Was geschah im September 1977

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1.9.1977, Donnerstag

Kuba und die USA vereinbaren die Eröffnung von diplomatischen “Verbindungsbüros” in den Hauptstädten der beiden Staaten. Dadurch sollen die seit 17 Jahren unterbrochenen Beziehungen zwischen den beiden Staaten allmählich normalisiert werden.

In London legen Großbritannien und die USA einen Rhodesienplan vor. Er sieht u.a. den Rücktritt der weißen Minderheitsregierung in Salisbury, die Übergabe der Macht an die schwarze Bevölkerungsmehrheit und die Abhaltung von freien Wahlen vor.

Die Sowjetunion führt offiziell eine neue Nationalhymne ein. Am Vortag hatten Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters die neue Hymne über den Rundfunk erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Einführung der Hymne war im Zuge der Änderung der sowjetischen Verfassung beschlossen worden.

In Ramstein beginnt das NATO-Herbstmanöver “Autumn Forge 77” mit der Verlagerung von US-Truppen auf dem Luftwege.

2.9.1977, Freitag

Die in Stuttgart, Berlin (West) und Hamburg inhaftierten mutmaßlichen Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe brechen ihren vor rund drei Wochen begonnenen Hungerstreik ab. Die Behörden vermuten, dass der Abbruch mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer in Zusammenhang steht. Offensichtlich wurden die Gefangenen von dem bevorstehenden Terrorakt informiert.

In St. Gallen (Schweiz) gewinnt die deutsche Mannschaft die Europameisterschaft der Dressurreiter.

In Honolulu übt die Generalversammlung des 6. Weltkongresses für Psychiatrie scharfe Kritik an der UdSSR: Die sowjetischen Machthaber würden zunehmend die Psychiatrie für politische Zwecke missbrauchen.

Die US-Regierung lehnt eine Waffenhilfe an Somalia ab. Das westlich orientierte Land fühlt sich von dem moskautreuen Regime in Äthiopien bedroht. Die UdSSR hatte in den letzten Monaten Äthiopien u.a. mit modernen MiG-Kampfflugzeugen, T-54-Panzern und Sam-7-Raketen ausgerüstet.

3.9.1977, Samstag

In Berlin (Ost) verurteilen Kulturpolitiker scharf die DDR-Literatur der letzten Monate. Deren kritische Tendenz zeuge von einer Unzufriedenheit der Autoren, die unberechtigt und nicht konstruktiv sei.

Das schweizerische Bundesgericht in Lausanne hebt die Gurtpflicht für Autofahrer wegen unzureichender gesetzlicher Grundlagen auf.

Die US-amerikanische 4 x 100-m-Staffel der Männer läuft im Düsseldorfer Rhein-Stadion Weltrekord.

4.9.1977, Sonntag

Der Italiener Francesco Moser gewinnt in Venezuela vor dem Frankfurter Dietrich Thurau die Straßenweltmeisterschaft der Radprofis.

In der Lüneburger Heide wird ein Open-Air-Rockkonzert vorzeitig abgebrochen, nachdem unzufriedene Fans die Bühne und die Wohnwagen der Veranstalter angezündet hatten.

Die Arabische Liga verurteilt auf einer Tagung in der ägyptischen Hauptstadt Kairo die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten. Sie sei für die Araber die “bisher gefährlichste Herausforderung”.

Der jugoslawische Staats- und Parteichef Josip Broz Tito beendet in Peking einen mehrtägigen Staatsbesuch. Im Mittelpunkt der politischen Gespräche stand der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern und die Betonung des Prinzips der Blockfreiheit.

5.9.1977, Montag

In Köln entführen Angehörige der terroristischen Rote-Armee-Fraktion den Präsidenten der Arbeitgeberverbände und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hanns Martin Schleyer. Der Fahrer und drei Polizisten werden von den Terroristen ermordet.

Die Raumsonde “Voyager 2” startet in Cape Kennedy.

