Verbindung von Hoch- und Untergrundbahn als Zukunftskonzept für den Großstadtverkehr

Verkehr 1907:

Während US-amerikanische Großstädte wie Philadelphia oder New York gleichmäßig durch Straßenbahnen erschlossen sind und die Linien erst in der City zusammengeführt werden, wird fast der gesamte Verkehr in Berlin durch die Potsdamer Straße geleitet: 28 Straßenbahn- und sechs Omnibuslinien verursachen hier ein permanentes Verkehrschaos, besonders in den Stoßzeiten vor 9 Uhr, zwischen 12 und 13 Uhr sowie um 16 Uhr. Um dieses Nadelöhr zu entlasten, wird in Berlin – als erster deutscher Großstadt – eine elektrische U-Bahn-Verbindung geschaffen. Die Berliner Verkehrsplaner folgen dabei einem Konzept, das davon ausgeht, die Hauptstraßen von jeglichem Straßenbahnverkehr zu entlasten und die Bahn auf erhöhte Bahnkörper oder in Tunnel zu legen; dabei ist auch an mehretagige Hoch- und Untergrundbahntrassen gedacht. Bisher besteht ein kombiniertes Hoch-und Untergrundbahnnetz von rund zwölf Kilometern. Geplant ist, den gesamten Hoch- und Untergrundbahnverkehr mit dem Vorortverkehr und den Straßenbahnen abzustimmen. Dies ist z. B. in Boston bereits verwirklicht. Während die Bostoner Innenstadt von einem Ring elektrischer Bahnen umgeben ist, von dem strahlenförmig Straßenbahnen ausgehen, gibt es in Berlin lediglich eine Ost-West-Verbindung.