen in Ägypten Syrien und Libyen sprechen sich die Bewohner der drei Staaten für die Bildung einer Föderation Arabischer Republiken aus.

Der Kronprinz von Katar, Scheich Chalifa Ben Hamad Ath Thani, verkündet die Unabhängigkeit des Emirats und die Beendigung des Protektoratsverhältnisses mit Großbritannien.

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) tritt in Kraft. Es regelt die staatliche Förderung der Schul- und Hochschulbesucher.

Der Schweizerische Bundesrat beschließt die diplomatische Anerkennung der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam). Bern begründet diesen Schritt damit, dass die Schweiz Nordvietnam künftig bei der Lösung der humanitären Probleme wirksamere Hilfe leisten wolle.

Die sowjetische Staatsbank beschließt die Abwertung des “Touristenrubels” in bezug auf 15 ausländische Währungen. Die neuen Kurse, die zu Beginn jedes Monats bekanntgegeben werden, wirken sich auf die in der UdSSR lebenden Ausländer aus; Handelsgeschäfte werden davon nicht betroffen.

2.9.1971, Donnerstag

US-Präsident Richard M. Nixon ordnet einen Lohnstopp für alle von der Regierung beschäftigten Arbeiter an. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen die Löhne der zivilen und militärischen Beamten bis zum 1. Juli 1972 eingefroren werden.

In der UdSSR wird die unbemannte Mondsonde “Luna 18” gestartet. Bei dem Versuch einer weichen Landung auf der Mondoberfläche stürzt die Sonde ab.

Die Regierung in Kairo gibt bekannt, dass die Bezeichnung Vereinigte Arabische Republik für Ägypten künftig nicht mehr verwendet werden soll. Das Land werde in Arabische Republik von Ägypten umbenannt. Diese Namensänderung steht in Zusammenhang mit der Einführung einer neuen Verfassung.

3.9.1971, Freitag

Das Viermächteabkommen über Berlin wird von den Botschaftern der USA, Großbritanniens, Frankreichs und der UdSSR unterzeichnet.

Der sudanesische Staatschef Dschafar Muhammad An Numairi trifft zu einem Besuch in Kairo ein. Er verhandelt mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Muhammad Anwar As Sadat über einen Beitritt des Sudan zur Föderation Arabischer Republiken.

In Leipzig schwimmt Roland Matthes (DDR) mit 2:05,6 min Weltrekord über 200 m Rücken.

4.9.1971, Samstag

Im hessischen Lahr erzielt Walter Schmidt (BRD) mit 76,40 m einen Weltrekord im Hammerwurf.

In Leipzig schwimmt Roland Matthes (DDR) mit 56,7 sec Weltrekord über 100 m Rücken.

Prinzessin Anne von Großbritannien wird in Burghley Military-Europameisterin.

Die Österreicherin Ilona Gusenbauer stellt in Wien mit 1,92 m einen Weltrekord im Hochsprung auf.

Beim Absturz eines US-amerikanischen Verkehrsflugzeugs in Alaska kommen alle 111 Insassen ums Leben. Die Boeing 727 prallt bei schlechtem Wetter gegen einen Berg und zerschellt.

Das britisch-französische Überschallverkehrsflugzeug Concorde überquert zum ersten Mal den Atlantik. Der Prototyp legt die Strecke von Toulouse nach Cayenne (7500 km) in Französisch-Guayana in knapp fünf Stunden Flugzeit zurück.

5.9.1971, Sonntag

Der Belgier Eddy Merckx wird in Mendrisio mit einem klaren Spurtsieg über seinen Rivalen Felice Gimondi zum zweitenmal Straßenweltmeister der Radprofis.

Im Grand-Prix-Rennen im italienischen Monza siegt der Brite Peter Gethin auf BRM.

6.9.1971, Montag

In Chequers treffen sich die Premierminister der Republik Irland und Großbritanniens, Jack Lynch und Edward Heath. Wichtigstes Ergebnis der Unterredung ist die Initiierung von Gesprächen, die dem katholischen Teil der Bevölkerung Nordirlands größeres Gewicht in den öffentlichen Angelegenheiten bringen soll.

