Rückblick 1939 – Zerschlagung der Rest-Tschechei

Rückblick 1939 – Zerschlagung der Rest-Tschechei
Adolf Hitler auf der Prager Burg (15. März 1939) - Bundesarchiv, Bild 183-2004-1202-505 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de]

+++ VOR 80 JAHREN +++

Mit dem Einmarsch in das Nachbarland Polen gibt Adolf Hitler das Signal zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Zum zweiten Mal in diesem Jahrhundert geht von deutschem Boden ein Weltkrieg aus.

Zerschlagung der Rest-Tschechei:

Die Zerschlagung der Tschechoslowakei war eine militärische Operation, bei der deutsche Truppen am 15./16. März 1939 das restliche Staatsgebiet der Tschecho-Slowakischen Republik besetzten. Im Sprachgebrauch der NS-Propaganda wurde dieser Akt als „Zerschlagung der Rest-Tschechei“, Griff nach Prag oder Erledigung der Rest-Tschechei bezeichnet. Nachdem auf Druck Adolf Hitlers am 14. März die Abspaltung und Selbständigkeit der ersten Slowakischen Republik erfolgt war, wurde unmittelbar nach dem Einmarsch das Protektorat Böhmen und Mähren errichtet und dort eine deutsche Gerichtsbarkeit geschaffen.

Neue Grenzen:

Die gewaltsame Annexions- und Eroberungspolitik Hitlers vergrößert das Territorium des Deutschen Reiches mit Österreich um das Sudeten- und Memelland (15.3.1939) sowie die nach Kriegsausbruch (1.9.1939) annektierten polnischen Gebiete. Ende 1939 leben auf 679 653 km 89.858 Mio. Menschen. Im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren leben zusätzlich 7,3 Mio., im Generalgouvernement Polen 11,4 Mio. Personen. Im alten Reichsgebiet von 1937 hatten auf 470 714 km 69,314 Mio. Menschen gewohnt. Propagandistisch begründet Hitler den Krieg mit der Notwendigkeit der Schaffung von »Lebensraum im Osten«.

Attentat:

Kurz nachdem Adolf Hitler am 8. November eine Feier im Münchener Bürgerbräukeller verlassen hat, explodiert eine Bombe. Die Decke des Saales bricht ein und stürzt herab. Der Anschlag fordert sieben Tote und 63 Verletzte, von denen einer am 13. November stirbt. Als Attentäter wird noch am selben Abend in Konstanz der Schreinergeselle Johann Georg Elser verhaftet. Er hatte versucht, in die Schweiz zu fliehen. In rd. 35 Nächten hatte der Einzeltäter eine selbstkonstruierte Zeitbombe in den Pfeiler hinter Hitlers Rednerpult eingebaut.

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Zeitungen zum 15.03.1939

Euthanasieprogramm:

Ein Ende Oktober verfasstes und auf den Tag des Kriegsbeginns zurückdatiertes Ermächtigungsschreiben Hitlers leitet den organisierten Massenmord an Behinderten und angeblich unheilbar Kranken ein. Mit der Durchführung wird die Kanzlei des Führers unter Leitung von NS-Reichsleiter Philipp Bouhler beauftragt. Betroffen sind Patienten von Heil- und Pflegeanstalten, die u.a. an Schizophrenie, Epilepsie, senilen Erkrankungen, Syphilis, Schwachsinn sowie Gehirnhautentzündung und Veitstanz leiden. Während Kinder vor allem durch Tabletten umgebracht werden, sterben Erwachsene an Gas.

Düsenjäger:

Heinkel He 178, Bei der He 178 handelte es sich um ein sehr kleines Flugzeug. By Heinkel (U.S. Air Force photo no. 050602-F-1234P-002 [1]) [Public domain], via Wikimedia Commons

Heinkel He 178, Bei der He 178 handelte es sich um ein sehr kleines Flugzeug. By Heinkel (U.S. Air Force photo no. 050602-F-1234P-002 [1]) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Pilot Erich Warsitz startet am 27. August bei Rostock das erste Strahlturbinenflugzeug, die Heinkel He 178, zum Probeflug. Das von einem mit Benzin betriebenen Strahltriebwerk angetriebene erste Raketenflugzeug der Welt erreicht eine Geschwindigkeit von 700 km/h. Der Bau von Düsenjägern wird in der Folge von der politischen Führung im Deutschen Reich vernachlässigt, da sie verstärkt auf kurzfristig verfügbare Waffensysteme setzt.

Schalke Meister:

Mit einem 9:0 über Admira Wien gewinnt der FC Schalke 04 am 18. Juni im Berliner Olympia-Stadion seine vierte deutsche Meisterschaft. Überragender Mann ist Mittelstürmer »Kallie« Kalwitzki, der fünf Tore schießt. Das spielerische Erfolgsrezept der Königsblauen aus dem Kohlenpott ist der sog. Schalker Kreisel, das schnelle und präzise Flachpassspiel.

Überragende Cranz: Bei den Ski-Weltmeisterschaften im polnischen Zakopane, die am 19. Februar zu Ende gehen, gewinnt die 24-jährige Chistl Cranz aus Freiburg alle drei alpinen Damenwettbewerbe. Die überragende Skiläuferin der 30er-Jahre ist damit seit 1934 zwölfmal Weltmeisterin geworden.