Schlagzeilen und Ereignisse zu Leo Kirch

20.4.1988

Die Erben des 1985 verstorbenen Verlegers Axel Springer kaufen von den Brüdern Burda 26,1% der Aktien des Springer-Konzerns. Im Kampf um Positionen im bundesdeutschen Medienmarkt hatte sich u.a. der Münchner Filmhändler Leo Kirch vergeblich um das Aktienpaket bemüht.

24.8.1989

Die Unternehmensgruppe des Münchener Filmgroßhändlers Leo Kirch übernimmt von der Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck den Deutschen Bücherbund. Kirch war bisher in der Film- und Fernsehbranche tätig. Er hofft mit Hilfe der 1,4 Mio. Mitglieder des Bücherbundes auf einen vermehrten Absatz von Videokassetten und Compact Discs und eine Erhöhung der Abonnentenzahlen des Pay-TV-Programms "Teleclub".

20.7.1995

Ein Konsortium, bestehend aus dem deutschen Medienunternehmer Leo Kirch, einem saudi-arabischen Prinzen und der niederländischen Nethold/Richmont-Gruppe, übernimmt 19,8% an dem Fernseh- und Werbekonzern Mediaset SpA des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

20.3.1999

Die Mediengruppe von Leo Kirch einigt sich nach monatelangen Verhandlungen mit der italienischen TV-Holding von Silvio Berlusconi auf die Gründung einer neuen europäischen Fernsehallianz. Zugleich erhält Kirch von Berlusconi und dem saudischen Milliardär Prinz Walid eine Finanzspritze in Milliardenhöhe. Der Kirch-Gruppe sollen durch den Einstieg der neuen Gesellschafter rd. 750 Mio DM zufließen.

14.4.1999

Das Bundeskartellamt billigt den Zusammenschluss des Pay-TV-Senders Premiere mit der Kirch-Gruppe. Der Medienunternehmer Leo Kirch hält künftig 95% an Premiere. Die übrigen 5% bleiben bei der Ufa.

6.12.1999

Der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch steigt ins deutsche Bezahlfernsehen ein. Für 2,9 Mrd. DM kauft seine Pay-TV-Gruppe British Sky Broadcasting Group (BSkyB) 24% der Münchener Pay-TV-Holding mit dem Abo-Sender Premiere World von Leo Kirch.

9.3.2000

Berlin: Altbundeskanzler Helmut Kohl will in Kürze 6,3 Mio. DM an die CDU überweisen, um den von ihm verursachten Schaden für die Partei wieder gut zu machen. Größter Einzelspender ist der Münchner Medienmogul Leo Kirch mit 1 Mio. DM; 700 000 Mark stammen aus Kohls Privatvermögen. Zu den weiteren Spendern gehören u.a. Prominente wie Michael Holm, Uschi Glas, Dieter Thomas Heck und Heiner Lauterbach. Die SPD wirft Kohl vor, er wolle sich mit Geld vom Gesetzesbruch freikaufen. Vorbehalte gibt es aber auch in seiner eigenen Partei.

30.1.2002

Hamburg: Der Axel Springer Verlag will seinen Anteil von 11,5% am Fernsehkonzern ProSieben/SAT.1 an die hoch verschuldete Münchner KirchGruppe verkaufen. Springer-Chef Mathias Döpfner will für seine Beteiligung rund 770 Mio. Euro von der KirchGruppe. Die Forderung löst eine schwere Finanzkrise der KirchGruppe aus. Firmenchef Leo Kirch erklärt die Verkaufsoption für unwirksam. Am 4. Februar stellt Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer öffentlich die Kreditwürdigkeit der KirchGruppe in Frage.

12.2.2002

München: Durch Pressemeldungen wird bekannt, dass die bayerische HypoVereinsbank dem hoch verschuldeten Medienunternehmer Leo Kirch 1,1 Mrd. Euro für seine 40prozentige Beteiligung am Axel Springer Verlag anbietet. Damit verschafft das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut Kirch vorerst wieder finanziell Luft. Kirch hat die Aktien am größten deutschen Zeitungsverlag für einen 700 Mio. Euro-Kredit an die Deutsche Bank verpfändet. Die Anteile können aber nur mit Zustimmung der Mehrheitsaktionärin Friede Springer weiterverkauft werden.

8.4.2002

München: Die KirchGruppe des Münchener Medienunternehmers Leo Kirch stellt beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag für ihr Kerngeschäft KirchMedia. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt das Gericht den Anwalt Michael Jaffé. Zum Bereich KirchMedia zählt neben dem Filmrechtehandel das Geschäft mit Sportrechten sowie die Filmproduktionsgesellschaft Taurus. Zudem hält KirchMedia 52,5% an dem börsennotierten TV-Konzern ProSiebenSat.1. Das Unternehmen beschäftigt zur Zeit 5500 Mitarbeiter, in der gesamten KirchGruppe sind es knapp 10 000 Beschäftigte. Die KirchGruppe ist mit über als 6,5 Mrd. Euro verschuldet, u.a. mit mehr als 2 Mrd. Euro bei der halbstaatlichen Bayerischen Landesbank. Bei der Insolvenz von KirchMedia handelt es sich um die größte Firmenpleite in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die TV-Rechte für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 wurden von KirchMedia zuvor auf die in der Schweiz ansässige, von der Insolvenz nicht betroffene KirchSport übertragen.

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