Alle Schlagzeilen und Ereignisse zu Johannes Paul II. (221)

« zurück zur Übersicht
22.10.1978

Das Pontifikat von Papst Johannes Paul II. beginnt mit einem Gottesdienst vor dem Petersdom.

19.12.1978

Papst Johannes Paul II. kündigt an, dass jede katholische Frau, die eine Abtreibung vornehmen läßt, von der katholischen Kirche exkommuniziert wird. Die beteiligten Ärzte und Krankenschwestern sollen ebenfalls von den Sakramenten ausgeschlossen werden.

25.12.1978

Die Bewahrung des Weltfriedens und die weltweite Achtung der Menschenrechte sind die zentralen Themen der ersten Weihnachtsansprache Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz.

8.1.1979

Durch eine Intervention von Papst Johannes Paul II. wird in Südamerika die akute Gefahr eines Krieges gebannt. Argentinien und Chile erklären in Montevideo ihre Bereitschaft, den Streit um die beiden strittigen Inseln im Beagle-Kanal unter Vermittlung des Vatikans friedlich beizulegen.

24.1.1979

Papst Johannes Paul II. empfängt auf dessen Wunsch den sowjetischen Außenminister Andrei A. Gromyko zu einer zweistündigen Privataudienz. Thema der ohne Dolmetscher geführten Gespräche sind u.a. die Situation der römisch-katholischen Kirche in der UdSSR.

25.1.1979

Papst Johannes Paul II. tritt seine erstes Auslandsreise an. Sie führt ihn bis zum 1. Februar zunächst in die Dominikanische Republik, dann nach Mexiko und zuletzt auf die Bahamas.

12.3.1979

Mit einer scharfen Absage des Papstes an jede Form des Antisemitismus endet der erste Besuch führender Persönlichkeiten jüdischer Organisationen bei Papst Johannes Paul II. im Vatikan.

15.3.1979

Papst Johannes Paul II. veröffentlicht seine erste Enzyklika. Unter dem Titel "Redemptor hominis" erklärt der Papst die Verteidigung der Menschenrechte, der Kampf gegen das Wettrüsten und eine gerechte Einkommensverteilung zu den vorrangigen Aufgaben der römisch-katholischen Kirche.

8.4.1979

In einem Schreiben an die Priester der römisch-katholischen Kirche bekräftigt Papst Johannes Paul II. das Festhalten der Kirchen am Zölibat, dem Gebot der Ehelosigkeit für Geistliche. Er begründet diesen "Verzicht um des Himmelreiches willen" u.a. mit der Treue zum Pfarrerberuf.

2.6.1979

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem neuntägigen Besuch in Polen ein.

8.7.1979

Der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt reist für zwei Tage nach Rom. Er konferiert mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti und wird von Papst Johannes Paul II. zu einem Meinungsaustausch über die Lage in Osteuropa empfangen.

1.10.1979

Nach einem zweitägigen Aufenthalt in der Republik Irland trifft Papst Johannes Paul II. zu einem einwöchigen Besuch in den USA ein. Am 2. Oktober spricht er vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.

28.11.1979

Zu einem dreitägigen Besuch der Türkei trifft Papst Johannes Paul II. in Ankara ein.

26.2.1980

Nach Angaben aus Kirchenkreisen ist die katholische Zölibatspraxis seit dem Amtsantritt von Papst Johannes Paul II. 1978 verschärft worden. Keiner der 6000 Priester, die seither um die Entbindung von ihrem Gelöbnis gebeten haben, wurde in den Laienstand zurückversetzt.

25.4.1980

Papst Johannes Paul II. ernennt den Weihbischof des Apostolischen Administrators in Erfurt-Meiningen, Joachim Meisner, als Nachfolger des verstorbenen Alfred Bengsch zum Bischof von Berlin.

2.5.1980

Papst Johannes Paul II. bricht zu einer elftägigen Reise durch sechs schwarzafrikanische Staaten auf.

30.5.1980

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem viertägigen Besuch in Frankreich ein. Es ist der erste Papstbesuch in Frankreich seit 1814.

30.6.1980

Papst Johannes Paul II. bricht zu einer zwölftägigen Reise nach Brasilien auf. Es ist bereits die dritte Auslandsreise, die das Oberhaupt der katholischen Kirche 1980 unternimmt.

3.7.1980

Während seines Aufenthalts in Brasilien (30. 6. - 12. 7.) tritt Papst Johannes Paul II. erstmals deutlich für die Rechte der Armen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gerechten Lohn ein.

17.10.1980

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Johannes Paul II., empfängt im Vatikan die britische Königin Elisabeth II., das nominelle Oberhaupt der Anglikanischen Kirche. Das Treffen soll die beiden christlichen Religionsgemeinschaften wieder enger zueinanderführen.

25.10.1980

In Rom geht nach einmonatiger Dauer eine katholische Bischofskonferenz über Familienfragen zu Ende. Im Laufe des Treffens hatte Papst Johannes Paul II. geäußert, ein Mann mache sich in seinem Herzen bereits dann des Ehebruchs schuldig, wenn er eine Frau mit sinnlicher Begierde betrachte. Diese Erklärung löste in vielen italienischen Zeitungen Empörung aus.

31.10.1980

Der Vatikan legt neue Richtlinien für die Rückführung katholischer Priester in den Laienstand fest. Papst Johannes Paul II. will die Laisierung künftig nur noch in Ausnahmefällen genehmigen.

15.11.1980

Papst Johannes Paul II. beginnt in Köln seine fünftägige Reise durch die Bundesrepublik Deutschland.

2.12.1980

Papst Johannes Paul II. veröffentlicht eine Enzyklika zum Thema soziale Gerechtigkeit. Er ruft darin u.a. die Kirche auf, Bestrebungen für eine gerechtere Gesellschaft zu unterstützen, fordert aber, dass die göttliche Liebe dabei die Hauptantriebskraft sein müsse, weil sozialer Aktivismus sonst zu Selbstsucht und Unterdrückung führe.

13.12.1980

Im Slowacki-Theater in Krakau wird das Stück "Unseres Gottes Bruder" von Karol Woytila, dem jetzigen Papst Johannes Paul II., uraufgeführt.

13.1.1981

Der polnische Gewerkschaftsführer Leszek ("Lech") Walesa reist mit einer Delegation seiner unabhängigen Gewerkschaft "Solidarität" zu einem einwöchigen Besuch nach Italien. Dort führt er Gespräche mit den Führern der drei großen italienischen Gewerkschaften und wird von Papst Johannes Paul II. empfangen.

16.2.1981

Papst Johannes Paul II. tritt eine zwölftägige apostolische Asienreise an; seine Stationen sind Pakistan, Philippinen, Guam und Japan.

13.5.1981

Papst Johannes Paul II. wird bei einem Attentat auf dem Petersplatz in Rom durch Schüsse schwer verletzt.

7.7.1981

Papst Johannes Paul II. ernennt den Bischof von Ermland, Jozef Glemp, zum Erzbischof von Gnesen und Warschau und damit zum Primas der katholischen Kirche in Polen. Glemp ist Nachfolger des am 28. Mai verstorbenen Kardinals Stefan Wyszyniski.

22.7.1981

In Rom wird der Türke Ali Agca wegen des Attentats auf Papst Johannes Paul II. im Mai zu lebenslanger Haft verurteilt.

11.9.1981

Bundeskanzler Helmut Schmidt trifft zu zweitägigen Konsultationen mit der italienischen Regierung in Rom ein. Im Rahmen dieses Besuches wird er am 12. September von Papst Johannes Paul II. in Castel Gandolfo empfangen.

