Republikfeinde im Süden schrecken auch vor Mord nicht zurück

Republikfeinde im Süden schrecken auch vor Mord nicht zurück
Erzberger auf dem Weg zu Waffenstillstandsverhandlungen, 16. Januar 1919. Bundesarchiv, Bild 183-2004-0206-500 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1921:

Während in dieser Situation die Ohnmacht der Reichsregierung offensichtlich ist, schlachtet die Rechte die vermeintlichen Niederlagen der »Erfüllungspolitiker« aus, um ihre Hetze gegen die Republik auf die Spitze zu treiben. Die endgültige Reduzierung der Reichswehr auf eine Stärke von 100 000 Mann sowie die Auflösung der bewaffneten Wehrverbände liefern den rechtsradikalen Gruppierungen weitere Vorwände, um gegen die Verfechter der demokratischen Ordnung vorzugehen. Durch Mordanschläge auf den Zentrumspolitiker und Unterzeichner des Waffenstillstandsabkommens, Matthias Erzberger, und den bayerischen USPD-Politiker Karl Gareis wollen sie den Staat mit Terror in die Knie zwingen.

Bayern wird dabei zum Sammelbecken für die Republikfeinde: Mitglieder der Brigade Ehrhardt, die 1920 maßgeblich am Kapp-Putsch beteiligt war, unterhalten hier genauso wie die Organisation Consul, verantwortlich für den Mord an Erzberger, und der Kampfbund Oberland direkte Kontakte zur rechtskonservativen Landesregierung und zum Münchner Polizeipräsidium. Auch die NSDAP, die im Juli 1921 mit der Wahl Adolf Hitlers zum Parteivorsitzenden das »Führerprinzip« annimmt, arbeitet von München aus am Ausbau weiterer Ortsgruppen und intensiviert den Kampf gegen die Republik.