Was geschah im September 1980

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1.9.1980, Montag

Zur Eröffnung der Theatersaison in Gelsenkirchen wird Hans Werner Henzes Orchestersuite “Apollo trionfante” uraufgeführt.

Während an der polnischen Ostseeküste die Arbeit wiederaufgenommen wird, setzen die schlesischen Bergleute ihren Streik fort. Sie verlangen u.a. die Ausdehnung der in Danzig zwischen Regierung und Vertretern der Arbeiterschaft erzielten Übereinkünfte auf ihre Betriebe. Der Ausstand endet am 3. September, nachdem die Führung in Warschau die Forderungen der Streikenden erfüllt hat.

2.9.1980, Dienstag

Der tschechische Journalist Jiri Lederer, einer der Gründer der Menschenrechtsbewegung “Charta 77”, trifft in der Bundesrepublik Deutschland ein. Die Behörden hatten Lederer und seiner Familie Deportation und Inhaftierung angedroht, falls sie nicht ausreisen würden.

In Barcelona wird ein Armeegeneral bei einem Anschlag getötet, zwei weitere Personen werden schwer verletzt. Die Attentäter gehören vermutlich der Terrorgruppe GRAPO an. Sie wollten offenbar den Tod des Organisationsgründers rächen, der am 29. August in Madrid von der Polizei erschossen worden ist.

3.9.1980, Mittwoch

Der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) droht mit seinem Rücktritt, falls Finanzminister Hannes Androsch nicht persönliche Konsequenzen aus seiner Verstrickung in die Affäre um das Wiener Großkrankenhaus AKH ziehe.

Im Südlibanon kommt es zu heftigen Kämpfen zwischen palästinensischen Freischärlern und schiitischen Milizen.

4.9.1980, Donnerstag

Nach der Schließung des Züricher Autonomen Jugendzentrums durch die Polizei kommt es zu heftigen Straßenschlachten, bei denen in der Innenstadt von Zürich schwere Sachschäden entstehen. Nach Angaben der Polizei war das Jugendzentrum ein “Treffpunkt von Drogenhändlern und anderen kriminellen Elementen”.

5.9.1980, Freitag

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht verurteilt zwei Mitglieder der terroristischen “Roten Armee Fraktion” wegen versuchten Mordes an drei niederländischen Polizisten zu je 15 Jahren Freiheitsentzug.

Der 16,3 km lange Straßentunnel durch das Sankt-Gotthard Massiv (Schweiz) wird für den Verkehr freigegeben.

Bei der Auswertung der Fotos, die von den Raumsonden “Voyager 1” und “Voyager 2” übermittelt wurden, entdecken US-amerikanische Wissenschaftler einen 16. Jupiter-Mond. Er erhält vorläufig die Bezeichnung “1980-J3”.

Im Balasttank eines panamaischen Frachters werden kurz vor der Abfahrt von Santo Domingo (Dominikanische Republik) nach Miami (US-Bundesstaat Florida) 22 Menschen tot aufgefunden, die offenbar als blinde Passagiere in die USA gelangen wollten. Zwölf weitere Flüchtlinge können lebend geborgen werden.

6.9.1980, Samstag

Der polnische Parteiführer Edward Gierek wird abgelöst und durch Stanislaw Kania ersetzt. Der neue KP-Chef gilt als Reformer.

Der Verwaltungsrat des Norddeutschen Rundfunks (NDR) stimmt der Einführung von Hörfunkwerbung zum 1. Januar 1981 zu.

In Bochum ist die Uraufführung von Thomas Bernhards Theaterstück “Der Weltverbesserer” mit Bernhard Minetti in der Hauptrolle zu sehen. Das ZDF strahlt eine Live-Übertragung der von Claus Peymann geleiteten Inszenierung aus.

Zum fünften Mal in ihrer Karriere gewinnt die 25-Jährige US-amerikanische Tennisspielerin Chris Evert-Lloyd den Titel bei den US-Open. Am Tag darauf bezwingt John McEnroe (USA) im Finale der Herren den Schweden Björn Borg in fünf Sätzen.

