Das Auto erobert die Straßen – mit Benzin, Strom und Dampf

Das Auto erobert die Straßen – mit Benzin, Strom und Dampf
New York, 5th Avenue am Ostersonntag 1900, See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Auto und Verkehr 1900:

Während es 1897 nur drei Motorwagenfabriken gab, werden im Jahr 1900 in Deutschland etwa 100 Unternehmen gegründet, die sich mit dem Bau von Automobilen befassen. Als privates wie als öffentliches Verkehrsmittel gewinnen die Elektro-, Benzin- und Dampfwagen immer mehr an Bedeutung.

Die meisten Wagen sind benzingetrieben. Sie können den Kraftstoff mit sich führen, während der elektrische Wagen die Energie einer fremden Quelle entnehmen und in Akkumulatoren mit geringer Kapazität speichern muss. Der Gebrauch des elektrischen Wagens ist daher mehr auf die Stadt beschränkt. Benzinwagen hingegen werden im Fernverkehr auf Landstraßen und im schweren Güterverkehr eingesetzt. Für sehr schwere Lasten gilt der Dampfwagen, der sich vor allem in Frankreich bewährt hat, als besonders geeignet. Die Grenzen für den Anwendungsbereich sind jedoch fließend und können durch eine der zahlreichen Erfindungen jederzeit verschoben werden.

Die Firma Benz in Mannheim legt bei ihren neuesten Modellen – Charette, Ideal, Spider und Tonneau – besonderen Wert auf die Ausstattung. Die kleineren Wagen sind mit Einzylindermotoren von 3 bis 6 PS, die größeren mit Zweizylindermotoren von 5 bis 14 PS ausgestattet. Die Spitzengeschwindigkeit von kleinen und Tourenwagen liegt bei 24 bzw. 40 km/h, von zweisitzigen 14-PS-Rennwagen bei 60 bis 70 km/h. Die Firma Daimler in Cannstatt hat sich auf den Bau von Lastwagen und Omnibussen spezialisiert. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Sportveranstaltungen mit Motorwagen. Autorennen finden vor allem im Deutschen Reich, in Frankreich und in Großbritannien sowie in Italien statt.