Aus dem schwerbewachten Militärgefängnis der uruguayischen Hauptstadt Montevideo flüchten 108 inhaftierte Tupamaros durch einen unterirdischen Tunnel.

Beim Versuch einer Notlandung auf der Autobahn Hamburg- Kiel zerschellt ein zweistrahliges Verkehrsflugzeug vom Typ BAC 1-11.

7.9.1971, Dienstag

Bundesverkehrsminister Georg Leber gibt bekannt, dass ab 1. 6. 1972 außerhalb geschlossener Ortschaften “Tempo 100” gelten soll.

In Kopenhagen wird das Treffen der Außenminister der nordischen Länder beendet. Zum ersten Mal einigen sich diese Staaten auf eine gemeinsame Haltung in der China-Frage: Peking soll in der UNO den Platz von Taiwan einnehmen.

König Hussein II. gibt die Gründung einer jordanischen Einheitspartei bekannt. Der Monarch bezeichnet die “Jordanische Nationale Union” als die erste “halbpolitische” Partei im Königreich der Haschemiten. In ihrem Grundsatzprogramm fordert sie zu einem panarabischen Vorgehen gegenüber Israel auf.

8.9.1971, Mittwoch

Der Versuch des stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten Lin Piao, einen Staatsstreich gegen Parteichef Mao Zedong durchzuführen, scheitert.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung stellt 128 Mio. DM für den Rohbau des neuen Aachener Klinikums bereit. Mit den Bauarbeiten für das Großkrankenhaus wird noch im September begonnen.

In Washington wird das John-F.-Kennedy-Zentrum für darstellende Künste eröffnet.

Bei einem Fußball-Länderspiel in Hannover besiegt die deutsche Nationalelf das Team aus Mexiko mit 5:0.

9.9.1971, Donnerstag

Durch Meinungsverschiedenheiten über den deutschen Text der Viermächtevereinbarungen geraten die innerdeutschen Verhandlungen zwischen dem Bonner Staatssekretär Egon Bahr und dem DDR-Staatssekretär Michael Kohl ins Stocken.

Der britische Botschafter in Uruguay, Geoffrey H. S. Jackson, wird nach achtmonatiger Entführung in Montevideo freigelassen.

Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland, Großbritanniens und Italiens beschließen die Fortsetzung der Entwicklung des Kampfflugzeugs MRCA-70. Nach dem erfolgreichen Erstflug des Prototyps sehen die Staaten ihre Erwartungen erfüllt.

10.9.1971, Freitag

Nach dreitägigen Beratungen verabschiedet das Bundeskabinett den Haushalt für 1972. Er weist mit 106,57 Mrd. DM eine Steigerung von 7% gegenüber 1971 auf.

In Minsk schwimmt Mark Spitz (USA) mit 1:53,5 min Weltrekord über 200 m Freistil.

Berti Vogts, 41facher Nationalspieler, wird von Sportjournalisten zum Fußballer des Jahres gewählt.

Die Bonner Regierung beschließt die Verkürzung des Grundwehrdienstes von 18 auf 15 Monate. Das Gesetz tritt zum 1. Januar 1973 in Kraft.

Die finnische Regierung schlägt Bonn und Ost-Berlin vor, offizielle diplomatische Beziehungen mit beiden deutschen Staaten zu vereinbaren. Bonn weist den Vorschlag gemäß der Hallsteindoktrin zurück.

12.9.1971, Sonntag

Die Regierung von Sambia schließt die Handelsmission der DDR in Lusaka und fordert deren Mitglieder auf, das Land zu verlassen. Nach Angaben aus Regierungskreisen hat die DDR-Mission die Regierung des afrikanischen Staates u.a. dadurch verärgert, dass sie ohne Erlaubnis sambische Studenten in die DDR geschickt hat.

