Alle Schlagzeilen und Ereignisse zu Karl Liebknecht (51)

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28.12.1904

In Berlin beginnt der erste Parteitag der preußischen Sozialdemokraten. Auf dem bis zum 31. Dezember dauernden Treffen ist die Vorgehensweise im Kampf gegen das preußische Dreiklassenwahlrecht heftig umstritten. Ein von Paul Löbe und Karl Liebknecht eingebrachter Antrag, nach dem die Partei mit Massendemonstrationen für das allgemeine und gleiche Wahlrecht kämpfen soll, wird von den Delegierten abgelehnt. Sie fürchten Zusammenstöße mit dem Militär und der Polizei.

12.2.1905

Karl Liebknecht (SPD) bezeichnet in einem Vortrag vor 2500 Zuhörern in Leipzig die Revolution in Russland als einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte.

12.10.1907

Das Reichsgericht in Leipzig verurteilt den Sozialdemokraten Karl Liebknecht wegen seiner Schrift "Militarismus und Antimilitarismus" zu eineinhalb Jahren Festungshaft.

21.1.1908

Die Berliner Anwaltskammer lehnt den Antrag des Reichsanwalts ab, den sozialistischen Rechtsanwalt Karl Liebknecht aus dem Anwaltsstand auszuschließen.

2.6.1909

Karl Liebknecht, Abgeordneter der Sozialdemokraten im preußischen Landtag, wird in Berlin aus dem Gefängnis entlassen.

22.3.1912

In einer Landtagsdebatte über den preußischen Kulturetat kritisiert der sozialdemokratische Abgeordnete Karl Liebknecht die politisch einseitige Tendenz des Lehrstoffes in den Volksschulen.

29.9.1912

Nach mehreren Protestversammlungen gegen die hohen Lebensmittelpreise kommt es in Berlin zu einer Demonstration in der Innenstadt. Dabei werden mehrere Teilnehmer vorübergehend festgenommen. Unter ihnen befindet sich auch der Sozialdemokrat Karl Liebknecht.

18.4.1913

Im deutschen Reichstag berichtet der sozialdemokratische Abgeordnete Karl Liebknecht von Versuchen der Firma Friedrich Krupp (Essen), Angehörige der deutschen Reichsarmee zu bestechen, um Informationen über das beim Militär verwendete Material zu erlangen. Der Bericht löst in der Öffentlichkeit heftige Diskussionen aus und führt zur Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission.

11.5.1914

Der sozialdemokratische Abgeordnete Karl Liebknecht kritisiert im deutschen Reichstag in Berlin die Kriegsvorbereitungen der deutschen Regierung. In diesem Zusammenhang weist er auf die treibende Rolle der Rüstungsindustrie hin. Der 42-Jährige Liebknecht, Sohn des bedeutenden Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht, zählt zum linken Flügel seiner Partei.

3.8.1914

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschließt in Berlin, den von der deutschen Regierung geforderten Kriegskrediten in Höhe von fünf Milliarden Mark auf der Reichstagssitzung am 4. August zuzustimmen. Eine Minderheit der Abgeordneten um Karl Liebknecht spricht sich allerdings gegen eine Unterstützung der deutschen Kriegspolitik aus.

10.9.1914

Mit einer an ausländische sozialistische Zeitungen versandten Erklärung dokumentierten vier bekannte deutsche Sozialdemokraten und -demokratinnen, darunter Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, ihre ablehnende Haltung zur Unterstützung der deutschen Kriegspolitik durch die Parteimehrheit.

18.9.1914

Unter Leitung von Karl Liebknecht findet in Stuttgart eine sog. Vertrauensleutekonferenz von SPD-Mitgliedern statt, die sich gegen die Kriegszielpolitik der Parteimehrheit richtet. Die innerparteiliche Opposition wird als sog. Gruppe Internationale bekannt.

12.10.1914

In einem Brief an ihren Parteifreund Karl Liebknecht weist die zum linken Flügel der deutschen Sozialdemokratie zählende Politikerin Rosa Luxemburg auf den weiter wachsenden Widerstand unter den SPD-Mitgliedern gegenüber der kriegsfreundlichen Haltung der Partei- und Fraktionsführung hin. Insbesondere rechte Sozialdemokraten stehen einer Integration der SPD in Staat und Gesellschaft des Deutschen Reiches positiv gegenüber.

30.10.1914

Mit einer in der schweizerischen Tageszeitung "Berner Tagwacht" erscheinenden Erklärung protestieren oppositionelle deutsche Sozialdemokraten gegen die kriegsfreundliche Politik der SPD-Führung. Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Franz Mehring und Clara Zetkin.