7.9.1980, Sonntag

Die Turiner Fiat-Werke, der größte italienische Automobilhersteller, schickt 24 000 Beschäftigte für ein Jahr in den Ruhestand. Die Arbeiter und Angestellten erhalten in dieser Zeit 87,5% ihres bisherigen Nettolohns.

Der Kölner Wilfried Peffgen wird im französischen Besançon zum dritten Mal Steher-Weltmeister der Radprofis.

8.9.1980, Montag

Zum Abschluss der Filmfestspiele in Venedig werden “Gloria” von John Cassavetes und “Atlantic City” von Louis Malle mit dem “Goldenen Löwen” ausgezeichnet.

Der spanische Regierungschef Adolfo Suárez González bildet zum fünften Mal seit seinem Amtsantritt 1976 sein Kabinett um.

Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) eröffnen in München die 11. Weltenergiekonferenz. Während der Bonner Regierungschef sich vor 5000 Besuchern in der Olympiahalle für die Devise “Weg vom Öl, Vorrang für die Kohle” bei einem begrenzten Ausbau der Kernenergie ausspricht, plädiert sein Münchner Kollege für die Nutzung der Atomenergie “ohne Wenn und Aber”.

9.9.1980, Dienstag

Der Aufsichtsrat der Mannesmann AG beschließt, erst nach der Bundestagswahl am 5. Oktober über die Montanmitbestimmung im Zusammenhang mit der Umstrukturierung des Konzerns zu entscheiden.

In einem Freundschaftsspiel schlägt die Fußballmannschaft von Europameister Bundesrepublik Deutschland in Basel die Schweiz 3:2.

10.9.1980, Mittwoch

Chao Tzu-yang wird zum neuen Regierungschef der Volksrepublik China ernannt.

Syrien und Libyen geben ihre Absicht bekannt, sich zu einem Einheitsstaat zusammenzuschließen. Der Plan wird jedoch bereits im Dezember wieder fallengelassen.

Das iranische Parlament bestätigt 14 der 21 von Ministerpräsident Ali Radschai vorgeschlagenen Kabinettsmitglieder. Die übrigen Posten bleiben zunächst unbesetzt, weil Staatspräsident Abol Hassan Banisadr die dafür vorgesehenen Politiker abgelehnt hat.

11.9.1980, Donnerstag

Die rumänische Regierung kündigt an, sie wolle die Militärausgaben im laufenden Jahr um etwa 1 Mrd. DM verringern, um den beständigen Anstieg des Lebensstandards und die wirtschaftliche Entwicklung sichern zu können.

Der Innenausschuss des Bundestages befasst sich auf einer Sondersitzung mit angeblichen Pannen bei der Terroristenfahndung.

Die Sowjetunion sagt Polen eine Erhöhung der Lebensmittel- und Konsumgüterlieferungen zu.

Die chilenischen Wähler billigen mit 67,4% der Stimmen eine neue Verfassung, die den Militärdiktator Augusto Pinochet Ugarte für mindestens fünf weitere Jahre im Präsidentenamt bestätigt.

In Wien wird eine unabhängige internationale Abrüstungskommission unter der Leitung des früheren schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme gegründet.

In einem Hirtenbrief, der am 21. September in allen katholischen Kirchen der Bundesrepublik verlesen werden soll, wenden sich die Bischöfe u.a. gegen die “gefährlich hohe” Staatsverschuldung. Bundeskanzler Helmut Schmidt kritisiert in scharfer Form diese kurz vor der Bundestagswahl veröffentlichten Äußerungen. Er erklärt, die Kirche solle sich nicht in Angelegenheiten des Staates einmischen und Schlagworte vermeiden, die “in verdächtiger Nähe zum Wahlprogramm einer ganz bestimmten Partei” stünden.

