Konflikte am Vorabend des großen Krieges

Konflikte am Vorabend des großen Krieges
Balkankriege, Bulgarische Truppen während der Belagerung Adrianopels (1913), See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1913:

1913 – das letzte Jahr vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs spiegelt noch einmal Macht und Glanz der europäischen Monarchien und zugleich deren Brüchigkeit. Während Wilhelm II. sein 25-jähriges Regierungsjubiläum feiert, die Romanows in Russland stolz auf eine 300-jährige Geschichte als Herrscherdynastie zurückblicken und in Österreich Kaiser Franz Joseph seit nunmehr 65 Jahren die Geschicke des Landes lenkt, spitzen sich die Konflikte am Rande Europas, auf dem Balkan, zu.

Der Erste und Zweite Balkankrieg und der Streit um die Autonomie Albaniens zeigen, in welchem Maß die europäischen Großmächte rücksichtslos eigene Interessen verfolgen und den Kontinent mehrmals an den Rand eines Kriegs treiben. Die Konfrontation zwischen Österreich-Ungarn und Serbien – sie wird 1914 zum Auslöser für den Ersten Weltkrieg – verschärft die Krisensituation. Auch die Probleme der unterentwickelten Länder werden von den Großmächten für eigene wirtschaftliche und politische Interessen genutzt, wie der Putsch in Mexiko und die Konflikte in China zeigen. Einhergehend mit ihrer imperialistischen Politik verstärken die Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Großbritannien und das Deutsche Reich die Aufrüstung von Heer und Flotte.