Jubiläum bei Opel am 31. August: Vor 50 Jahren begann man mit dem Bau einer Nähmaschine

Auto und Verkehr 1912:

1862 begann Adam Opel, Sohn eines Rüsselsheimer Schlossermeisters, in einem ehemaligen Stall mit der Produktion von Nähmaschinen. Seine Söhne, fünf an der Zahl, erweiterten die Produktpalette später um Fahrräder und übernahmen im Jahr 1897 den großherzoglich-anhaltischen Hofwagenbaubetrieb von Friedrich Lutzmann in Dessau.

Ein Jahr darauf entstand hier der erste Opel-Patent-Motorwagen, System Lutzmann. So ist Dessau eigentlich die Geburtsstätte der Opel-Wagen, obwohl die Produktion bald nach Rüsselsheim verlegt wurde. Dort schritt die Automobilentwicklung rasant vorwärts. Bereits 1902 waren die Opel-Brüder relativ erfolgreiche Teilnehmer des »Kaiserpreis«-Rennens, und 1909 gewann Wilhelm Opel auf einem 8-PS-Wagen die Prinz-Heinrich-Fahrt. Im Jubiläumsjahr 1912 kann Opel mit mehreren Höhepunkten aufwarten, u. a. gewinnen am 16. Mai das neu vorgestellte Modell 40/100 PS das Kilometer-Rennen von Antwerpen und am 20. Mai ein Spezialtyp 28/70 PS das Werst-Rennen des russischen Automobil-Clubs. Trotz eines Großbrandes in der Rüsselsheimer Fabrik im Vorjahr und umfangreicher Produktionszahlen im Fahrradbereich (1912: 36 000 Stück) verlassen 1912 3000 Autos die Hallen. Dazu gehören Klein- und Mittelklassewagen ebenso wie Lastfahrzeuge und Omnibusse, die über ein weit verzweigtes Vertriebsnetz überall in Europa abgesetzt werden. 1912 baut Opel auch das sog. Opel-Ei mit stromlinienförmiger Karosserie, das eine Spitzengeschwindigkeit von 95 km/h erreicht.

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