6.9.1977, Dienstag

Die dänische Regierung beschließt eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 15 auf 18%. Mit den zusätzlichen Einnahmen soll ein Drei-Jahres-Programm zur Ankurbelung der Wirtschaft finanziert werden.

7.9.1977, Mittwoch

In Washington vereinbaren Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten und Panamas, dass der unter US-Verwaltung stehende Panamakanal im Jahr 2000 an Panama fällt.

Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt in Helsinki ein Länderspiel gegen Finnland mit 1:0.

8.9.1977, Donnerstag

Bei Emden wird die längste Gas-Pipeline der Welt eröffnet. Die von Norwegen in die ostfriesische Stadt führende Leitung soll Mitteleuropa mit Erdgas versorgen.

9.9.1977, Freitag

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben in der Bundesrepublik Deutschland 32,2 Mio. Frauen und 29,3 Mio. Männer. Die Einwohnerzahl der Bundesrepublik ist in den letzten zwölf Monaten um rund 200 000 gesunken.

In Blackpool beschließt der britische Gewerkschaftsverband TUC, Lohnforderungen in den kommenden zwölf Monaten auf 10% zu begrenzen.

Vor der Presse gibt Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs (FDP) in Bonn sein Ausscheiden aus der Regierung zum 7. Oktober bekannt. Friderichs wird in den Vorstand der Dresdner Bank wechseln. Seine Amtsnachfolge tritt sein Parteifreund Otto Graf Lambsdorff an.

Die spanische Zentralregierung in Madrid gewährt der Region Katalonien die eingeschränkte Autonomie.

10.9.1977, Samstag

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung werden in Stuttgart die bei der Entführung des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Hanns Martin Schleyer, getöteten drei Polizisten beigesetzt.

Die US-Amerikanerin Chris Evert und der Argentinier Guillermo Vilas gewinnen in Flushing Meadow (New York) die jeweiligen Einzel der offenen US-Tennismeisterschaften.

11.9.1977, Sonntag

Aus den norwegischen Parlamentswahlen gehen die regierenden Linksparteien als Sieger hervor. Sie erringen 78 Sitze, während die konservativen und liberalen Parteien insgesamt nur 77 Sitze auf sich vereinigen können.

Die Deutsche Bundesbahn stellt mit zwei Sonderfahrten ihre letzten beiden Dampflokomotiven außer Dienst. An der bei Rheine gelegenen Fahrroute säumen rund 100 000 Eisenbahnfans die Strecke.

In Fürth stellt die US-Amerikanerin Kathy Schmidt mit 69,32 m einen Weltrekord im Speerwurf auf.

12.9.1977, Montag

Im Nahen Osten breitet sich eine Cholera-Epidemie aus. In Jordanien und Syrien sind bereits mehrere tausend Menschen infiziert.

13.9.1977, Dienstag

Die Schwester des Schahs des Iran, Prinzessin Aschraf Pahlawi, entgeht in Antibes (Frankreich) nur knapp einem Anschlag islamischer Fundamentalisten. Die Hofdame der 57-Jährigen wird bei dem Überfall getötet.

In Katmandu erklärt der König von Nepal, Birendra, seine Absicht, eine Demokratisierung des Landes einzuleiten. Er kündigt an, für die Ernennung des neuen Premierministers Vorschläge des Parlamentes zu akzeptieren.

Der inhaftierte Schwarzen-Führer Steve Biko erliegt in Südafrika den Folgen von Folterungen und Misshandlungen der Polizei. Bei der Beisetzung Bikos am 26. September kommt es zu Zusammenstößen zwischen Schwarzen und der Polizei, die drei Todesopfer fordern.

14.9.1977, Mittwoch

Auf dem Raketenstartplatz Cape Kennedy (US-Bundesstaat Florida) muss die US-Trägerrakete eines europäischen Nachrichtensatelliten wegen eines technischen Defektes gesprengt werden. Der Schaden beträgt rund 625 Mio. DM.