An der Küste der Dominikanischen Republik werden Millionen von toten Fischen angeschwemmt, die offenbar durch Schädlingsbekämpfungsmittel vergiftet worden sind. Zwei Menschen sind bereits nach dem Verzehr solcher Fische gestorben.

13.9.1980, Samstag

Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruholliah Khomeini nennt erstmals persönlich Bedingungen für die Freilassung der als Geiseln festgehaltenen US-Bürger. Er verlangt die Rückgabe des Vermögens von Ex-Schah Mohammed Resa Pahlawi, die Freigabe der in den USA eingefrorenen iranischen Konten sowie den Verzicht der USA auf jede politische und militärische Einmischung in inneriranische Angelegenheiten.

14.9.1980, Sonntag

Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit der DDR, warnt bei einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin (Ost) seine Landsleute davor, “polnischen Träumen nachzuhängen”.

Der Chefpilot der afghanischen Fluggesellschaft “Ariana Afghan” verweigert in Frankfurt am Main den Rückflug in seine Heimat. Seit dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan sind bereits über 250 Piloten Techniker und Stewardessen der Airline in den Westen geflüchtet.

15.9.1980, Montag

Die NPD beantragt in Nordrhein-Westfalen die Durchführung eines Volksbegehrens für ein Gesetz zur verstärkten Rückführung von Ausländern in ihre Heimat. Die Landesregierung weist den Antrag der “Aktion Ausländerstopp” zurück, weil eine solche Regelung in die Kompetenz des Bundes falle.

Italien und Malta unterzeichnen ein Abkommen, das italienische Hilfsleistungen für die Mittelmeerinsel vorsieht, während diese ihrerseits garantiert, sich neutral zu verhalten. Malta hatte im August wegen Auseinandersetzungen um Erdöl-Schürfrechte mit Libyen gebrochen, von dem es bis dahin massiv unterstützt worden war.

Ein Soldat der sowjetischen Besatzungstruppen in Afghanistan setzt sich in die US-Botschaft in Kabul ab und bittet um politisches Asyl. Der Flüchtling verlässt das Gebäude am 21. September wieder, nachdem ihm sowjetische Stellen zugesichert haben, er könne die Armee sofort verlassen und seine Ausbildung fortsetzen, ohne bestraft zu werden.

16.9.1980, Dienstag

Die schwedische Regierung schlägt vor, die öffentlichen Ausgaben für 1981 um etwa 3 Mrd. DM zu verringern. Etwa 40% der geplanten Kürzungen betreffen Unterstützungsleistungen für Arme.

In Genf stirbt 84jährig der Schweizer Psychologe Jean Piaget, der als Begründer der im 20. Jahrhundert entwickelten Kinderpsychologie gilt. Piaget stellte ein Drei-Phasen-Modell über die kindliche Entwicklung auf, das für die Erziehungswissenschaft von großer Bedeutung ist.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen wählt den Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, Rüdiger Freiherr von Wechmar, für ein Jahr zu ihrem Präsidenten.

Der südkoreanische Oppositionsführer Kim Dae Jung wird in Seoul zum Tode verurteilt.

Der gestürzte Diktator von Nicaragua, Anastasio Somoza Debayle, fällt im Exil in Paraguay einem Attentat zum Opfer.

Obwohl sie ihre Ziele nicht haben durchsetzen können, beenden die französischen Fischer ihren zweimonatigen Streik und kehren an ihre Arbeitsplätze zurück.

18.9.1980, Donnerstag

Die jugoslawische Regierung beschließt, die Wirtschaft künftig stärker zu zentralisieren. Anlass ist die Weigerung vieler Exportfirmen, ihre Devisenüberschüsse zum offiziellen Wechselkurs an Importunternehmen zu verkaufen.

In Wien einigen sich die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) auf einen einheitlichen Rohölpreis. Saudi-Arabien hebt seinen Preis an, die anderen OPEC-Staaten frieren ihre Preise bis zum Jahreswechsel ein.