15.12.1981

In seinem in Rom veröffentlichten Apostolischen Schreiben "Familiaris Consortio" erläutert Papst Johannes Paul II. die katholischen Leitlinien für das Familienleben. In dem Schreiben wird die Unauflöslichkeit der Ehe betont. Geburtenkontrolle, Abtreibung und "Ehe auf Probe" verurteilt der Papst, die Familie bezeichnet er als die "Zukunft der Menschheit".

1.1.1982

Der aus Polen stammende Papst Johannes Paul II. appelliert in seiner Neujahrsbotschaft an die Regierung in Warschau, die unabhängige Gewerkschaft "Solidarität" wieder zuzulassen.

19.2.1982

Papst Johannes Paul II. beendet einen einwöchigen Besuch in vier überwiegend von Moslems bewohnten Staaten Westafrikas.

11.4.1982

In seiner Osterbotschaft erinnert Papst Johannes Paul II. an die Millionen Hungernden in der ganzen Welt und erklärt, das Ausmaß des Hungers könnte gemindert werden, wenn die Menschheit auch nur zum Teil auf den "wahnsinnigen Rüstungswettlauf" verzichte.

12.5.1982

Am ersten Tag seines viertägigen Besuchs in Portugal entgeht Papst Johannes Paul II. im Wallfahrtsort Fatima dem Attentat eines Anhängers des französischen Traditionalisten-Bischofs Marcel Lefebvre.

28.5.1982

Erstmals seit der Kirchenspaltung vor fast 450 Jahren besucht mit Papst Johannes Paul II. wieder ein katholischer Kirchenführer Großbritannien.

11.6.1982

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem Kurzbesuch in Argentinien ein. Wie zuvor in London versucht er im Falklandkrieg zu vermitteln.

15.6.1982

In einer Rede vor der Internationalen Arbeitskonferenz der UNO in Genf ruft Papst Johannes Paul II. dazu auf, im Arbeitsprozess Solidarität zu üben und zugleich für eine gerechte soziale Ordnung einzutreten, durch die alle Spannungen leichter beigelegt werden könnten.

29.8.1982

Als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche besucht Papst Johannes Paul II. den Kleinstaat San Marino.

15.9.1982

Der Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, Jasir Arafat, kommt auf Einladung der Interparlamentarischen Gesellschaft zu einem dreitägigen Besuch nach Italien, in dessen Verlauf er auch von Papst Johannes Paul II. empfangen wird.

18.11.1982

Bundeskanzler Helmut Kohl besucht für einen Tag Italien und den Vatikan. Er wird auch von Papst Johannes Paul II. in einer Privataudienz empfangen.

25.12.1982

In seiner traditionellen Weihnachtsansprache im Petersdom ruft Papst Johannes Paul II. die Christen in aller Welt zur Einheit auf. Besondere Worte widmet er seinen polnischen Landsleuten, denen er "eine neue Hoffnung, ein neues Licht" wünscht.

25.1.1983

Papst Johannes Paul II. unterzeichnet die Neufassung des "Codex juris canonici" (CIC), des Gesetzbuchs der katholischen Kirche. 1963 hatte Johannes XXIII. eine Kardinalskommission zur Reformierung des CIC eingesetzt.

2.2.1983

Papst Johannes Paul II. erhebt 18 katholische Bischöfe, darunter den Berliner Bischof Joachim Meisner, in den Kardinalsrang.

2.3.1983

Papst Johannes Paul II. tritt eine siebentägige Reise nach Mittelamerika an. Er besucht Costa Rica, Nicaragua, Panama, El Salvador, Guatemala, Honduras, Belize und Haiti.

25.3.1983

Mit Feiern auf dem Petersplatz und in der Peterskirche eröffnet Papst Johannes Paul II. das von ihm ausgerufene Heilige Jahr der Erlösung, das in allen katholischen Diözesen der Welt begangen wird und bis Ostern 1984 dauert.

3.4.1983

Papst Johannes Paul II., seit Oktober 1978 Oberhaupt der katholischen Kirche, wünscht vom Balkon der Petersbasilika in Rom aus "allen Menschen guten Willens" in 43 Sprachen ein gesegnetes Osterfest.

16.6.1983

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem siebentägigen Polenbesuch in Warschau ein.

23.6.1983

Papst Johannes Paul II. empfängt während seines Besuches in Polen den Arbeiterführer Lech Walesa.

10.9.1983

Papst Johannes Paul II. trifft anlässlich des "Österreichischen Katholikentages" zu einem viertägigen Besuch in der Alpenrepublik ein.

11.12.1983

Papst Johannes Paul II. feiert aus Anlass des 500. Geburtstags von Martin Luther mit der lutherischen Gemeinde der Christuskirche in Rom einen Gottesdienst. Es ist das erste Mal, dass ein Oberhaupt der katholischen Kirche in einem evangelischen Gotteshaus predigt.

27.12.1983

Papst Johannes Paul II. besucht im Gefängnis Rebbibia in Rom Ali Agca, der am 13. Mai 1981 einen Mordanschlag auf ihn verübt hatte.

9.4.1984

Papst Johannes Paul II. besetzt mehrere Spitzenämter der vatikanischen Kurie neu und gibt als wichtigste Entscheidung bekannt, dass der Kardinalstaatssekretär Agostino Casaroli alle päpstlichen Vollmachten zur Verwaltung der Vatikanstadt erhält.

22.4.1984

Etwa 350 000 Menschen empfangen auf dem Petersplatz in Rom nach der feierlichen Ostermesse den Segen von Papst Johannes Paul II. Damit endet auch das vom Papst angesetzte "Heilige Jahr der Erlösung 1983/84"; in einer kurzen Zeremonie schließt Johannes Paul II. die bronzene Tür der Heiligen Pforte in der Peters-Basilika.

2.5.1984

Papst Johannes Paul II. beginnt eine zehntägige Reise nach Ostasien, die ihn nach Südkorea, Papua-Neuguinea, auf die Salomon-Inseln und nach Thailand führt. Während einer Zwischenlandung in Alaska trifft er mit US-Präsident Ronald Reagan zusammen.

23.5.1984

Papst Johannes Paul II. empfängt im Vatikan die Stieftochter des sowjetischen Bürgerrechtlers und Naturwissenschaftlers Andrei D. Sacharow, Tatjana Bonner Jankelewitsch, zu einer Privataudienz. Noch am gleichen Tag besucht das Ehepaar Jankelewitsch den italienischen Staatspräsidenten Bettino Craxi, der sich offiziell für die Ausreise Jelena Bonners und ein Ende der Verbannung Sacharows einsetzt.

12.6.1984

Der schweizerische Bundespräsident Leon Schlumpf begrüßt auf dem Flughafen Zürich-Kloten Papst Johannes Paul II. Während seines sechstägigen Aufenthalts in der Schweiz besucht der Papst auch den Weltkirchenrat in Genf, dem mehr als 300 nichtkatholische Kirchen der Welt angehören.

10.10.1984

Papst Johannes Paul II. tritt eine zwei Tage dauernde Reise in die Dominikanische Republik und nach Puerto Rico an. Auf dem Hinflug macht er in der spanischen Stadt Saragossa Station.

15.10.1984

Papst Johannes Paul II. lässt in Ausnahmefällen wieder Feiern der Messe nach dem vorkonziliaren Ritus zu. Mit diesem überraschenden Schritt kommt der Vatikan den Traditionalisten um den suspendierten französischen Erzbischof Marcel Lefèbvre entgegen.

26.10.1984

Die italienischen Ermittlungsbehörden erheben Anklage gegen vier Türken und drei Bulgaren wegen des Attentats auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981. Der Papst wurde damals von mehreren Schüssen schwer verletzt.

