Bürgertum frönt Modewohnkultur

Wohnen und Design 1920:

Die bürgerliche Wohnkultur bleibt vom Elend der Nachkriegszeit nicht verschont. Die Unterhaltung der großen herrschaftlichen Wohnungen in den alten Etagenhäuser erweist sich u. a. aufgrund hoher Heizungskosten als schwierig. Bei den Neubauten fallen die Wohnungen des Bürgertums im Vergleich zu früher bescheidener aus – rationelle Haushaltsführung und einwandfreie Hygiene sind die vorrangigen Ziele. Salon und großer Ess-Saal werden dabei überflüssig. In einer weniger stilbezogenen, aber auch uneinheitlicheren, modisch-unverbindlichen Zimmereinrichtung gewinnen Einzelmöbel (etwa im Rokoko-Stil) immer größere Bedeutung.