Produktdesign für die Massen

Wohnen und Design 1921:

Die politische Umwälzung durch die Novemberrevolution von 1918 und die wirtschaftliche Notlage zu Beginn der 20er Jahre zwingen auch die Designer zum Umdenken.

Die kunsthandwerkliche, individuelle Produktion für eine kleine wohlhabende Schicht entspricht nicht mehr der gesellschaftlichen Situation. Die Designer übernehmen eine sozialpolitische Verpflichtung: Ihre Produkte sollen an den Bedürfnissen der breiten Massen orientiert und preiswert sein. Dies ist nur durch die industrielle Herstellung möglich, deren Bedingungen Rückwirkungen auf das Produktdesign haben. Der Entwicklung einer neuen egalitären Produktkultur steht in der Praxis jedoch die wirtschaftliche Lage entgegen – die Industrie zeigt erst mit dem Aufschwung Mitte der 20er Jahre Interesse an neuem, avantgardistischem Design.

Auch im Bauhaus wird eine Synthese aller gestalterischen Kräfte zum Aufbau einer neuen Kultur angestrebt. Der künstlerische handwerkliche Entwurf wird als Modell für die industrielle Produktion verstanden.

Chroniknet