17.12.1984

Bundespräsident Richard von Weizsäcker trifft zu einem zweitägigen Privatbesuch in Italien ein, in dessen Verlauf er u.a. von Papst Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen wird.

25.12.1984

Papst Johannes Paul II. spendet auf dem Petersplatz in Rom den traditionellen Segen "Urbi et orbi".

26.1.1985

Papst Johannes Paul II. besucht während seiner 25. Auslandsreise, die bis zum 6. Februar dauert, die Länder Venezuela, Ecuador, Peru und Trinidad-Tobago.

23.4.1985

Der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker trifft zu einem zweitägigen Besuch Italiens in Rom ein. Es ist der erste Aufenthalt Honeckers in einem NATO-Land. Er trifft auch mit Papst Johannes Paul II. zusammen.

11.5.1985

Papst Johannes Paul II. bricht zu seiner 26. Auslandsreise auf, die ihn innerhalb von elf Tagen in die drei Benelux-Länder führt. Vor allem in den Niederlanden wird ihm ein kühler Empfang zuteil.

8.8.1985

Papst Johannes Paul II. tritt seine dritte Reise in den afrikanischen Kontinent an. Er besucht bis zum 19. August Togo, die Elfenbeinküste, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Zaire, Kenia und Marokko.

1.2.1986

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem Indienbesuch in Neu-Delhi ein. Er besucht innerhalb von zehn Tagen insgesamt 14 Städte.

13.4.1986

Papst Johannes Paul II. betritt als erstes katholisches Kirchenoberhaupt ein jüdisches Gotteshaus, die Hauptsynagoge der italienischen Hauptstadt Rom.

1.7.1986

Papst Johannes Paul II. fliegt auf seiner 30. Auslandsreise - es ist zugleich seine siebte Reise nach Lateinamerika - zu einem Besuch nach Kolumbien. Er bleibt dort sieben Tage und stattet auf dem Rückflug dem karibischen Inselstaat Saint Lucia einen Besuch ab.

4.10.1986

Papst Johannes Paul II. bricht zu einer Visite nach Frankreich auf (bis 7. 10.). Es ist sein dritter Besuch. Der Papst macht in Lyon, Taizé, Ars und Annecy Station.

27.10.1986

Vertreter aller Weltreligionen kommen auf Einladung des Papstes in der italienischen Stadt Assisi zu einem Gebet für den Frieden zusammen. Johannes Paul II. hatte aus diesem Anlass alle kriegführenden Parteien auf der Welt zu einem Tag Waffenruhe aufgefordert.

18.11.1986

Papst Johannes Paul II. bricht zu einer 14-tägigen Reise auf. Die bisher längste Auslandsreise führt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche nach Bangladesch, Singapur, auf die Fidschi-Inseln, nach Neuseeland und Australien sowie auf die Seychellen.

15.1.1987

Der polnische Staats- und Parteichef Wojciech Jaruzelski trifft während seines dreitägigen Staatsbesuchs in Italien auch mit seinem Landsmann Papst Johannes Paul II. zusammen.

12.4.1987

Papst Johannes Paul II. beendet seine 33. Pastoralreise, die ihn seit dem 31. März u. a. durch die südamerikanischen Länder führte.

30.4.1987

Papst Johannes Paul II. kommt zu einem fünftägigen Besuch in die Bundesrepublik. Dabei wird er zwei Opfer des Nationalsozialismus, die Karmeliterin Edith Stein und den Jesuitenpater Rupert Mayer, seligsprechen.

8.6.1987

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem bis zum 14. Juni dauernden Besuch in seinem Geburtsland Polen ein. Dabei führt der Papst sowohl mit Staats- und Parteichef Wojciech Jaruzelski als auch mit Arbeiterführer Lech Walesa Gespräche.

25.6.1987

Papst Johannes Paul II. empfängt im Vatikan den österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim zu einer Audienz. Er würdigt dessen Wirken für den Frieden und als Generalsekretär der Vereinten Nationen. Gegen diese Anerkennung Waldheims, der aufgrund seiner Wehrmachtsvergangenheit kritisiert wird, gibt es internationale Proteste, vor allem aus Israel.

10.7.1987

In Dresden wird mit einem festlichen lateinischen Choralpontifikalamt das erste Katholikentreffen in der DDR eröffnet, an dem 3000 Gläubige teilnehmen. Zu der Abschlussfeier am 12. Juli, auf der eine Botschaft von Papst Johannes Paul II. verlesen wird, erscheinen 80 000 Teilnehmer.

10.9.1987

Papst Johannes Paul II. besucht auf seiner zweiten Nordamerikareise neun US-amerikanische Städte und ein Indianerdorf im Nordwesten von Kanada. Er fordert die amerikanischen Vertreter der katholischen Kirche auf, ihre Lehre stärker als bisher an den Glaubensgrundsätzen des Vatikans auszurichten.

1.10.1987

In Rom wird die VII. ordentliche Synode der katholischen Bischöfe mit einem Gottesdienst im Petersdom eröffnet. Papst Johannes Paul II. gibt vor den 232 Synodalen die Ausarbeitung eines Dokuments zur Rolle der Laien in der katholischen Kirche bekannt.

7.12.1987

Im Vatikan bekräftigen Papst Johannes Paul II. und der Ökumenische Patriarch Dimitrios I. von Konstantinopel ihren grundsätzlichen Wunsch nach einer Vereinigung ihrer Kirchen.

28.12.1987

Papst Johannes Paul II. ernennt den 1933 in Nazareth geborenen palästinensischen Priester Michel Sabbah zum Patriarchen von Jerusalem. Die Entscheidung des Papstes wird von Sprechern der Palästinensischen Befreiungsfront PLO ausdrücklich begrüßt.

19.2.1988

Der Vatikan veröffentlicht eine Sozialenzyklika des Papstes. In der Enzyklika "Sollicitudo Rei Socialis" beklagt Papst Johannes Paul II. u.a. die verbreitete Not in der Welt und fordert eine Reform des internationalen Handels- und Finanzsystems.

18.5.1988

Zum Abschluss einer elftägigen Lateinamerikareise, die ihn durch Uruguay, Peru und Bolivien führte, trifft Papst Johannes Paul II. in Asunción (Paraguay) ein. Im Rahmen einer Messe vor mehreren zehntausend Gläubigen fordert er den paraguayischen Präsidenten Alfredo Stroessner zur Achtung der Menschenrechte auf. Im Verlauf seiner Reise hatte der Papst wiederholt die soziale Not großer Bevölkerungsgruppen in den Staaten Südamerikas kritisiert.

29.5.1988

Papst Johannes Paul II. ernennt im Vatikan 25 neue Kardinäle, darunter den Essener Bischof Franz Hengsbach.

24.6.1988

Im Rahmen seinen zweiten Österreichbesuchs feiert Papst Johannes Paul II. in Eisenstadt eine Messe, an der auch rund 50 000 ungarische Gläubige und etwa 13 000 Slowenen und Kroaten teilnehmen. Aus der CSSR konnten lediglich 200 Gläubige mit Billigung der Behörden zu der Messe nach Österreich reisen.

19.9.1988

Papst Johannes Paul II. beendet seine vierte Afrikareise, die ihn in die südafrikanischen Staaten Simbabwe, Botswana, Lesotho, Swasiland und Moçambique führte.

11.10.1988

Papst Johannes Paul II. fordert in einer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg die Länder Westeuropas auf, den Demokratisierungsprozess in Osteuropa aktiv zu unterstützen.

16.12.1988

Als Nachfolger des 1987 verstorbenen Kölner Erzbischofs Joseph Höffner wählt das Domkapitel den Berliner Kardinal Joachim Meisner. Der 54-Jährige Priester war von Papst Johannes Paul II. gegen den Widerstand von Teilen des Kölner Wahlgremiums als Kandidat durchgesetzt worden.