Die Leipziger Herbstmesse wird beendet. Seit dem 5. September zeigten 6500 Aussteller aus 55 Ländern ihre Produkte. Im Abschlusskommuniqué heißt es, dass die Messe “gute Möglichkeiten für die weitere Entwicklung eines gleichberechtigten Handels mit Entwicklungsländern und kapitalistischen Industrieländern” bot.

13.9.1971, Montag

Eine Meuterei im Gefängnis der US-amerikanischen Stadt Attica wird von der Polizei blutig niedergeschlagen.

Der Schriftsteller Heinrich Böll wird in Dublin zum Präsidenten des Internationalen P.E.N.-Clubs gewählt.

14.9.1971, Dienstag

Das Bundesgericht des DFB bestätigt als zweite Instanz die lebenslangen Sperren für Manfred Manglitz und Horst Gregorio Canellas. Die Strafen gegen die Hertha-Spieler Bernd Patzke und Tasso Wild werden auf zwei Jahre reduziert.

In London erscheint die Autobiographie des britischen Schriftstellers Graham Greene (66), “A sort of life”. Greene bekennt darin, Anfang der 20er Jahre im Auftrag des deutschen Geheimdienstes zur Verhinderung eines separatistischen Rhein-Staates in der von Frankreich besetzten Pfalz spioniert zu haben.

15.9.1971, Mittwoch

Der peruanische Außenminister General Edgardo Mercado Jarrin trifft zu einem viertägigen Besuch in Bonn ein. Wichtigstes Gesprächsthema ist der Wunsch Perus nach verstärkten wirtschaftlichen Investitionen der Bundesrepublik in dem Anden-Staat.

In einem Musterprozess entscheidet ein Gericht in der niederländischen Stadt Alkmaar, dass die Krankenversicherungen die Kosten für eine Abtreibung erstatten müssen, wenn der Eingriff auf eine ärztliche Indikation hin in einer Klinik vorgenommen worden ist.

16.9.1971, Donnerstag

Bundeskanzler Willy Brandt trifft auf der Krim mit dem sowjetischen Parteichef Leonid I. Breschnew zusammen.

Das Bonner Wohnungsbauministerium weist auf die Priorität des Wohnungsbaus im innenpolitischen Programm der Bundesregierung hin. Danach werde dieser Bereich 1972 mit einem Ausgabenzuwachs von 29,2% an der Spitze aller Ressorts liegen. In den nächsten fünf Jahren sollen jährlich 500 000 neue Wohnungen gebaut werden.

Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt spricht sich in einem Interview der britischen Zeitschrift “Defence” für die Vertiefung der militärischen Kooperation in Europa aus. Die Europäer dürften militärische Zielbestimmung und Initiative nicht allein den beiden Weltmächten überlassen.

In dem Eifelstädtchen Monschau beginnt eine Verpackungsaktion des bulgarischen Künstlers Christo.

17.9.1971, Freitag

Bei Kämpfen im Mekong-Delta kommt es nach Angaben aus Militärkreisen Saigons zu den blutigsten Gefechten im Vietnamkrieg seit einem Jahr. Bei dem Versuch der Vietcong drei Stellungen der Südvietnamesen zu überrennen, kommen 138 Soldaten ums Leben.

In Washington schlägt US-Präsident Richard M. Nixon die Zuteilung des bisher von Taiwan eingenommenen ständigen Sitzes im Sicherheitsrat an die Volksrepublik China vor. Darüber hinaus befürwortet Nixon den Verbleib Taiwans in der UN-Vollversammlung.

18.9.1971, Samstag

Nach einwöchiger Dauer geht in Madrid eine Konferenz spanischer Bischöfe und Priester zu Ende. Die Konferenzteilnehmer übten scharfe Kritik an den zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Spanien.

Im Württembergischen Staatstheater in Stuttgart findet die Uraufführung des Dramas “Hölderlin” von Peter Weiss statt.

19.9.1971, Sonntag

Vor dem SED-Zentralkomitee gibt Parteichef Erich Honecker die schwersten landwirtschaftlichen Ausfälle seit Bestehen der DDR bekannt. Aufgrund des ungünstigen Wetters sei die Produktion um mindestens 20% niedriger ausgefallen als geplant.

