Protest gegen Schulaufsicht durch die Geistlichkeit

Bildung 1907:

Immer stärkerem Protest bei Lehrern, Eltern und Parlamentariern sieht sich die preußische Regierung wegen der »geistlichen Schulaufsicht« ausgesetzt. Während die Kirche die Aufsicht über die Universitäten und höheren Schulen verloren hat, übt sie diese weiterhin über die Volksschulen aus. Gefordert wird nun die Einführung der »fachmännischen« Schulaufsicht anstelle der geistlichen.

So bezeichnen es die Liberalen als »eine Abnormität, daß die Schulaufsicht grundsätzlich in den Händen der Geistlichen liege, obwohl seit Pestalozzi eine eigene Wissenschaft der Schule und Erziehung« existiere. Die deutschkonservativen Politiker halten ebenso wie das Kultusministerium an der geistlichen Volksschulaufsicht fest, »da die Religion das Fundament der Volksschule bleiben« müsse.