19.9.1980, Freitag

Im US-Bundesstaat Arkansas explodiert eine unterirdisch stationierte Rakete vom Typ “Titan 2”. Ein Techniker wird getötet, 22 weitere werden verletzt. Im Umkreis von 8 km werden alle Einwohner evakuiert. Der Atomsprengkopf der Rakete wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei der Detonation nicht beschädigt.

Die Direktoren der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds lehnen es ab, der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO einen Beobachterstatus zu verleihen. Dieser von den asiatischen und afrikanischen Staaten eingebrachte Vorschlag war von den USA heftig bekämpft worden.

20.9.1980, Samstag

Nach Angaben US-amerikanischer Militärs führt die Sowjetunion an der Grenze zu Polen umfangreiche Truppenbewegungen durch. Es wird befürchtet, dass die UdSSR die Liberalisierungstendenzen in dem Nachbarland durch einen Militäreinsatz stoppen könnte.

21.9.1980, Sonntag

Streikende Westberliner Angestellte der DDR-Reichsbahn legen den Zugverkehr von und nach Berlin (West) lahm.

Bei heftigen Unwettern in Zentralfrankreich kommen mindestens sechs Menschen ums Leben, mehrere hundert werden obdachlos. In einigen Departements wird angesichts der Überschwemmungen Katastrophenalarm gegeben.

Bei den Europameisterschaften der Golfprofis wird Bernhard Langer aus Anhausen überraschend Zweiter hinter dem Briten Bernard Gallacher.

22.9.1980, Montag

Irakische Truppen greifen Anlagen der iranischen Ölindustrie an. Damit weitet sich der seit Monaten schwelende Grenzkonflikt zu einem offenen Krieg aus.

Ein Treffen zwischen dem britischen Nordirland-Minister Humphrey Atkins und dem Führer der radikalen Protestantenpartei Democratic Unionists, Ian Paisley, endet ohne Ergebnis. Paisley will nicht von der Forderung abrücken, dass für alle lokalen Regierungen in Nordirland eine protestantische Mehrheit von vornherein gesetzlich festgelegt werden müsse.

Michael Endes 1979 erschienener Roman “Die unendliche Geschichte” wird mit dem “Buxtehuder Bullen”, dem mit 8000 DM höchstdotierten Jugendbuchpreis der Bundesrepublik, ausgezeichnet.

23.9.1980, Dienstag

In Indien tritt eine nationale Sicherheitsverordnung in Kraft, die es der Regierung ermöglicht, Inhaftierte ohne Gerichtsverfahren bis zu einem Jahr festzuhalten.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Illinois erklärt US-Präsident Jimmy Carter, die Wahl seines Herausforderers Ronald Reagan könne zum Krieg führen. Der ehemalige Schauspieler sei nicht fähig, mit den komplexen Problemen der Präsidentschaft fertig zu werden. Reagan weist die Vorwürfe als unseriös zurück.

24.9.1980, Mittwoch

Der Dachverband der neuen unabhängigen Gewerkschaften in Polen beantragt beim Warschauer Gericht seine Registrierung unter dem Namen “Solidarität”.

In Italien wird ein generelles Verkaufsverbot für Kalbfleisch erlassen, nachdem Spuren des Hormons Östrogen in Kalbfleischproben gefunden worden sind.

Der Kanzlerkandidat der Unionsparteien, Franz Josef Strauß (CSU), legt in Bonn ein Programm für die ersten 100 Tage vor, das er im Falle seines Wahlsieges verwirklichen will. Hauptpunkte sind die Wiederherstellung eines festen Vertrauensverhältnisses zu den USA, eine härtere Gangart gegenüber der DDR sowie umfassende Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft.

Die führenden japanischen Automobilhersteller reduzieren nach einer entsprechenden Aufforderung des Handelsministeriums in Tokio ihre Exporte in die USA. Sie wollen damit offenbar möglichen Importbeschränkungen von seiten der Vereinigten Staaten zuvorkommen.