2.12.1914

Der deutsche Reichstag in Berlin bewilligt unter Zustimmung aller Parteien einen zweiten Kriegskredit in Höhe von fünf Milliarden Mark. Als einziger Abgeordneter lehnt der Sozialdemokrat Karl Liebknecht den Kriegskredit ab.

3.12.1914

In Berlin erteilt der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion dem zum pazifistischen Parteiflügel zählenden Karl Liebknecht wegen seines Abstimmungsverhaltens bei der Bewilligung der deutschen Kriegskredite am 2. Dezember eine offizielle Rüge.

2.2.1915

Der SPD-Reichstagsabgeordnete Karl Liebknecht wird von der sozialdemokratischen Fraktion wegen des Bruchs der Fraktionsdisziplin scharf kritisiert. Liebknecht hatte im Dezember 1914 als einziger Abgeordneter gegen die Kriegskredite gestimmt.

20.3.1915

Der Reichstag genehmigt den Etat und einen neuen Kriegskredit; gegen die Vorlage stimmen nur die beiden sozialdemokratischen Abgeordneten Karl Liebknecht und Otto Rühle. 30 SPD-Abgeordnete beteiligen sich nicht an der Abstimmung.

21.8.1915

Die SPD-Reichstagsfraktion erteilt ihrem Mitglied Karl Liebknecht eine Rüge, weil dieser ohne Zustimmung der Fraktion eine Anfrage an die Regierung gerichtet habe. In seiner Anfrage verlangte Liebknecht Auskunft darüber, ob die Regierung zur Aufnahme von Friedensverhandlungen bereit sei.

21.12.1915

Im Reichstag stimmen außer Karl Liebknecht und Otto Rühle erstmals 18 weitere SPD-Abgeordnete gegen den neuen Kriegskredit. Außerdem beteiligen sich 22 Sozialdemokraten nicht an der Abstimmung.

1.1.1916

Auf einer Geheimkonferenz in Berlin beschließt der Spartakus-Bund, eine Oppositionsgruppe innerhalb der SPD um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, Leitsätze für die politische Arbeit.

13.1.1916

Karl Liebknecht und Otto Rühle erklären ihren Austritt aus der SPD-Reichstagsfraktion.

16.3.1916

Im Preußischen Landtag wird dem SPD-Abgeordneten Karl Liebknecht das Wort entzogen. Liebknecht hatte u.a. erklärt: "Die Truppen müssen nicht nur in den Schützengräben kämpfen. Sie sollen die Waffen senken und sie gegen den gemeinsamen Feind richten!"

19.3.1916

Die Spartakusgruppe veranstaltet eine von 17 Delegierten besuchte Reichskonferenz in Berlin. Der Reichstagsabgeordnete Karl Liebknecht verlangt verstärkte Agitation unter Arbeitern, Frauen und Jugendlichen, um sie auf künftige Massenaktionen vorzubereiten.

8.4.1916

Eine Rede des Abgeordneten Karl Liebknecht gegen die Kriegspolitik führt im Reichstag zu Tumultszenen. Liebknecht wird das Wort entzogen.

24.4.1916

Unter Leitung von Karl Liebknecht tagt in Jena ein illegaler Jugendkongress. Die etwa 30 Teilnehmer beschließen einen Boykott der SPD-Zeitung "Arbeiterjugend" und den Aufbau einer eigenen Jugendorganisation.

1.5.1916

Auf dem Potsdamer Platz in Berlin demonstriert der Reichstagsabgeordnete Karl Liebknecht gegen den Krieg und wird verhaftet.

10.5.1916

Der Geschäftsordnungsausschuss des Deutschen Reichstages lehnt den von der SPD-Fraktion eingebrachten Antrag ab, eine Verurteilung des festgenommenen Abgeordneten Karl Liebknecht zunächst auszusetzen.

27.6.1916

Am Vorabend des Prozesses gegen Karl Liebknecht demonstrieren mehrere hundert Menschen auf dem Potsdamer Platz, die Polizei meldet 20 Festnahmen.

28.6.1916

Das Kommandanturgericht Berlin verurteilt Karl Liebknecht wegen versuchten Kriegsverrats, erschwerten Ungehorsams und Widerstand gegen die Staatsgewalt zu zwei Jahren, sechs Monaten und drei Tagen Zuchthaus und Entfernung aus dem Heer. Daraufhin kommt es in Berlin, Braunschweig und Bremen zu den ersten Massenstreiks während des Krieges, die jeweils nach kurzer Zeit beendet werden.

15.8.1916

Franz Mehring, zusammen mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg führendes Mitglied der Gruppe Internationale, wird in "Schutzhaft" genommen. Sie dauert bis zum 24. Dezember 1916.

