Rückblick 1919 – Republik konstituiert sich

Rückblick 1919 – Republik konstituiert sich
William Orpen: The Signing of Peace in the Hall of Mirrors. Die Unterzeichnung des Versailler Vertrages am 28. Juni 1919 - William Orpen [Public domain]

+++ VOR 100 JAHREN +++

1919 wird mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags der Erste Weltkrieg offiziell beendet. Das erste demokratisch gewählte Parlament tritt in Weimar zusammen. Linke Aufstände scheitern ebenso wie Räterepubliken.

Nationalversammlung:

In Weimar tritt am 6. Februar die Verfassunggebende Nationalversammlung zusammen, das erste demokratisch gewählte deutsche Parlament, in dem auch Frauen vertreten sind. Die Wahl am 19. Januar endete mit einem Sieg der bürgerlichen Parteien. Die Nationalversammlung, die am 11. Februar Friedrich Ebert (MSPD) zum ersten deutschen Reichspräsidenten wählt, tagt wegen der Unruhen nicht in Berlin. Ebert beruft am 13. Februar die erste parlamentarische Reichsregierung unter Ministerpräsident Philipp Scheidemann (MSPD). Der Staatenausschuss, die Vertretung der Länder, beschließt am 18. Februar die Farben Schwarz-Rot-Gold als deutsche Nationalfarben einzuführen. Am 31. Juli nimmt die Nationalversammlung die Reichsverfassung an.

Spartakusaufstand:

Die Amtsenthebung des Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn (USPD), dem die Begünstigung spartakistischer Umtriebe vorgeworfen wird, ist Auslöser für den Spartakusaufstand. Ein Revolutionsrat erklärt die noch provisorische deutsche Regierung für abgesetzt und verkündet die Übernahme der Regierungsgeschäfte. Spartakisten halten die zentralen Punkte Berlins besetzt. Ab dem 8. Januar beginnen Regierungstruppen und Freikorps mit der Rückeroberung der Hauptstadt. Nach der Erstürmung des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz bricht der Aufstand zusammen. Die Spartakistenführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden ermordet (15.1.1919). Kommunistische Unruhen erschüttern auch in der Folgezeit die Hauptstadt.

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Zeitungen zum 06.02.1919

Münchener Räte:

Am 21. Februar wird der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD) ermordet. Im weiteren Verlauf besetzen u.a. Kommunisten Münchener Zeitungshäuser, es kommt – nach der Revolution von 1918 – zur sog. Zweiten Revolution. Im April wird die Räterepublik proklamiert. Regierungstruppen und Freikorps besetzen am 2. Mai München.

Dolchstoßlegende:

Vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Berlin, der die Friedensmöglichkeiten während des Weltkriegs ausloten soll, stellt der deutsche Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg die umstrittene These auf, die deutsche Armee sei nicht besiegt, sondern von hinten »erdolcht« worden. Das Militär sei ab 1916 von revolutionären Bestrebungen heimlich zersetzt worden.