Waghalsige Flugpioniere überwinden Ozeane und Kontinente

Wissenschaft und Technik 1919:

Das Jahr 1919 steht luftfahrttechnisch im Zeichen bedeutender Pionierflüge. Die rasante Entwicklung, die der Flugzeugbau in den kriegführenden Staaten während der vergangenen vier Jahre durchgemacht hat, manifestiert sich erstmals nicht mehr in Leistungen an der Front und hohen Abschusszahlen; sie zeigt sich in Flügen, bei denen Distanzen zurückgelegt werden, deren Überwindung vor dem Weltkrieg unvorstellbar war:

Im Mai überqueren der US-Commander Albert Cushing Read und seine Besatzung mit dem Riesenflugboot »NC-4« erstmals den Atlantik (von Neufundland nach Portugal), allerdings mit einer Zwischenlandung auf den Azoren . Der erste Nonstop-Flug über den Atlantik in West-Ost-Richtung gelingt am 14./15. Juni Captain John W. Alcock und Athur Whitten Brown mit einer Vickers-Vilmy. Anfang Juli überquert das erste Luftschiff den Atlantischen Ozean, die britische »R 34«; sie überfliegt ihn in beiden Richtungen, von West nach Ost und zurück. Am 7. August überfliegt Captain E.C. Hoy erstmals die kanadischen Rocky Mountains (von Vancouver nach Calgary). Im November/Dezember fliegen die australischen Brüder Keith und Ross Smith von Großbritannien nach Australien.

An diesen Leistungen zeigt sich, wie der Fortschritt in der Flugzeugtechnik im Frieden nutzbar gemacht werden kann und welche neuen Möglichkeiten sich eröffnen. Zwar werden noch keine Passagierflüge zwischen den Kontinenten durchgeführt, doch werden in vielen Ländern, auch im Deutschen Reich, die ersten regulären Fluglinien eröffnet.