Der Brite Jackie Stewart gewinnt auf Tyrell Ford den Großen Preis von Kanada. Auf dem Kurs von Mosport fährt er mit 39 sec Vorsprung vor dem Schweden Ronnie Peterson ins Ziel.

In der schweizerischen Stadt Lausanne findet ein Festakt aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des “World Wildlife Fund” statt. In einer Grußbotschaft an die mächtigste Naturschutzorganisation der Welt betont UN-Generalsekretär Sithu U Thant, dass zum Schutz der Umwelt “keine Anstrengungen unterlassen werden” dürften.

20.9.1971, Montag

Der Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt in der Sowjetunion wird in der französischen Presse als wesentliche Zäsur für die derzeitigen politischen Kräfteverhältnisse in Europa gewertet. Die Zeitungen betonen die künftige entscheidende Rolle der Bundesrepublik in der Welt.

In Berlin wird die erste internationale reaktortechnische Konferenz eröffnet. Auf der fünftägigen Veranstaltung diskutieren 800 Fachleute aus 35 Ländern über Fragen der bautechnischen Sicherheitsvorkehrungen und der Betriebszuverlässigkeit von Reaktoren.

21.9.1971, Dienstag

Bei den Neuwahlen zum dänischen Parlament werden die Sozialdemokraten mit 37,3% der Stimmen stärkste Partei.

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung stellen für die Ruhrkohle AG eine Bürgschaft in Höhe von 966 Mio. DM bereit.

22.9.1971, Mittwoch

In einem Entschließungsantrag der “Kommission Massenmedien” entwickelt die SPD zum ersten Mal Leitlinien zur künftigen Gestaltung des Kommunikationswesens in der Bundesrepublik. Entscheidendes Merkmal des Konzepts ist der Wunsch nach verstärkter Beaufsichtigung der führenden Köpfe in den Massenmedien.

Nach einer Mitteilung der Bundesärztekammer nehmen gegenwärtig mehr als zwei Mio. Frauen in der Bundesrepublik regelmäßig die Pille zur Schwangerschaftsverhütung.

23.9.1971, Donnerstag

Die Bundesregierung verabschiedet eine Novelle zum Wasserhaushaltsgesetz. Für Gewässerverunreinigungen sollen künftig Bußgelder bis zu 50 000 DM Höhe erhoben werden.

Der sowjetische Parteichef Leonid I. Breschnew bestreitet in Belgrad die Existenz einer “Breschnew-Doktrin”. Er erklärt, dass die “sogenannte Doktrin der beschränkten Souveränität” der sozialistischen Länder “eine von bestimmten Kräften in Umlauf gesetzte Fabel” sei.

In Tokio schließen Japan und die Sowjetunion einen auf fünf Jahre befristeten Handelsvertrag, der einen Warenaustausch von insgesamt 18,2 Mrd. DM in diesem Zeitraum vorsieht.

24.9.1971, Freitag

Die britische Regierung weist 90 Sowjetdiplomaten wegen angeblicher Spionage aus.

Bundeskanzler Willy Brandt wird in München von einem 22-Jährigen rechtsradikalen Politologie-Studenten mit den Worten “Das ist für die Ostpolitik” ins Gesicht geschlagen. Brandt verzichtet auf eine Klage.

In einer Bundestagsdebatte über die Universität Bremen betonen Sprecher aller Fraktionen ihre Besorgnis über die Berufung zahlreicher linksgerichteter Professoren an die Hochschule. Die Politiker erklären, dass nach der Bremer Berufungspraxis der Pluralismus der Lehrmeinungen nicht mehr gewahrt sei.

Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG bestimmt Rudolf Leiding zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er löst Kurt Lotz ab, der aus dem Vorstand ausscheidet.

