Motorisierungstendenz in Stadt und Land

Verkehr 1920:

Vor allem in den USA, aber auch im Deutschen Reich macht sich in den ersten Nachkriegsjahren eine zunehmende Motorisierung des Verkehrssystems bemerkbar.

Der Gütertransport in den Vereinigten Staaten wird, was den Landweg betrifft, immer mehr von der Bahn auf die Straße verlagert. Dabei verlieren die US-Eisenbahnen ab 1920 ihr bisheriges Transportmonopol. Fördernd wirken staatliche Subventionen in Höhe von 75 Mio. US-Dollar (Wert 1920: 4,3 Mrd. Mark), die im Rahmen des US-Bundesstraßenhilfegesetzes für den Ausbau des Straßennetzes in den Vereinigten Staaten in den Jahren 1916 bis 1921 zur Verfügung gestellt werden.

Aber auch im Deutschen Reich wird die Motorisierung spürbar. In der Reichshauptstadt Berlin endet am 22. Juni das Zeitalter der Pferdeomnibusse, als die Allgemeine Berliner Omnibus AG (ABOAG) den Tagesbetrieb mit diesen 1 PS starken Verkehrsmitteln einstellt. Sie werden durch Motoromnibusse ersetzt, die billig mit Petroleum und Gas betrieben werden. Auf den Nachtlinien bleiben die Pferdeomnibusse allerdings zunächst noch erhalten.

Im Ruhrgebiet werden erstmals Kraftomnibusse im Nahverkehr eingesetzt. Die mobileren und wirtschaftlicheren Busse lösen im Raum Recklinghausen die bisher eingesetzten Straßenbahnen ab.