»Das Herabgleiten der Lebenshaltung«

Arbeit und Soziales 1922:

Unter der Überschrift »Das Herabgleiten der Lebenshaltung« beschäftigt sich die in Berlin erscheinende »Vossische Zeitung« mit der »Tragödie der Mittelschichten« und führt aus, dass diese von der im Deutschen Reich herrschenden Not besonders betroffen seien. Sie seien kaum mehr in der Lage, ihren bisherigen Standard zu halten. Oftmals müssten Künstler und Geistesarbeiter ihnen fremde Tätigkeiten verrichten, ihre kostenaufwendigen Haushalte fielen der Auflösung anheim. Diese veränderten materiellen Bedingungen wirkten sich zugleich auf die bisherigen kulturellen Lebensformen aus, da z. B. Theaterbesuche oder der Kauf von Büchern zu teuer seien. Besonders gravierende Folgen habe die Armut für die Ausbildung der Kinder, da das Geld für den Besuch einer höheren Schule oder Universität fehle.