23.8.1916

Das Oberkriegsgericht Berlin verurteilt Karl Liebknecht wegen seiner Anti-Kriegskundgebung am 1. Mai in der Berufungsverhandlung zu vier Jahren und einem Monat Zuchthaus, zur Entfernung aus dem Heer und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von sechs Jahren.

4.11.1916

Der Erste Senat des Reichsmilitärgerichts in Charlottenburg verwirft die Revision von Karl Liebknecht gegen das am 23. August ergangene Urteil.

20.3.1917

Für die deutschen Sozialdemokraten wird anstelle des bisherigen Abgeordneten Karl Liebknecht Franz Mehring in den preußischen Landtag gewählt.

8.4.1917

Vorsitzende der am Vortag gegründeten USPD werden Hugo Haase und Wilhelm Dittmann. Auch die Sozialisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg erklären ihren Parteibeitritt.

23.10.1918

Karl Liebknecht, Mitbegründer der USPD, wird nach fast zweieinhalb Jahren aus der Haft entlassen.

9.11.1918

Karl Liebknecht ruft in Berlin vor dem königlichen Schloss die Räterepublik aus.

8.12.1918

Massenkundgebungen der drei sozialistischen Parteien MSPD, USPD und Spartakusbund machen die Unterschiede zwischen ihnen deutlich. MSPD und USPD grenzen sich entschieden vom Spartakusbund ab. Der Führer des Spartakusbundes, Karl Liebknecht, beschuldigt Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann, an den konterrevolutionären Vorgängen des 6. Dezember beteiligt gewesen zu sein.

14.12.1918

Der Spartakusbund unter Führung Karl Liebknechts legt sein politisches Programm vor. Hauptforderung ist die Errichtung einer sozialistischen Räterepublik.

15.1.1919

Im KPD-Organ "Die Rote Fahne" erscheint der Artikel "Trotz alledem" von Karl Liebknecht.

15.1.1919

Die deutschen kommunistischen Politiker Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden nach ihrer Verhaftung in Berlin von Soldaten ermordet.

25.1.1919

Der ermordete deutsche Kommunistenführer Karl Liebknecht wird in Berlin beigesetzt.

14.5.1919

Im Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder der Spartakistenführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden in Berlin die Urteile verkündet.

4.1.1921

In Flensburg kommt es bei der Beisetzung des Kommunisten Paul Hoffmann, der bei einem Fluchtversuch von Polizisten erschossen wurde, zu schweren Zusammenstößen zwischen der Schutzpolizei und Demonstranten. Die Protestierenden erinnern an die Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs. Im Laufe der gewalttätigen Auseinandersetzungen werden zehn Demonstranten getötet und 20 weitere verletzt.

25.1.1921

Bei der Beratung des Justizetats im Reichstag in Berlin kritisiert der Abgeordnete Gustav Radbruch (SPD) die deutsche Justiz, die rechte und linke politische Straftaten ungleich beurteile. Er erinnert u.a. daran, dass die Morde an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht noch immer ungesühnt seien.

18.1.1925

Etwa 25 000 Menschen nehmen in Berlin an einer Demonstration der Kommunistischen Partei teil, die zum Gedenken der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg im Januar 1919 veranstaltet wird.

13.6.1926

Das von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Denkmal für die Opfer der Novemberrevolution und des Spartakusaufstands 1918/19 sowie der ermordeten Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wird auf dem Friedhof Friedrichsfelde in Berlin enthüllt. Die Einweihung findet am 11. Juli statt.

29.6.1926

Nach dem Ausschluss mehrerer Reichstagsabgeordneter aus der KPD haben sich in Berlin die Allgemeine Arbeiterunion, der Industrieverband für das Verkehrsgewerbe und die Opposition der Kommunistischen Partei Deutschlands zu einem neuen Spartakusbund zusammengeschlossen. Der Spartakusbund vereinigt die linkskommunistischen Organisationen und knüpft an das alte Spartakusprogramm von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht an.

27.4.1929

Josef Bernstein, verantwortlicher Redakteur des "Tagebuchs", wird in Berlin vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen. Reichsanwalt Wilhelm Jorns, der sich durch einen Artikel im "Tagebuch" beleidigt sah - ihm wurde darin vorgeworfen, er habe die Voruntersuchung gegen die Mörder von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verschleppt - hatte Strafantrag gegen Bornstein gestellt.

15.1.1933

In Berlin führt die KPD eine Kundgebung zu Ehren der 1919 ermordeten KPD-Führer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg durch. Die Hauptredner sind der Komintern-Vertreter Wilhelm Pieck und der Generalsekretär der französischen KP, Maurice Thorez.

17.1.1988

Am Rande der traditionellen Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin (Ost) werden rund 120 Regimegegner von der Staatssicherheit festgenommen. Einige der Verhafteten werden in die Bundesrepublik abgeschoben.