15.9.1977, Donnerstag

Bundeskanzler Helmut Schmidt erklärt vor dem Bundestag in Bonn, seine Regierung werde bei der Bekämpfung des Terrorismus alle Möglichkeiten des Rechtsstaates ausschöpfen. Ein Einsatz der Bundeswehr sei jedoch nicht vorgesehen.

Bei einem Generalstreik in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá kommen bei Zusammenstößen zwischen Arbeitern und der Polizei zwölf Menschen ums Leben. Mehr als 400 Personen werden verletzt.

Nahe Albuquerque (US-Bundesstaat New Mexico) stürzt ein Flugzeug des taktischen US-Luftkommandos in unmittelbarer Nähe eines Atomwaffendepots ab. Bei dem Unfall, der fast eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes ausgelöst hätte, kommen 20 Menschen ums Leben.

16.9.1977, Freitag

In Bonn kündigt Bundespostminister Kurt Gscheidle die Einführung des Zeittakt-Systems für die Telefongebühren bei Ortsgesprächen an. Bislang ist der Zeittakt nur bei Ferngesprächen üblich. Berlin (West) soll von der neuen Regelung ausgeschlossen werden.

17.9.1977, Samstag

Nach Angaben der Berliner “Arbeitsgemeinschaft 13. August” hat das innerdeutschen Ministerium in Bonn 90 politische Gefangene aus der DDR “freigekauft”. Für jeden Gefangenen habe die Ostberliner Führung rund 50 000 DM erhalten. Um künftige Verhandlungen mit der DDR nicht zu gefährden, nimmt die Bundesregierung zu dem “Freikauf” keine Stellung.

In Rom entlässt der italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti Verteidigungsminister Vito Lattanzio aus dem Amt. Lattanzio wird künftig das Verkehrsministerium leiten. Die italienische Öffentlichkeit hatte wegen der Flucht des deutschen Kriegsverbrechers Herbert Kappler wiederholt die Abberufung des Verteidigungsministers gefordert.

18.9.1977, Sonntag

Nadeshda Tkatschenko (UdSSR) verbessert in Lille den Fünfkampf-Weltrekord der Fürtherin Eva Wilms.

Im Libanon unternehmen die christlichen Milizen nach einer längeren Waffenruhe erstmals wieder Angriffe auf den Palästinenser-Stützpunkt Khyam. Sie werden dabei von israelischen Flugzeugen und Panzern massiv unterstützt.

Der ugandische Diktator Idi Amin Dada verbietet Religionsgemeinschaften und kirchlichen Hilfsorganisationen die Arbeit im Lande.

19.9.1977, Montag

Die US-Fernsehserie “Roots” nach dem gleichnamigen Roman von Alex Haley wird in Los Angeles mit dem “Emmy”Fernsehpreis ausgezeichnet.

In der karibischen See nahe Puerto de la Cruz rammt ein Wal einen Passagierdampfer. Dabei werden 75 Menschen z.T. schwer verletzt.

Die deutsche Literatenvereinigung “Gruppe 47” löst sich 30 Jahre nach ihrer Gründung auf.

Die SPD schließt den suspendierten Vorsitzenden der Jungsozialisten, Klaus-Uwe Benneter, aus der Partei aus. Benneter hatte in den letzten Monaten wiederholt scharfe Kritik an Bundeskanzler Helmut Schmidt und am SPD-Vorsitzenden Willy Brandt geübt.

20.9.1977, Dienstag

Die Außenminister der EG beschließen in Brüssel einen “Verhaltenskodex” für europäische Unternehmen, der die Gleichberechtigung von weißen und schwarzen Arbeitnehmern in Niederlassungen in Südafrika garantieren soll.

In New York wird die 32. Vollversammlung der Vereinten Nationen eröffnet. Zum neuen Präsidenten wählen die Delegierten den Jugoslawen Lazar Mojsov.

