Kriegsende – Epochenende

Kriegsende – Epochenende
Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens. Hinter dem Tisch, von rechts: die Franzosen General Maxime Weygand und Marschall Ferdinand Foch (stehend), die britischen Marineoffiziere Rosslyn Wemyss, George Hope und Jack Marriott. Davor stehend die Deutschen Staatssekretär Matthias Erzberger, Generalmajor Detlof von Winterfeldt, Alfred von Oberndorff vom Auswärtigen Amt und Kapitän Ernst Vanselow. Gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1918:

1918 ist ein entscheidendes Jahr für Europa und das Deutsche Reich: Mit dem Ende des Weltkrieges, der 10 Millionen Soldaten das Leben gekostet hat, brechen die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie und das wilhelminische Kaiserreich zusammen; mit der deutschen Novemberrevolution und den neu gegründeten Republiken Deutschösterreich und Tschechoslowakei werden Hoffnungen auf ein demokratisches Mitteleuropa wach.

Bis zum Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918 bestimmt der Kriegsalltag das Geschehen in Europa. Noch einmal versuchen die Hauptverbündeten der Mittelmächte, das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn, in zwei letzten Großoffensiven im Westen und an der Italienfront das Blatt zu wenden, aber auch diese Pläne sind angesichts der aussichtslosen Situation zum Scheitern verurteilt. In den flandrischen Gräben finden allein auf deutscher Seite 250 000 Männer den Tod.

In den kriegsbeteiligten Ländern – mit Ausnahme der USA, die erst im April 1917 in den Krieg gegen das Deutsche Reich und seine Verbündeten eingetreten sind – ist die Bevölkerung kaum noch in der Lage, die ständig größer werdende Hungersnot zu ertragen. An die Stelle patriotischer Kriegsbegeisterung sind 1918 Verzweiflung und Staatsverdrossenheit getreten, auf allen Seiten nehmen Meutereien und Desertionen zu. Auch staatliche Durchhalteparolen können diese Tendenz nicht mehr aufhalten.