25.12.1988

Papst Johannes Paul II. spendet vom Petersplatz in Rom den traditionellen Weihnachtssegen "urbi et orbi" (der Stadt Rom und dem Weltkreis).

28.4.1989

Papst Johannes Paul II. tritt seine fünfte Afrikareise an. Sie führt ihn bis zum 6. Mai nach Madagaskar, auf die Insel Réunion, nach Sambia und nach Malawi.

10.6.1989

Papst Johannes Paul II. beendet eine zehntägige Skandinavienreise. Es war der erste Besuch eines Papstes in den nordischen Ländern, in denen nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung katholisch ist.

19.9.1989

Papst Johannes Paul II. schaltet sich erstmals in den Streit um das Karmeliterinnenkloster neben dem ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz im heutigen Polen ein und ordnet an, die Nonnen sollten sich an anderer Stelle niederlassen.

12.10.1989

Im Rahmen seiner Südasienreise besucht Papst Johannes Paul II. auch das von Indonesien annektierte Ost-Timor.

1.12.1989

Michail Gorbatschow trifft als erster sowjetischer Staats- und Parteichef im Vatikan mit Papst Johannes Paul II. zusammen. Beide Seiten kündigen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen an.

21.4.1990

Papst Johannes Paul II. besucht als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche die Tschechoslowakei, nachdem zwei Tage zuvor die seit 40 Jahren unterbrochenen diplomatischen Beziehungen zwischen dem Vatikan und der CSFR wieder aufgenommen wurden.

3.7.1990

Die Schweizer Regierung in Bern geht auf Distanz zum neuen Bischof von Chur, Walter Hass. Sie äußert sich gegenüber dem Vatikan "befremdet" über die Ernennung des konservativen Geistlichen, der in der Ostschweiz umstritten ist. Hass gilt als Gefolgsmann von Papst Johannes Paul II. und als Anhänger des konservativen Ordens Opus Dei. Kritiker werfen dem Bischof vor, die Beteiligung von Frauen am Kirchenleben abzulehnen.

1.9.1990

Papst Johannes Paul II. besucht bei der ersten Station seiner Afrikareise Tansania (bis 5. 9.). Nach einem eintägigen Aufenthalt in Burundi reist er am 7. September weiter nach Ruanda. In beiden Ländern stellt die katholische Kirche die größte Glaubensgemeinschaft.

10.9.1990

Papst Johannes Paul II. weiht am letzten Tag seiner 49. Pastoralreise durch Afrika in der Hauptstadt Yamoussoukro in der Elfenbeinküste die größte Basilika des Kontinents ein.

4.11.1990

Papst Johannes Paul II. fordert bei einer Versammlung der Internationalen Katholischen Apothekervereinigung in Rom die Apotheker dazu auf, den Verkauf von Verhütungsmitteln einzustellen.

22.1.1991

In einer Enzyklika ruft Papst Johannes Paul II. die katholische Kirche zur "Erneuerung des missionarischen Eifers" auf.

21.2.1991

Der Essener "Ruhrbischof", der 80 Jahre alte Kardinal Franz Hengsbach, tritt aus Altersgründen von seinem Amt zurück, nachdem Papst Johannes Paul II. diesen Schritt gebilligt hat.

1.5.1991

Papst Johannes Paul II. wendet sich mit der Sozialenzyklika "Centesimus annus" an die katholischen Christen. Darin begrüßt der Papst zwar Marktwirtschaft und Privateigentum, warnt aber zugleich vor einer "radikalen kapitalistischen Ideologie".

1.6.1991

Auf seiner 51. Auslandsreise, die ihn zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt 1978 in seine Heimat führt, trifft Papst Johannes Paul II. in Polen ein.

28.6.1991

Bei einem Konsistorium im Vatikan weiht Papst Johannes Paul II. 22 neue Kardinäle, darunter den Berliner Bischof Georg Sterzinsky.

16.8.1991

In der letzten Etappe seiner 52. Pastoralreise besucht Papst Johannes Paul II., von Polen kommend, die Republik Ungarn.

12.10.1991

Seine 53. Auslandsreise führt Papst Johannes Paul II. nach Brasilien (bis 21.10.). In einer Messe in Campo Grande beschwört das Oberhaupt der katholischen Kirche am 17. Oktober die Unauflöslichkeit der Ehe.

17.5.1992

Papst Johannes Paul II. spricht den spanischen Priester Josemaria Escrivá de Balaguer, Gründer des Opus Dei, selig.

29.4.1994

Papst Johannes Paul II. wird ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Er hatte sich bei einem Sturz den rechten Oberschenkelknochen dicht an der Hüfte gebrochen.

10.9.1994

Papst Johannes Paul II. stattet der kroatischen Hauptstadt Zagreb einen Pastoralbesuch ab.

12.1.1995

Mit dem Besuch der Philippinen beginnt Papst Johannes Paul II. eine elftägige Reise durch vier Länder Asiens und der Pazifikregion.

30.3.1995

In seiner Moralenzyklika "Evangelium vitae" verwirft Papst Paul Johannes Paul II. zum wiederholten Mal jede Form von Abtreibung und Euthanasie.

2.5.1995

In seinem Apostolischen Schreiben "Orientale Lumen" (lat.; Licht aus dem Osten) bekennt sich Papst Johannes Paul II. zu einer Mitverantwortung seiner Kirche für die Spaltung zwischen Katholiken und Orthodoxen. Anlass für das Rundschreiben sind u.a. Spannungen zwischen den Orthodoxen und den mit Rom verbundenen Ostkirchen in der Ukraine und Rumänien.

2.7.1995

Im Rahmen eines Pastoralbesuchs in der Slowakei (30.6.- 3.7.1995) spricht Papst Johannes Paul II. in Kosice drei katholische Würdenträger heilig, die 1619 - zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges - von ungarischen Kalvinisten getötet wurden.

16.9.1995

Südafrika ist nach Kamerun die zweite Station der 67. Auslandsreise des Papstes. Bei seiner Ankunft beglückwünscht Johannes Paul II. Präsident Nelson Mandela zu seinem Sieg über die Apartheid. In der Zeit der Politik der Rassentrennung hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche Südafrika gemieden.

5.10.1995

In einer Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York mahnt Papst Johannes Paul II. die Staaten zu einer "Ethik der Solidarität" und zu einer "Kultur der Freiheit". Der Papst hält sich vom 4. bis zum 8. Oktober in den USA auf.

25.12.1995

Als erster Papst im 20. Jahrhundert muss Johannes Paul II. den traditionellen Weihnachtssegen "Urbi et Orbi" wegen eines Schwächeanfalls unterbrechen.

5.2.1996

Papst Johannes Paul II. tritt seine 69. Auslandsreise an. Sie führt ihn bis zum 11. Februar nach Guatemala, Nicaragua, El Salvador und Venezuela.

19.5.1996

Papst Johannes Paul II. beendet einen zweitägigen Besuch in Slowenien. Der Anlass für die 71. Auslandsreise des Papstes war der 1250. Jahrestag der Christianisierung Sloweniens.

23.6.1996

Papst Johannes Paul II. beendet mit einer Messe im Olympiastadion und einer Ansprache am Brandenburger Tor seinen Besuch in Deutschland.

8.10.1996

Papst Johannes Paul II. lässt sich den Blinddarm entfernen.

25.12.1996

Papst Johannes Paul II. prangert in seiner Weihnachstbotschaft die weltweite Gleichgültigkeit vor dem Flüchtlingsdrama in Ostafrika an. (01.11.1996)

24.8.1997

Paris: Eine von Papst Johannes Paul II. abgehaltene Messe vor rd. 1. Mio. Gläubigen beendet das 12. katholische Weltjugendtreffen.

