Kleine Freuden für die Zuhausegebliebenen

Urlaub und Freizeit 1913:

Die daheimgebliebenen Berliner können sich an einer unerwarteten Entscheidung erfreuen: Die städtischen Behörden heben das strenge Badeverbot auf den zahlreichen Wasserstraßen im Osten der Stadt für die jeweils nicht bebaute Uferseite auf und ergänzen damit das Berliner Badeleben am Müggel- und Wannsee. An den neuen Promenaden des Tegeler Sees stehen inzwischen – in Nachahmung einer Mode der Ostseebäder – Strandkörbe für 10 Pfennig pro Stunde oder 30 Pfennig pro Tag zur Verfügung.

Nachdem der Berliner Magistrat seit 1900 die Schulhöfe in den Sommerferien für improvisierte Spiele bereitstellte (allerdings offiziell bewacht von Lehrern), bezuschusst er 1913 seine sechs öffentlichen Außenspielplätze mit etwa 70 000 Mark. Das Geld dient dem Fahrtkostenersatz und der Verpflegung mit Morgensuppe, einem halben Liter Milch, Kaffee und Gebäck. Täglich 10 000 Kinder besuchen die z. B. in Buch, Blankenfelde und im Plänterwalde vor den Toren der Stadt befindlichen Anlagen im Grünen.