Mode mit Theatralik und glitzernder Eleganz

Mode 1920:

Ein großes Nachholbedürfnis einerseits, weiterbestehende Entbehrungen andererseits prägen die Mode von 1920. Das Warenangebot ist äußerst knapp, so dass der Jubel groß ist, als es Mitte des Jahres heißt: »Es gibt wieder Schuhe! Zuallererst zeigt sich der Umschwung unseres Wirtschaftslebens darin, daß die Schuhnot ein Ende gefunden hat!« (»Elegante Welt«, Nr. 7). Trotz der allgemeinen Knappheit an Gütern gibt es ein untrügliches Merkmal dafür, welche Frau mit der Mode geht – den Bubikopf als neue, aufregende Frisur. In Frankreich tauchte der Bubikopf vereinzelt schon vor dem Weltkrieg bei Tänzerinnen und Mannequins auf, doch wurde er als äußerste Geschmacklosigkeit empfunden. Unmittelbar nach dem Krieg machte ihn die Modeschöpferin Gabrielle Chanel in Frankreich populär. Im Deutschen Reich beginnt sich erst in diesem Jahr der kurze Pagenkopf durchzusetzen, unter dem Einfluss der Schauspielerin Asta Nielsen, die ihn sich für die Rolle des Hamlet zulegt.