25.12.1997

Havanna: Erstmals nach 28 Jahren wird Weihnachten in Kuba wieder als offizieller Feiertag begangen. Staats- und Parteichef Fidel Castro entspricht einer Bitte von Papst Johannes Paul II., der Kuba im Januar 1998 erstmals besuchen will.

21.1.1998

Papst Johannes Paul II. reist zu einem fünftägigen Besuch nach Kuba, wo er bei seiner Ankunft in Havanna begeistert begrüßt wird.

23.1.1998

Bei einem Treffen mit Kubas Staatschef Fidel Castro setzt sich Papst Johannes Paul II. für die Freilassung politischer Gefangener ein.

27.1.1998

Die Deutsche Bischofskonferenz folgt dem Wunsch von Papst Johannes Paul II.: Vom 1. Januar 1999 an stellen die katholischen Beratungsstellen den Frauen keine Beratungsscheine mehr aus, die eine straffreie Abtreibung ermöglichen. Die katholische Kirche betreibt etwa 260 von insgesamt 1 680 Schwangerschaftsberatungsstellen.

21.2.1998

Papst Johannes Paul II. verleiht auf dem Petersplatz in Rom 20 neuen Kardinälen das Zeichen ihrer Würde. Damit gibt es in der römisch-katholischen Kirche insgesamt 165 Kardinäle.

21.3.1998

Papst Johannes Paul II. fordert bei seinem Besuch in Nigeria die dortige Militärregierung auf, die Menschenrechte einzuhalten.

19.6.1998

Salzburg: Angesichts der tiefen Krise der Katholischen Kirche in Österreich wegen des Falles Groer ruft Papst Johannes Paul II. bei einem Gottesdienst zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs die Menschen dazu auf, ihrem Glauben treu zu bleiben

30.6.1998

Vatikanstadt: In einem Apostolischen Schreiben verkündet Papst Johannes Paul II. Ergänzungen des Kirchenrechts, die u.a. von Theologen, Priestern und Bischöfen vor ihrem Amtsantritt zum Ablegen eines Treueeides verlangen.

11.10.1998

Rom: Papst Johannes Paul II. spricht die 1942 in Auschwitz ermordete katholisch-jüdische Ordensschwester Edith Stein heilig.

15.10.1998

Beirut: Papst Johannes Paul II. warnt in seiner 13. Enzyklika "Glaube und Vernunft" ("Fides et Ratio") vor einer ausschließlich weltlich ausgerichteten Wissenschaft. Fragen nach Sinn und Ethik dürften nicht vernachlässigt werden.

15.10.1998

Vatikanstadt: Papst Johannes Paul II. warnt in der 13. Enzyklika "Glaube und Vernunft" vor einer ausschließlich weltlich ausgerichteten Wissenschaft.

25.12.1998

Vatikanstadt: In seiner traditionellen Weihnachtsansprache ruft Papst Johannes Paul II. die Gläubigen in aller Welt dazu auf, für Gerechtigkeit und Frieden zu beten.

22.1.1999

Mexiko-Stadt: Papst Johannes Paul II. beginnt eine Visite in Nordamerika. Seine 85. Auslandsreise führt ihn für vier Tage nach Mexiko und anschließend für zwei Tage in die USA.

27.1.1999

St. Louis: Papst Johannes Paul II. ruft zum Abschluss seines zweitägigen USA-Besuchs die Amerikaner dazu auf, die Todesstrafe abzuschaffen. Diese Form der Strafe sei grausam und unnötig, sagt der Papst bei einer Messe vor rd. 100 000 Gläubigen in einem Football-Stadion im Bundesstaat Missouri.

9.3.1999

Erstmals seit der Revolution 1979 ist ein iranischer Staatspräsident in einem westlichen Land zu Besuch. Die dreitägige Visite von Präsident Mohammed Chatami gilt als entscheidender Schritt zur Eröffnung eines neuen Kapitels in den Beziehungen Teherans zur Europäischen Union. Chatami trifft am 11. März mit Papst Johannes Paul II. zusammen.

4.4.1999

Papst Johannes Paul II. fordert einen humanitären Korridor an der Grenze zum Kosovo, um den Kriegsflüchtlingen zu helfen. Bei seiner Osterbotschaft rief er die Regierung in Belgrad auf, einen solchen Korridor zuzulassen. Zugleich fordert das Oberhaupt der katholischen Kirche Frieden. Zum Abschluss der österlichen Feier erteilte Johannes Paul seinen traditionellen Segen "Urbi et Orbi der Stadt und dem Erdkreis".

2.5.1999

Papst Johannes Paul II. spricht in Rom den italienischen Kapuzinermönch Pater Pio selig.

7.5.1999

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem dreitägigen Besuch in Rumänien ein. Es ist der erste Besuch eines Papstes in einem Land mit mehrheitlich christlich-orthodoxer Bevölkerung seit fast 1000 Jahren.

17.6.1999

In einem Brief an die deutschen Bischöfe verlangt Papst Johannes Paul II. die Einstellung der kirchlichen Schwangerenberatung. Als Reaktion auf das Schreiben einigen sich die Bischöfe auf einen Kompromiss: Die Formulare der Schwangeren-Konfliktberatungsstellen der Kirche sollen durch eine Zusatzerklärung formell nicht mehr zu legalen Schwangerschaftsabbrüchen berechtigen.

17.6.1999

In Tschenstochau beendet Papst Johannes Paul II. seinen Besuch in Polen. Die am 5. Juni begonnene Reise war die siebte des Papstes in sein Heimatland seit seinem Amtsantritt 1978.

9.8.1999

Die Regierung in Peking untersagt Papst Johannes Paul II. die Einreise nach Hongkong, weil der Vatikan die Republik China (Taiwan) als unabhängigen Staat anerkennt. Der Papst wollte Hongkong im Rahmen seiner für den Herbst geplanten Asienreise besuchen.

5.11.1999

Begleitet von Protesten fundamentalistischer Hindus, trifft Papst Johannes Paul II. in Indien ein.

8.11.1999

Papst Johannes Paul II. fordert anlässlich seines zweitägigen Besuchs in der georgischen Hauptstadt Tiflis erneut ein Ende des Krieges in Tschetschenien. In der Kaukasus-Region müsse der Frieden gefestigt werden, um Eintracht und Zusammenarbeit zu fördern.

11.12.1999

Papst Johannes Paul II. weiht die Sixtinische Kapelle im Vatikan ein: Nach 20-Jähriger Arbeit sind Meisterwerke der berühmtesten Renaissance-Maler des 15. und 16. Jahrhunderts, darunter Gemälde von Michelangelo und Sandro Boticelli, dem Publikum wieder zugänglich.

24.12.1999

Papst Johannes Paul II. öffnet im Petersdom die Heilige Pforte und gibt damit den Auftakt zum Heiligen Jahr 2000.

8.1.2000

Stuttgart: Karl Lehmann, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, sagt in einem Rundfunkinterview, die Weltkirche brauche "einen starken Mann, der führt" an der Spitze. Lehmanns Äußerungen stoßen in Vatikan-Kreisen auf Kritik, weil Lehmann damit indirekt den Rücktritt von Papst Johannes Paul II. fordere.

18.1.2000

Rom: Papst Johannes Paul II. ruft bei einem ökumenischen Gottesdienst zur Versöhnung unter den Christen auf. Ungeachtet weiterhin bestehender Konflikte sollten sich Orthodoxe, Katholiken und Protestanten für die Einheit einsetzen. An der Feier in der Kirche St. Paul vor den Mauern nehmen hochrangige Vertreter 22 christlicher Kirchen teil.

