Alle Schlagzeilen und Ereignisse zu Otto Grotewohl (56)

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15.6.1945

In Berlin konstituiert sich die Parteiführung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in der sowjetischen Zone; Vorsitzender wird Otto Grotewohl.

14.9.1945

Der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands der Sowjetzone, Otto Grotewohl, spricht sich in einer Rede in Berlin für eine organisatorische Vereinigung der Sozialdemokraten mit der Kommunistischen Partei Deutschlands aus; er meldet jedoch gleichzeitig einen politischen Führungsanspruch seiner Partei an.

11.11.1945

Aus Anlass der Feierlichkeiten zur Erinnerung an die Novemberrevolution in Deutschland 1918 kritisiert der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei der sowjetischen Zone, Otto Grotewohl, die Zustände im sowjetischen Besatzungsgebiet und bekräftigt außerdem den politischen Führungsanspruch der Sozialdemokraten. Diese Rede darf auf Anordnung der sowjetischen Militärverwaltung nicht veröffentlicht werden.

3.1.1946

Im sowjetischen Sektor Berlins wird der 70. Geburtstag des Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in der Sowjetzone, Wilhelm Pieck, in feierlichem Rahmen begangen. Aus diesem Anlass bietet der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in der sowjetischen Besatzungszone, Otto Grotewohl, die Vereinigung seiner Partei mit der KPD an.

30.1.1946

Der Oberste Chef der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland, Marschall Georgi K. Schukow, drängt den Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in der sowjetischen Besatzungszone, Otto Grotewohl, zur sofortigen Vereinigung von SPD und Kommunistischer Partei Deutschlands.

21.6.1946

In einem Grundsatzartikel, der in der "Täglichen Rundschau", dem Organ der sowjetischen Militärverwaltung, veröffentlicht wird, spricht sich der Vorsitzende der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Otto Grotewohl, für die Einheit Deutschlands aus.

22.10.1948

In Berlin beginnt unter dem Vorsitz von Otto Grotewohl (SED) die fünfte Sitzung des Deutschen Volksrates, die sich mit einem Verfassungsentwurf für eine "Deutsche Demokratische Republik" befasst.

22.11.1948

Nach seiner Rückkehr von den Feierlichkeiten zum Jahrestag der russischen Oktoberrevolution in Moskau, erklärt der Vorsitzende der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Otto Grotewohl, der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow habe ihm zugesichert, Deutschland werde auf der Grundlage der Potsdamer Beschlüsse vom August 1945 einen Friedensvertrag erhalten.

24.1.1949

Der Vorstand der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) beschließt die Bildung eines Politbüros, das die einheitliche Führung der Partei gewährleisten soll. Ihm gehören neben Wilhelm Pieck, Franz Dahlem, Walter Ulbricht und Paul Merker auch die früheren Sozialdemokraten Otto Grotewohl, Friedrich Ebert und Helmut Lehmann an.

29.1.1949

Nach fünftägiger Dauer geht in Berlin der erste Parteikongress der SED zu Ende, an dem auch der Leiter der Informationsabteilung der Sowjetischen Militäradministration (SMAD), Oberst Sergei I. Tulpanow, teilgenommen hat. Aufgabe des Kongresses war es nach den Worten von Parteichef Otto Grotewohl, eine "Partei neuen Typs" zu schaffen, die weitgehend der Struktur anderer kommunistischer Parteien in den osteuropäischen Staaten angepaßt werden soll.

12.10.1949

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl (SED) stellt der Provisorischen Volkskammer sein Kabinett vor.

4.1.1950

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl tritt einen mehrwöchigen Erholungsurlaub in der Sowjetunion an. Im Laufe des Frühjahrs begeben sich weitere hohe DDR-Politiker, darunter Staatspräsident Wilhelm Pieck und der stellvertretende Ministerpräsident Walter Ulbricht, zu Kuraufenthalten in die UdSSR. Es wird vermutet, dass sie dort einmal mehr auf die ideologische Linie Moskaus eingeschworen werden sollen.

