Internationale Konflikte bleiben ungelöst

Politik und Gesellschaft 1921:

1921 ist kein Jahr des Umschwungs und der Bewältigung grundlegender Konflikte. Erst allmählich kann für die Hungerkatastrophe in Sowjetrussland, die immer noch Millionen von Menschen bedroht, durch internationale Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden. Auch in Österreich, das weiterhin auf Kredite der Siegermächte hofft, lebt ein Großteil der Bevölkerung weit unter dem Existenzminimum. In Italien ebnet die Konzeptionslosigkeit der liberalen Regierung angesichts der anhaltenden Depression den Faschisten den unaufhaltsamen Weg zur Macht. Trotz der Gründung des irischen Freistaats findet der Bürgerkrieg kein Ende, da große Teile der Unabhängigkeitsbewegung die Einbindung in das britische Königreich ablehnen und weiterhin auf ihrer Forderung nach der vollständigen Loslösung von Großbritannien beharren. Zumindest bemühen sich die Großmächte und ihre Verbündeten auf internationaler Ebene um neue Verständigungsbereitschaft. Die Washingtoner Konferenz dauert über die Jahresgrenze hinaus an und soll durch ein Abrüstungsabkommen die erste Grundlage für einen dauerhaften Frieden schaffen.