Neue rationelle Produktionsweisen vergrößern das Heer der ungelernten Arbeitskräfte

Arbeit und Soziales 1912:

Die fortschreitende Entwicklung der industriellen Großproduktion verändert zunehmend den Charakter der Arbeit. Zerlegung des Produktionsprozesses und Einsatz von Maschinen führen zur Vereinfachung des einzelnen Arbeitsvorganges und damit zur Verbreitung unqualifizierter Tätigkeit. Das bedeutet die Abnahme des Anteils der »gelernten« Arbeiter und das Vordringen der Gruppe der »Ungelernten«, zu denen häufiger als bisher auch Frauen gehören. Handwerklich ausgebildete Facharbeiter versuchen oft, der Monotonie in der Massenfertigung durch häufigen Stellenwechsel zu entkommen, was allerdings auch die Gefahr der Arbeitslosigkeit in sich birgt. Andererseits verstärkt sich die Kluft zwischen Ungelernten und den wenigen gut bezahlten Fachkräften.

Chroniknet