29.8.1950

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl ruft die Bundesbürger dazu auf, britische und US-amerikanische Produkte zu boykottieren, die auch in Deutschland hergestellt werden könnten.

7.10.1950

In einer Rede zum Jahrestag der DDR-Gründung lehnt Ministerpräsident Otto Grotewohl gesamtdeutsche Wahlen und die Wiederherstellung der deutschen Einheit unter dem Besatzungsstatut der Westmächte von 1949 ab.

15.11.1950

Die am 15. Oktober gewählte DDR-Volkskammer bestätigt einstimmig Otto Grotewohl (SED) im Amt des Ministerpräsidenten. Dem Kabinett gehören die bisherigen Regierungsmitglieder mit Ausnahme des umstrittenen CDU-Politikers Hermann Kastner und des Landwirtschaftsministers Ernst Goldenbaum (Demokratische Bauernpartei) an.

30.11.1950

In einem Brief an Bundeskanzler Konrad Adenauer regt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl die Aufnahme von Gesprächen über eine Wiederherstellung der deutschen Einheit an.

30.12.1950

Der Vorsitzende der DDR-Volkskammer, Johannes Dieckmann, fordert Bundestagspräsident Hermann Ehlers in einem Schreiben auf, mit ihm Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands aufzunehmen. Am 30. November hat sich bereits der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl, mit einem ähnlichen Vorschlag an Bundeskanzler Konrad Adenauer gewandt.

15.1.1951

Bundeskanzler Konrad Adenauer lehnt kategorisch die Vorschläge von DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl zur Bildung eines "Gesamtdeutschen Konstituierenden Rates" ab. Er präzisiert seinerseits Bedingungen für gesamtdeutsche Gespräche, wie die Garantie der persönlichen Freiheit und Sicherheit in der DDR.

30.1.1951

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl gibt eine Regierungserklärung zur Bildung eines "Gesamtdeutschen Konstituierenden Rates" ab. Die Volkskammer unterstützt ihn und fordert den Bundestag auf, an einer gesamtdeutschen Verständigung mitzuwirken.

16.2.1951

Der stellvertretende Ministerpräsident der DDR und Generalsekretär der SED Walter Ulbricht bezeichnet einen Sturz Konrad Adenauers als Voraussetzung für Einheit und Frieden. Der Bundeskanzler habe "kurzsichtig und dumm" auf die Verständigungsvorschläge von DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl zur Konstituierung eines gesamtdeutschen Rates reagiert.

15.9.1951

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl fordert erneut freie Wahlen für Gesamtdeutschland und die Bildung eines gesamtdeutschen konstituierenden Rates. Als Konzession verzichtet er - gegenüber früheren Vorschlägen - auf eine paritätische Zusammensetzung.

19.11.1951

Bischof Otto Dibelius, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, ist bei DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl zu Gast. Er betont den dringenden Wunsch der Evangelischen Kirche nach einer schnellen Verständigung in Fragen der deutschen Einheit.

8.12.1952

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl muss akute Versorgungsmängel eingestehen, die zum Teil sogar Grundnahrungsmittel betreffen. Der Minister für Handel und Versorgung, Karl Hamann, sowie ein Staatssekretär werden deshalb entlassen.

26.2.1953

In Leipzig beginnt ein bis zum 28. Februar dauernder Kongress der werktätigen Bauern. Dabei kündigt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl die Bildung weiterer Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften an, zu denen sich die bäuerlichen Betriebe in der DDR zusammenschließen müssen.

1.3.1953

Auf der in Dresden eröffneten Dritten Deutschen Kunstausstellung (bis 25. 5.) wird ein Querschnitt des sozialistischen Realismus gezeigt, der in der offiziellen Kunst der DDR vorherrscht. Ministerpräsident Otto Grotewohl ruft die Künstler auf, "diszipliniert und exakt ihre künstlerischen Aufgaben zu erfüllen".