25.9.1980, Donnerstag

US-Präsident Jimmy Carter erklärt, sein Land wolle im iranisch-irakischen Krieg intervenieren, falls die Straße von Hormos blockiert werde. Durch diese Meerenge am Persischen Golf werden rund 40% der für den Westen bestimmten Erdölexporte aus dem Nahen Osten transportiert.

In Herne wird der Film “Theo gegen den Rest der Welt” von Peter F. Bringmann uraufgeführt. Der Streifen, in dem Marius Müller-Westernhagen die Hauptrolle spielt, entwickelt sich rasch zum Kassenschlager.

26.9.1980, Freitag

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft warnt vor dem Gebrauch des chemischen Stoffes Formaldehyd, der vermutlich Krebs auslösen könne.

Bei einem Bombenanschlag auf dem Oktoberfest in München werden 13 Menschen getötet. Der mutmaßliche Attentäter, der als Rechtsextremist bekannte Gundolf Köhler, kommt ebenfalls ums Leben.

In Paris verüben Unbekannte Anschläge auf drei jüdische Einrichtungen; es entsteht Sachschaden. Urheber der antisemitischen Attentate sind vermutlich Rechtsextremisten.

27.9.1980, Samstag

Die italienische Regierung unter dem Christdemokraten Francesco Cossiga tritt nach einer Amtszeit von nur 178 Tagen zurück, nachdem sie mit ihrem Programm zur Überwindung der Wirtschaftskrise im Parlament eine Abstimmungsniederlage erlitten hat. Am 18. Oktober wird Arnaldo Forlani neuer Ministerpräsident.

Der pakistanische Präsident Mohammad Ziaul Haq trifft in Teheran ein, wo er Vorschläge zur Beendigung des iranisch-irakischen Krieges unterbreitet. Er fliegt später nach Bagdad weiter. Die Friedensmission bleibt jedoch erfolglos.

28.9.1980, Sonntag

Der UN-Sicherheitsrat fordert in einer Resolution den Iran und den Irak auf alle Kampfhandlungen sofort einzustellen. Das Gremium verzichtet allerdings darauf, den Rückzug der irakischen Truppen zu verlangen. Bagdad akzeptiert den Vorschlag am 29. September, Teheran lehnt ihn am 1. Oktober ab.

29.9.1980, Montag

Nachdem die Ernteerträge bei Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben in Polen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, werden für den kommenden Winter erhebliche Engpässe in der Versorgung der Bevölkerung erwartet. Es fehlen insgesamt 8 Mio. t Lebensmittel.

Die Leitung der Metropolitan Opera in New York sagt die Saison 1980/81 ab, weil es nicht gelungen ist, eine Übereinkunft mit der Musikergewerkschaft zu erzielen. Beide Seiten einigen sich schließlich am 25. Oktober darauf, die Zahl der wöchentlichen Auftritte für die Orchestermusiker von fünf auf vier zu reduzieren, dafür aber nicht wie bisher die Teilnahme an Proben gesondert zu bezahlen.

30.9.1980, Dienstag

Der syrische Außenminister Abdel Halim Khaddam fordert vor der UN-Vollversammlung in New York den Ausschluss Israels aus den Vereinten Nationen, weil das Land die Resolutionen der Weltorganisationen dauernd missachte.

Die USA verlegen wegen des iranisch-irakischen Krieges Aufklärungsflugzeuge vom Typ “Awacs” nach Saudi-Arabien.

In Israel wird die bisherige Währung – das Pfund – durch den Schekel abgelöst. Begründet wird die Maßnahme damit, dass das Land zu der aus der Bibel überlieferten Währungsbezeichnung zurückkehren wolle. Es wird jedoch vermutet, dass der Umtausch auch dazu dienen soll, Schwarzgeld von Steuerhinterziehern ausfindig zu machen.

Die Landwirtschaftsminister der Europäischen Gemeinschaft einigen sich in Brüssel auf EG-weite Preisgarantien und Importquoten für Schaffleisch. Damit endet der “Lammkrieg” zwischen Frankreich und Großbritannien. Die Franzosen hatten den Import von britischem Schaffleisch bisher verweigert.