24.2.2000

Kairo: Anlässlich des Heiligen Jahres 2000 bricht Papst Johannes Paul II. zu einer dreitägigen Reise nach Ägypten auf. Die 90. Auslandsreise des Papstes ist zugleich seine erste Pilgerreise zu den Ursprüngen der Christenheit. Höhepunkt ist der Besuch des Katharinenklosters am Berg Sinai am 26. Februar.

12.3.2000

Rom: Als erster Papst der Kirchengeschichte legt Johannes Paul II. ein umfassendes Schuldbekenntnis ("Mea Culpa") zu den Sünden der Kirche ab. Im Petersdom beklagt er die Verantwortung von Christen für Kirchenspaltungen und die Anwendung von Gewalt bei der Verkündigung des Evangeliums.

20.3.2000

Amman: Papst Johannes Paul II. beginnt eine einwöchige Pilgerfahrt durch das Heilige Land. Seine 91. Auslandsreise führt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche u.a. nach Bethlehem, Nazareth und Jerusalem.

26.3.2000

Jerusalem: Mit einem Besuch der Klagemauer und einem Gebet in der Grabeskirche beendet Papst Johannes Paul II. seine insgesamt siebentägige Pilgerfahrt durch das Heilige Land.

23.4.2000

Rom: Papst Johannes Paul II. ruft in seiner Osterbotschaft zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf. Die Völker und Nationen sollten alte und neue Rivalitäten überwinden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor mehreren 10 000 Menschen auf dem Petersplatz. Nach der Osterbotschaft spendet der Papst den traditionellen Segen "Urbi et Orbi".

5.5.2000

Homburg: Trotz Bedenken der Amtskirche eröffnet die katholische Laienorganisation Donum Vitae ihre bundesweit erste Konfliktberatungsstelle für Schwangere. Bis zu 150 solcher Beratungsstellen sollen in den kommenden anderthalb Jahren eingerichtet werden. Der Verein war 1999 nach dem Beschluss über den Ausstieg der katholischen Kirche aus dem staatlichen System der Konfliktberatung gegründet worden. Papst Johannes Paul II. lehnt die zur straffreien Abtreibung nötigen Beratungsscheine ab.

13.5.2000

Fatima: Papst Johannes Paul II. spricht im portugiesischen Wallfahrtsort die beiden Hirtenkinder Jacinta und Francisco Marto selig, denen 1917 die Muttergottes erschienen sein soll. Vor der Seligsprechung besucht der Papst deren heute 93-Jährige Nonne Lucia Dos Santos. Zugleich lüftet der Vatikan nach jahrzehntelangem Schweigen das sog. Dritte Geheimnis von Fatima. Kern der Prophezeiung sei das Attentat gewesen, das Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 schwer verletzt überlebt hatte.

18.5.2000

Rom: Zusammen mit fast 7000 Kardinälen, Bischöfen und Priestern aus aller Welt feiert Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz seinen 80. Geburtstag.

3.9.2000

Rom: Papst Johannes Paul II. spricht zwei seiner Vorgänger selig, neben dem populären Johannes XXIII. auch den umstrittenen Pius IX.

11.3.2001

Rom : Papst Johannes Paul II. spricht 233 Glaubensopfer des spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) selig. Die Märtyrer waren nach Angaben des Vatikans von Anarchokommunisten wegen ihres Glaubens getötet worden. Noch nie zuvor in der Kirchengeschichte wurde so viele Christen auf einmal selig gesprochen.

13.4.2001

Rom : Zum ersten Mal in seiner 22-jährigen Amtszeit nimmt Papst Johannes Paul II. wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nicht an der traditionellen Kreuzweg-Prozession beim Kolosseum teil. Nur zum Abschluss der Prozession trägt der gebrechlich wirkende Papst das Kreuz einige Meter auf den letzten beiden Stationen.

15.4.2001

Rom : In seiner traditionellen Osterbotschaft ruft Papst Johannes Paul II. zum Frieden in der Welt auf. Vor rd. 100 000 Gläubigen auf dem Petersplatz wünscht der Papst in 61 Sprachen Gläubigen in aller Welt ein frohes Osterfest.

4.5.2001

Athen : Papst Johannes Paul II. besucht erstmals Griechenland. Gegen die zweitägige Reise gab es schon im Vorfeld Proteste von Teilen der griechisch-orthodoxen Kirche. Dem Papst wird vorgeworfen, er wolle mit seinem Besuch unterstreichen, dass er sich als Oberhaupt aller Christen verstehe. Nur 1% der Griechen sind Katholiken. Der Papst bittet bei seinem Treffen mit dem orthodoxen Erzbischof Christodoulos um Vergebung für die Verbrechen von Katholiken an orthodoxen Christen und erinnert dabei an die Eroberung und Plünderung Konstantinopels im Jahre 1204, als abendländische Kreuzfahrer mehrere tausend orthodoxe Gläubige ermordet hatten.

6.5.2001

Damaskus : Als erster Papst betritt Johannes Paul II. eine Moschee. Das 80-jährige Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche besucht im Rahmen seines Syrien-Besuchs die Große Omajjaden-Moschee. In dem muslimischen Gotteshaus in Damaskus befindet sich eine Reliquie des Kopfes von Johannes dem Täufer. Der Papst war am Abend zuvor aus Griechenland kommend in Syrien eingetroffen und reist am 8. Mai nach Malta weiter.

24.6.2001

Kiew : Die Bemühungen von Papst Johannes Paul II. um Aussöhnung mit den orthodoxen Christen erleiden einen Rückschlag. Der Führer der größten Glaubensgemeinschaft in der Ukraine, der Metropolit der Moskau-orientierten Orthodoxen, kommt nicht zu einem interreligiösen Treffen mit dem Papst in Kiew. Jüdische, muslimische und andere orthodoxe Kirchenführer nehmen hingegen teil.

21.9.2001

Rom: Papst Johannes Paul II. beginnt seine 95. Auslandsreise, die ihn nach Kasachstan und Armenien führt.

9.1.2002

Rom: Der Vatikan will schärfer als bisher gegen den sexuellen Kindesmissbrauch durch katholische Priester vorgehen. Papst Johannes Paul II. weist alle Bischöfe in der Welt an, künftig alle Verdachtsfälle direkt dem Vatikan zu melden. Die innerkirchlichen Ermittlungen sollen zentral von der päpstlichen Glaubenskongretation unter ihrem Vorsitzenden Kardinal Joseph Ratzinger geführt werden, der auch genaue Richtlinien erarbeiten soll, wie die Diözesen mit Pädophilen unter Priestern und Ordensleuten verfahren sollen.

24.1.2002

Assisi : Zu einer weltweiten Koalition für Frieden und Versöhnung rufen Papst Johannes Paul II. und Vertreter von zwölf Weltreligionen auf. In Gebeten und kurzen Ansprachen fordern sie gerechtere internationale Strukturen und weisen zugleich jeden Versuch zurück, die Anwendung von Gewalt durch Religion zu rechtfertigen.

8.3.2002

Limburg: Als letztes katholisches Bistum muss nun auch Limburg aus der Schwangeren-Konfliktberatung aussteigen. Auf Anordnung von Papst Johannes Paul II. dürfen künftig keine Beratungsscheine mehr ausgestellt werden. Der Limburger Bischof Franz Kamphaus hatte bisher als einziger deutscher Bischof an der staatlichen Konfliktberatung festgehalten und weiter Bescheinigungen zur straffreien Schwangerschaftsunterbrechung ausstellen lassen. Die Bundesregierung, katholische Laien-Organisationen und die evangelische Kirche bedauern die Entscheidung.