20.5.1953

Auf einer gemeinsamen Sitzung von Volks- und Länderkammer schlägt DDR-Regierungschef Otto Grotewohl die Bildung einer gesamtdeutschen Regierung und die anschließende Abhaltung freier Wahlen vor.

10.6.1953

Die DDR-Regierung unter Ministerpräsident Otto Grotewohl und Vertreter der evangelischen Kirche verständigen sich über eine Beendigung ihres Konflikts. Die Regierung erklärt sich bereit, das kirchliche Leben zu respektieren, die Kirche sichert zu, keinen Einfluss auf die Politik zu nehmen.

26.2.1954

Auf dem vierten Bauerntag in Görlitz in der DDR verspricht DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl staatliche Förderung auch für Bauern, die keiner landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft angeschlossen sind.

19.11.1954

In Berlin (Ost) stellt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl sein neues Kabinett vor, in dem DDR-Innenminister Willi Stoph das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten einnimmt.

19.2.1955

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl fordert auf einer Großkundgebung in Berlin (Ost) die Bundesregierung auf, gemeinsam mit der DDR von den vier Großmächten die Aufnahme von Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands aufzunehmen.

1.7.1955

Zum Nachfolger des zurückgetretenen Innenministers der DDR, Willi Stoph, ernennt Ministerpräsident Otto Grotewohl in Berlin (Ost) den bisherigen Chef der Deutschen Volkspolizei, Karl Maron.

12.8.1955

Der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl (SED), gibt vor der Volkskammer in Berlin (Ost) eine Regierungserklärung ab, in der er der Bonner Bundesregierung Verhandlungen über den Abbau der Spannungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik anbietet. Grundlage sei die Anerkennung der Existenz zweier deutscher Staaten durch die Bundesregierung.

17.9.1955

Eine Regierungsdelegation der DDR unter der Leitung von Ministerpräsident Otto Grotewohl reist zu viertägigen Verhandlungen mit der sowjetischen Regierung nach Moskau.

20.9.1955

In Moskau unterzeichnen der Vorsitzende des sowjetischen Ministerrates, Nikolai A. Bulganin, und der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl, den "Vertrag über die Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken". Mit diesem Vertrag gewährt die UdSSR der DDR die staatliche Souveränität.

3.12.1955

In Berlin (Ost) wählt der Ministerrat der DDR den Ersten Sekretär des ZK der SED, Walter Ulbricht, zum neuen Ersten Stellvertreter des DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl.

25.12.1955

In Peking unterzeichnen die Ministerpräsidenten Chinas (Zhou Enlai) und der DDR (Otto Grotewohl) einen Freundschaftsvertrag.

30.12.1955

Eine Regierungsdelegation der DDR unter Leitung von Ministerpräsident Otto Grotewohl beendet ihre am 5. Dezember begonnene Asienreise. Dabei wurde am 25. Dezember in Peking ein Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China unterzeichnet.

21.4.1956

In der Ostberliner Humboldt-Universität erklärt der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl, die SED sei bereit, "gewisse Fehlerquellen" zu beseitigen. So sei der gefährliche Personenkult bereits erfolgreich bekämpft worden, die kollektive Führung der Partei gesichert.

1.5.1956

Walter Ulbricht, Parteichef der SED, und Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, bieten in einem Schreiben an die SPD die Freilassung der in der DDR inhaftierten Sozialdemokraten an. Im Gegenzug soll das Ostbüro der SPD seine Tätigkeit einstellen.

4.5.1956

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl schlägt Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem saarländischen Ministerpräsidenten Hubert Ney gemeinsame Beratungen über die Zukunft des Saarlandes vor. Grotewohl betont, dass die DDR keine Beschlüsse in der Saarfrage anerkennen werde, die ohne ihre Mitwirkung getroffen werden.

29.5.1956

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl beschuldigt in einer Regierungserklärung vor der Volkskammer in Berlin (Ost) die Bundesregierung der "verbrecherischen Wühlarbeit" gegen die DDR. Zur Entspannung im innerdeutschen Verhältnis fordert Grotewohl die Bundesregierung auf, von der allgemeinen Wehrpflicht Abstand zu nehmen.