25.9.1971, Samstag

Der belgische Ministerpräsident Gaston Eyskens gibt die Auflösung des Parlaments und die vorzeitige Ausschreibung von Neuwahlen bekannt. Die Regierung begründet diesen Schritt damit, dass es angesichts der internationalen Vorgänge auf wirtschafts- und währungspolitischem Gebiet nicht angebracht sei, einen längeren Wahlkampf abzuhalten.

Auf dem Trafalgar Square in London demonstrieren 30 000 Menschen gegen Pornographie und “moralische Verschmutzung”. Die vorwiegend religiös inspirierten Demonstranten fordern “Reinheit, Liebe und ein geordnetes Familienleben”.

Bei einem Fußball-Länderspiel in Berlin (Ost) trennen sich die Mannschaften aus der DDR und Mexiko mit 1:1.

26.9.1971, Sonntag

Die Deutsche Bundesbahn startet mit Beginn des Winterfahrplans den Schnellverkehr mit Intercity-Zügen. Im Zwei-Stunden-Takt fahren die Erste-Klasse-Züge auf vier Strecken 33 Städte an.

Bei einem Fußball-Länderspiel in Zürich besiegt die Mannschaft der Schweiz die Elf der Türkei mit 4:0.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fordert Israel einstimmig auf, keine weiteren Maßnahmen zu treffen, die den arabischen Status von Ostjerusalem ändern können. Nach Auffassung des Sicherheitsrates sind alle in Jerusalem bereits getroffenen Maßnahmen rechtsunwirksam.

In Saigon unterdrückt der südvietnamesische Präsident Nguyên Van Thiêu mit großem militärischen Aufgebot eine Massendemonstration gegen die für den 3. Oktober angesetzte Präsidentschaftswahl. Nguyên Van Thiêu ist der einzige Bewerber für das Amt des Staatspräsidenten.

27.9.1971, Montag

Der japanische Kaiser Hirohito trifft auf einem Militärstützpunkt bei Anchorage in Alaska zu einem Gespräch mit US-Präsident Richard M. Nixon ein. Es ist der erste Auslandsbesuch eines Tenno in der Geschichte des japanischen Kaiserhauses.

In Köln wird die Allgemeine Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung (ANUGA) eröffnet. Auf diesem größten Ernährungsmarkt der Welt werden den europäischen Konsumenten zum ersten Mal Mangos und Kiwis vorgestellt.

28.9.1971, Dienstag

Der seit 1956 in der US-Botschaft in Budapest lebende József Kardinal Mindszenty wird von den ungarischen Behörden begnadigt und darf das Land verlassen.

In Athen wird Amalia Fleming, die Witwe des Penizillin-Entdeckers Alexander Fleming, wegen ihrer Mitwirkung an einem Plan zur Befreiung des Papadopulos-Attentäters Alexandros Panagoulis zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt.

29.9.1971, Mittwoch

Die Bundesregierung legt ein Umweltschutzprogramm vor, das als wichtigsten Grundsatz das sog. Verursacherprinzip enthält. Danach soll grundsätzlich derjenige für die Kosten einer erforderlichen Umweltschutz-Maßnahme aufkommen, der die Verschmutzung bewirkt hat.

In der Justizvollzugsanstalt Münster wird das erste bundesdeutsche pädagogische Zentrum für Strafgefangene eröffnet.

30.9.1971, Donnerstag

Die Außenminister der USA und der UdSSR unterzeichnen in Washington zwei Abkommen, die die Gefahr eines Krieges zwischen den Supermächten vermindern sollen.

In Berlin (Ost) unterzeichnen Vertreter der Postministerien von BRD und DDR ein Protokoll über die Erhöhung der Zahl von Fernsprechleitungen zwischen beiden deutschen Staaten und die Aufnahme des vollautomatischen Fernmeldeverkehrs bis Ende 1974.

Im Royal Court Theatre in London wird das Schauspiel “Lear” von Edward Bond uraufgeführt.

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft stirbt jeder fünfte Bundesdeutsche an Krebs. Unter den einzelnen Krebserkrankungen liegt Lungenkrebs an erster Stelle.