Delegationen von mehr als 100 Indianerstämmen aus Nord-, Mittel- und Südamerika kommen in der schweizerischen Stadt Genf zu einer Konferenz zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen der Kampf gegen Diskriminierung und die Wahrung der kulturellen Identität.

21.9.1977, Mittwoch

Nahe der rumänischen Hauptstadt Bukarest kommen bei der Notlandung eines Verkehrsflugzeuges 29 Menschen ums Leben.

Bei Moskau stellt Alexander Fedotow mit einer Maschine vom Typ E-266 M einen Höhenweltrekord auf Der sowjetische Luftwaffenpilot erreicht eine Höhe von 37 650 m.

Eine Delegation des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), der Wirtschaftsorganisation der Ostblockstaaten, trifft in Brüssel mit Vertretern der Europäischen Gemeinschaft zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Vorbereitung von Verhandlungen über eine Zusammenarbeit zwischen beiden Organisationen.

In Berlin (Ost) hebt die DDR-Regierung die Mengenbeschränkungen für die Mitführung von Genussmitteln bei Reisen in die DDR auf. Auch die Begrenzungen für Geschenksendungen aus dem Westen gelten künftig nicht mehr.

22.9.1977, Donnerstag

Bundespräsident Walter Scheel und Außenminister Hans-Dietrich Genscher treffen in der Schweiz zu einem zweitägigen Staatsbesuch ein.

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus genehmigt in Washington gegen den Willen von Präsident Jimmy Carter 150 Mio. US-Dollar (348 Mio. DM) für den Bau eines Kernreaktors vom Typ “Schneller Brüter” in der Ortschaft Clinch River.

In Assen (Niederlande) werden sieben ambonesische Terroristen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten im Mai einen Zug und eine Schule überfallen und zahlreiche Geiseln genommen.

Auf den 25. Internationalen Filmfestspielen von San Sebastian (Spanien) wird der Film “Mekhanicheskogo pianino” des sowjetischen Regisseurs Nikita Michalkow mit der “Goldenen Muschel” ausgezeichnet.

23.9.1977, Freitag

Der mutmaßliche deutsche Terrorist Knut Folkerts wird in Utrecht (Niederlande) nach einem schweren Feuergefecht, bei dem ein Polizist den Tod findet, verhaftet. Folkerts steht im Verdacht, an der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback beteiligt gewesen zu sein.

In Washington einigen sich der sowjetische Außenminister Andrei Gromyko und der US-amerikanische Präsident Jimmy Carter auf die Verlängerung des “SALT-1”-Abkommens über Rüstungsbegrenzung.

Die Führer der französischen Sozialisten, Kommunisten und der radikalen Linken brechen in Paris ihre Gespräche über eine politische Zusammenarbeit ergebnislos ab. Die größten Differenzen gibt es beim Thema der Verstaatlichung von Unternehmen.

24.9.1977, Samstag

In einem Weltmeisterschaftsqualifikationsspiel in Wien trennen sich die Fußballnationalmannschaften Österreichs und der DDR 1:1.

Bei den Weltmeisterschaften der Gewichtheber in Stuttgart gewinnt Rolf Milser den Titel im Stoßen.

Nach einer im Vatikan veröffentlichten Regelung verzichtet die katholische Kirche künftig auf die bislang vorgeschriebene Teufelsaustreibung bei der Eröffnung neuer Kirchen.

In München bestätigt der CSU-Parteitag den Vorsitzenden Franz Josef Strauß mit großer Mehrheit in seinem Amt.

In Kalkar protestieren mehr als 35 000 Menschen gegen den geplanten Bau eines Kernkraftwerkes vom Typ “Schneller Brüter”. Bei der Demonstration kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

25.9.1977, Sonntag

In einer Volksabstimmung wird in der Schweiz die Einführung der sog. Fristenlösung abgelehnt. Der Entwurf sah vor, den Schwangerschaftsabbruch durch einen Arzt in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft zu gestatten.

Nach Angaben der Regierung in Warschau wurden in Polen in den letzten sechs Monaten rund 6400 private Betriebe gegründet.