11.9.1956

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl beendet einen Staatsbesuch in der CSSR. Zum Abschluss der sechstägigen Konsultationen unterzeichnen Grotewohl und sein tschechoslowakischer Amtskollege Viliam Siroky eine Reihe von Wirtschafts- und Kulturabkommen.

7.1.1957

In Moskau beendet die Regierungsdelegation der DDR unter Führung von Ministerpräsident Otto Grotewohl ihre viertägigen Verhandlungen mit der sowjetischen Regierung. Vereinbart wurden ein Truppenstationierungsabkommen, das den Status der Sowjet-Truppen in der DDR regelt, ein Handelsvertrag, der Berlin (Ost) Käufe im Westen erleichtern soll, sowie die völlige Lufthoheit der DDR.

17.7.1957

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl und seine Frau helfen Genossenschaftsbauern in Waltersdorf (Kreis Königswusterhausen) bei der Maispflege und jäten Unkraut. Etwa 100 Mitarbeiter verschiedener Regierungsstellen haben sich ebenfalls für den Arbeitseinsatz gemeldet.

27.7.1957

Als ersten Schritt zur Wiedervereinigung schlägt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl die Bildung einer gesamtdeutschen Föderation vor. Dadurch werde jedes Herrschaftsverhältnis des einen über den anderen deutschen Staat ausgeschlossen.

22.1.1958

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl schlägt einen Volksentscheid in beiden deutschen Staaten über die Einbeziehung in eine atomwaffenfreie Zone vor.

22.3.1958

Auf einer Kundgebung in Suhl kündigt DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl Gegenmaßnahmen der Warschauer-Pakt-Staaten für den Fall an, dass die Bundeswehr mit Atomwaffen ausgerüstet wird.

14.9.1958

In Anwesenheit von DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl und SED-Parteichef Walter Ulbricht wird beim ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald in der Nähe Weimars eine Gedenkstätte eröffnet.

28.11.1958

In Reaktion auf das sowjetische Ultimatum vom Vortag betont DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl erneut, dass ganz Berlin auf dem Territorium der DDR liege und Hauptstadt der DDR sei. - In derselben Frage erklärt das britische Außenministerium, die internationalen Abkommen über Deutschland und Berlin könnten nicht einseitig widerrufen werden.

3.12.1958

Auf ihrer konstituierenden Sitzung wählt die DDR-Volkskammer Johannes Dieckmann erneut zu ihrem Präsidenten. - Am 8. Dezember wird auch die Regierung unter Ministerpräsident Otto Grotewohl in ihrem Amt bestätigt.

4.1.1959

Der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl (SED), trifft in Ägypten ein. Anlässlich dieses Besuches wird die Einrichtung eines DDR-Generalkonsulats in Kairo beschlossen.

27.1.1959

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl hält sich zu einem Besuch in China auf und trifft mit Staats- und Parteichef Mao Zedong zusammen.

29.3.1959

Vor Kulturfunktionären in Berlin (Ost) wendet sich Otto Grotewohl Ministerpräsident der DDR gegen angebliche Versuche der Kirche, eine "fortschrittliche Entwicklung der Jugend" zu verhindern.

29.4.1959

In einem offenen Brief an DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl protestiert der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Otto Dibelius, gegen die staatliche Propagierung des Atheismus in der DDR.

29.10.1959

Der Erste Sekretär der SED, Walter Ulbricht, lädt in Berlin (Ost) Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) zu einem Besuch in die DDR ein. Zur gleichen Zeit solle Ministerpräsident Otto Grotewohl (SED) die Bundesrepublik besuchen. Von der Bundesregierung wird diese Einladung als kommunistisches Propagandamanöver zurückgewiesen.

21.9.1964

Der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl, stirbt in Berlin (Ost) an den Folgen eines Schlaganfalls. Sein bisheriger Stellvertreter, Willi Stoph, wird am 24. September sein Nachfolger.