23.3.2002

Rom: Papst Johannes Paul II. spricht sich gegen eine künstliche Verlängerung des Lebens von Todkranken aus. Der Einsatz extremer medizinischer Methoden um jeden Preis sei nicht nur zwecklos, sondern gegenüber dem Patienten auch respektlos, sagt der Papst bei einem Ärztekongress in der italienischen Hauptstadt.

29.3.2002

Rom: Wegen akuter Kniebeschwerden muss Papst Johannes Paul II. auf die Teilnahme an der traditionellen Kreuzweg-Prozession am Kolosseum verzichten. Statt dessen beobachtet er die Zeremonie von einem Sessel am Palatinshügel aus.

23.4.2002

Rom : Papst Johannes Paul II. kündigt harte Strafen gegen Priester an, die sich des sexuellen Kindesmissbrauchs schuldig gemacht haben. Auf einem Krisengespräch mit US-Kardinälen im Vatikan in Rom macht der Papst zugleich deutlich, dass das Zölibat - die Ehelosigkeit der Priester - nicht angetastet werden dürfe. Auslöser des Treffens ist eine Serie von sexuellen Missbrauchsfällen in den USA und Europa. Im Mittelpunkt des Skandals steht der Erzbischof von Boston, Bernard Law. Ihm wird angelastet, Fälle von Kindesmissbrauch vertuscht und die Priester gedeckt zu haben.

22.5.2002

Baku: Zu Beginn seiner ersten Auslandsreise nach acht Monaten ruft Papst Johannes Paul II. in Aserbaidschan eindringlich dazu auf, die Religion nicht für Hass und Gewalt zu missbrauchen. Auf der 96. Auslandsreise seines 1978 begonnenen Pontifikats besucht der Papst Aserbaidschan und Bulgarien.

16.6.2002

Rom: Vor Hunderttausenden von Menschen spricht Papst Johannes Paul II. während einer Messe den italienischen Kapuzinermönch Padre Pio (Francesco Forgione, 1887- 1968) heilig. Padre Pio wird in Italien seit Jahrzehnten verehrt, obwohl er zu Lebzeiten vom Vatikan besonders kritisch beurteilt wurde. Seiner Popularität tat dies jedoch keinen Abbruch. Padre Pio werden viele Wunder zugeschrieben. Es handelt sich um die größte Heiligsprechungs-Zeremonie, die Rom je erlebt hat.

30.7.2002

Guatemala-Stadt: Papst Johannes Paul II. spricht Pedro de San José Betancurt (1626-1667) heilig. Der Armenpriester ist der erste Heilige Mittelamerikas.

31.7.2002

Guadelupe: Papst Johannes Paul II. spricht bei Mexiko-Stadt zum ersten Mal in der Kirchengeschichte einen Indianer heilig. Juan Diego Cuauhtlatoatzin (1474-1548) soll die Jungfrau von Guadelupe erschienen sein.

1.8.2002

Mexiko-Stadt : Mit einem Gottesdienst beendet Papst Johannes Paul II. seine elftägige Amerikareise. Dabei spricht er in der Basilika der Jungfrau von Guadelupe die beiden Märtyrer Juan Bautista und Jacinto de Los Angeles selig, die im Jahr 1700 für ihren Glauben starben.

18.8.2002

Krakau: Eine Freiluftmesse ist der Höhepunkt der neunten Reise von Papst Johannes Paul II. nach Polen.

6.10.2002

Rom: Papst Johannes Paul II. spricht den Gründer der Priester- und Laienorganisation Opus Dei, Josemaría Escrivá de Balaguer, heilig.

14.11.2002

Rom: Als erster Papst spricht Johannes Paul II. vor dem Unterhaus des italienischen Parlaments. Er fordert die Italiener angesichts sinkender Geburtenrate auf, wieder mehr Kinder in die Welt zu setzen.

25.12.2002

Rom: Papst Johannes Paul II. ruft in seiner Weihnachtsbotschaft die Gläubigen aller Religionen auf, "den Frieden aufzurichten, insbesondere im Heiligen Land, um die sinnlose Spirale blinder Gewalt zu stoppen, und im Nahen Osten, um das unheilvolle Flackern eines Konfliktes, der mit dem Einsatz aller vermeidbar ist, auszulöschen".

13.1.2003

Rom: Papst Johannes Paul II. warnt beim diplomatischen Neujahrsempfang im Vatikan in ungewohnt deutlichen Worten vor einem Angriff auf Bagdad: "Krieg ist niemals ein unabwendbares Schicksal. Krieg bedeutet immer eine Niederlage für die Menschheit. "

17.4.2003

Rom: Einen Monat vor dem ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin erteilt Papst Johannes Paul II. in seiner 14. Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" dem Wunsch nach einem gemeinsamen Abendmahl von Katholiken und Protestanten eine scharfe Absage.

20.4.2003

Rom: In seiner Osterbotschaft betont Papst Johannes Paul II. die Notwendigkeit irakischer Selbstbestimmung und die Bedeutung der internationalen Gemeinschaft beim Wiederaufbau des Irak. An dem Gottesdienst auf dem Petersplatz in Rom nehmen etwa 100 000 Menschen teil. Anschließend spendet er den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis).

3.5.2003

Madrid: Umjubelt von gut einer halbe Million Menschen, vor allem Jugendlichen, tritt Papst Johannes Paul II. seine 99. Auslandsreise nach Spanien an. In Madrid spricht er am folgenden Tag fünf Ordensgeistliche heilig.

4.5.2003

Madrid: Bei einer Messe vor fast einer Million Menschen spricht der 82-Jährige Papst Johannes Paul II. in Madrid drei spanische Nonnen und zwei Priester heilig. Der Gottesdienst ist der Höhepunkt des zweitägigen Besuches des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche in Spanien, zugleich seine 99. Auslandsreise.

5.6.2003

Rijeka: Papst Johannes Paul II. trifft zu seiner 100. Auslandsreise in Kroatien ein. Weitere Stationen seines fünftägigen Besuches sind Dubrovnik, Zadar und Osijek.

6.6.2003

Dubrovnik: Vor zehntausenden Gläubigen spricht Papst Johannes Paul II. in der kroatischen Hafenstadt eine 1966 gestorbene kroatische Nonne selig.

7.6.2003

Osijek: Vor 200 000 Gläubigen in der kroatischen Stadt ruft Papst Johannes Paul II. Katholiken und orthodoxe Christen zur Versöhnung auf.

9.6.2003

Zadar: Mit einem Gottesdienst in der Adria-Stadt beendet Papst Johannes Paul II. seine Kroatien-Reise. Am Vortag war das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche mit dem kroatischen Ministerpräsidenten Ivica Racan zusammengetroffen.

22.6.2003

Banja Luka: In der Hochburg der Serben in Bosnien-Herzegowina bittet Papst Johannes Paul II. um Vergebung für die Verbrechen von Katholiken auf dem Balkan und ruft zugleich die Balkan-Völker zur Versöhnung nach den Kriegen in den 90er Jahren auf. Bei einer Messe im Kloster Petricevac spricht der Papst den 1928 gestorbenen katholischen Intellektuellen Ivan Merz selig.

16.10.2003

Rom: Aus Anlass seines 25-jährigen Amtsjubiläums zelebriert der schwer kranke Papst Johannes Paul II. gemeinsam mit 150 Kardinälen der Weltkirche und Pfarrern seiner Diözese Rom vor 100 000 Gläubigen auf dem Petersplatz die Messe.

19.10.2003

Rom: Papst Johannes Paul II. spricht in einer Messe vor etwa 300 000 Menschen auf dem Petersplatz die 1997 verstorbene Nonne Mutter Teresa selig.