26.9.1977, Montag

Der CDU-Vorstand in Bonn empfiehlt den unionsgeführten Bundesländern, beim Verfassungsgericht mit Hilfe ihrer Mehrheit im Bundesrat ein Verbot der Linksparteien KBW und KPD/ML zu beantragen.

Auf dem Londoner Flughafen Gatwick nimmt die Fluggesellschaft “Laker Airways” des britischen Unternehmers Freddie Laker den Liniendienst auf.

In Madrid wird eine Ausstellung mit Werken des spanischen Malers Pablo Picasso eröffnet. Es ist die erste Ausstellung in dem Geburtsland des Künstlers seit 40 Jahren. Zu sehen ist ein Querschnitt von Werken aus der Zeit von 1901 bis 1968.

Das Nationale Olympische Komitee der USA bestimmt die Stadt Los Angeles zum offiziellen Bewerber für die Sommerspiele 1984.

27.9.1977, Dienstag

Im Rahmen des erstmals veranstalteten “Sonnenforums” werden in Hamburg Verfahren und Geräte zur Gewinnung von Sonnenenergie vorgestellt.

Bei Kuala Lumpur (Malaysia) kommen bei dem Absturz eines japanischen Verkehrsflugzeuges 36 der 79 Insassen ums Leben.

In Madrid wird ein Mordanschlag auf einen hohen Polizeioffizier verübt. Zu der Tat bekennt sich die linke “Revolutionäre Organisation des antifaschistischen Spaniens”.

Der Führer der Palästinensischen Befreiungsfront PLO, Jassir Arafat, kündigt an, einen Großteil seiner Verbände aus dem Libanon zurückzuziehen. Daraufhin kommt es zu einer Waffenruhe in dem vom Bürgerkrieg betroffenen Land.

28.9.1977, Mittwoch

Im besetzten Westjordanland verhindert die Armee die Errichtung einer nicht genehmigten Siedlung von Angehörigen der nationalistisch-religiösen Organisation “Block der Treuen”.

In Moskau trifft eine französische Delegation unter Führung von Premierminister Raymond Barre zu Gesprächen über eine Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen ein.

Die britischen Rennfahrer Andrew Cowan, Colin Malkin und Michael Brad gewinnen auf Mercedes die erstmals ausgetragene Rallye London-Sydney. Mit 31 107 km ist sie das längste je gefahrene Autorennen der Welt.

29.9.1977, Donnerstag

In Bonn beschließt der Deutsche Bundestag im Eilverfahren ein Gesetz über eine zeitlich begrenzte Kontaktsperre für inhaftierte Terroristen. Der Bundesrat stimmt bereits am folgenden Tag dem Gesetz zu.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe erklärt Fluchthilfe-Verträge zwischen Bundesbürgern und DDR-Bürgern für rechtsgültig. Die Ostberliner Führung protestiert in scharfer Form gegen diese Entscheidung.

In Sibirien wird die sowjetische Raumstation “Saljut 6” gestartet. “Saljut 6”, die die Erde in einer Entfernung von 219 bis 275 km umkreist, ersetzt die planmäßig im August in der Atmosphäre verglühte Orbitalstation “Saljut 5”.

Der Weltmeister im Schwergewichtsboxen, Muhammad Ali (USA), verteidigt in New York seinen Titel gegen seinen Landsmann Earnie Shavers.

30.9.1977, Freitag

In Paris nimmt die Polizei den früheren Baader-Meinhof-Anwalt Klaus Croissant fest. Croissant wird in der Bundesrepublik Deutschland wegen des Verdachtes auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gesucht.

Eine französische Linienmaschine mit 100 Passagieren an Bord wird von einem Geistesgestörten zur Landung in Paris gezwungen. Die Polizei stürmt nach wenigen Stunden das Flugzeug und nimmt den Entführer fest.

Der brasilianische Fußballstar Pelé feiert in New York seinen Abschied.