6.3.2004

Bundespräsident Johannes Rau wird zum ersten Mal während seiner Amtszeit von Papst Johannes Paul II. zu einer Privataudienz empfangen.

24.3.2004

Papst Johannes Paul II. nimmt den außerordentlichen Aachener Karlspreis für seine Verdienste um die Einheit Europas entgegen.

9.4.2004

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen eröffnet Papst Johannes Paul II. in Rom die Feierlichkeiten zum Osterfest. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands empfängt der 83-Jährige die Gläubigen erstmals nicht im Beichtstuhl, sondern auf einer Art rollender Plattform.

11.4.2004

Papst Johannes Paul II. ruft in seiner Osterbotschaft zum weltweiten Einsatz gegen den Terrorismus auf.

5.6.2004

Papst Johannes Paul II. trifft zu einem Besuch in der Schweiz ein.

28.8.2004

Auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. gibt der Vatikan in Moskau eine wertvolle Ikone an die russisch-orthodoxe Kirche zurück.

3.10.2004

Im Rahmen einer Messe auf dem Petersplatz in Rom spricht Papst Johannes Paul II. Karl I., den 1922 verstorbenen letzten österreichischen Kaiser, und vier weitere Persönlichkeiten selig.

27.11.2004

Rom: Papst Johannes Paul II. gibt die Reliquien zweier Heiliger an die orthodoxe Kirche zurück, die während der Kreuzzüge im 13. Jh. in Konstantinopel (heute Istanbul) geraubt worden waren.

24.12.2004

Rom: Mit Fürbitten für Frieden und Wohlstand im Nahen Osten feiert Papst Johannes Paul II. die traditionelle Mitternachtsmesse im Petersdom in Rom.

1.2.2005

Rom: Papst Johannes Paul II. wird mit Atembeschwerden in ein Krankenhaus im Norden Roms gebracht. Wegen einer Grippeerkrankung hatte das 84-jährige Kirchenoberhaupt bereits alle Termine für die kommenden Tage absagen lassen.

24.2.2005

Rom: Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen muss Papst Johannes Paul II. wegen einer Kehlkopfentzündung ins Gemelli-Krankenhaus in Rom gebracht werden. Um ihm die Atmung zu erleichtern, nehmen die Ärzte einen Luftröhrenschnitt vor.

27.2.2005

Rom: Erstmals in 26 Amtsjahren muss Papst Johannes Paul II. krankheitsbedingt auf das traditionelle sonntägliche Mittagsgebet verzichten. Stattdessen spricht der Kuriengeistliche, Erzbischof Leonardo Sandri, das Gebet und den Angelus-Segen auf dem Petersplatz.

25.3.2005

Rom: Zur Enttäuschung tausender Pilger und Touristen beginnen die Osterfeierlichkeiten in Rom ohne den kranken Papst. Es ist das erste Mal in seinen 26 Amtsjahren, dass Johannes Paul II. die religiösen Feiern der Karwoche nicht leitet. Der Papst hat sechs Kardinäle ausgewählt, die an seiner Stelle die verschiedenen Zeremonien während der Osterfeiertage leiten.

27.3.2005

Rom: Mit der Geste des Kreuzes erteilt der schwer kranke Papst Johannes Paul II. von seinem Fenster im Apostolischen Palast aus den Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis). Der 84-Jährige zeigt sich zum Ende der Ostermesse den Gläubigen auf dem Petersplatz.

1.4.2005

Rom: Der Gesundheitszustand des todkranken Johannes Paul II. verschlechtert sich weiter dramatisch. Der Papst ringt nach einem septischen Schock und einem Herz-Kreislauf-Kollaps mit dem Tod.

2.4.2005

Rom: Papst Johannes Paul Il. stirbt im Alter von 84 Jahren um 21.37 Uhr nach langer Krankheit in seiner Wohnung im obersten Stock des Apostolischen Palastes in Rom. Er war der erste Slawe an der Spitze der römisch-katholischen Gläubigen und leitete seit seiner Wahl am 16. Oktober 1978 fast 27 Jahre lang die Geschicke der katholischen Weltkirche. Johannes Paul II. unternahm in seiner Amtszeit 104 Auslandsreisen und besuche als erster Papst auch islamische und buddhistische Staaten.

3.4.2005

Rom: Nach dem Tod von Johannes Paul II. beginnen im Vatikan die Trauerfeierlichkeiten. Kardinal Angelo Sodano feiert vor rd. 100 000 Gläubigen auf dem Petersplatz eine Totenmesse und ruft dazu auf, das Erbe des Papstes zu bewahren.

4.4.2005

Rom: Der Leichnam von Papst Johannes Paul II. wird in einer feierlichen Prozession vom Apostolischen Palast in den Petersdom überführt. Von den Abendstunden an haben die Gläubigen drei Tage lang Gelegenheit, von dem verstorbenen Papst Abschied zu nehmen.

8.4.2005

Rom: Staatsgäste aus 138 Ländern und etwa 300 000 Gläubige nehmen auf dem Petersplatz in Rom Abschied von Papst Johannes Paul II. Zelebriert wird die Messe von dem deutschen Kardinal Joseph Ratzinger, der auch das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers leiten wird.

13.4.2005

Rom: Das Grab von Papst Johannes Paul II. in den Grotten unter dem Petersdom in Rom wird für Besucher zugänglich gemacht. In der Krypta des Petersdoms ruhen insgesamt 62 Päpste.

19.4.2005

Rom: Am zweiten Tag des Konklaves wählen die 115 Kardinäle den 78-jährigen deutschen Kurienkardinal Joseph Ratzinger bereits im vierten Wahlgang an die Spitze der römisch-katholischen Kirche. Der 265. Papst der Kirchengeschichte nimmt den Namen Benedikt XVI. an. Er ist Nachfolger des am 2. April verstorbenen Papst Johannes Paul II., der die Kirche 26 Jahre lang geleitet hatte und der erste deutsche Pontifex seit Hadrian VI.

13.5.2005

Rom: Papst Benedikt XVI. will seinen Vorgänger Johannes Paul II. schneller selig gesprochen, als vom Kirchenrecht vorgesehen und setzt die sonst übliche fünfjährige Wartezeit nach dem Tod des Kandidaten außer Kraft. Außerdem ernennt der Papst den als konservativ geltenden Erzbischof von San Francisco, William Joseph Levada, zum neuen Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation ein.

12.1.2006

Istanbul: Fast 25 Jahre nach den Schüssen auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 wird der türkische Attentäter Mehmet Ali Agca vorzeitig aus der Haft entlassen. Seit Juni 2000 hatte Agca in der Türkei eine Haftstrafe wegen des Mordes an einem türkischen Journalisten verbüßt. Nachdem der Oberste Gerichtshof die Gerichtsentscheidung zur Haftentlassung wieder aufhebt, kommt Agca am 20. Januar erneut in Haft.

18.1.2010

Der türkische Papstattentäter Mehmet Ali Agca ist wieder frei. Er hatte Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 bei einer Audienz auf dem Petersplatz mit mehreren Schüssen lebensgefährlich verletzt. 2000 war Agca in Italien begnadigt worden und saß anschließend in der Türkei eine Haftstrafe wegen eines früheren Gewaltverbrechens ab.

1.5.2011

Papst Benedikt XVI. spricht bei einer Messe auf dem Petersplatz in Rom seinen Vorgänger Johannes Paul II. sechs Jahre nach dessen Tod selig.

27.4.2014

Die früheren Kirchenoberhäupter Johannes XXIII. und Johannes Paul II. werden in einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom heiliggesprochen.

4.7.2015

Castel Gandolfo/Italien: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird zum Ehrendoktor der Musikakademie Krakau und der Päpstlichen Universität Johannes Paul II. ernannt.