Wohnungselend in deutschen Städten

Wohnen und Design 1922:

Die schon seit Kriegsende bestehende Wohnungsnot nimmt dramatische Formen an. So gibt es in Berlin 175 000 Wohnungssuchende, wobei die Zahl der tatsächlich unter Wohnungsnot Leidenden diese amtlich registrierte Zahl bei Weitem übersteigt. Häufig steht einer Familie nicht mehr als ein Raum zur Verfügung. Viele Menschen finden in Baracken und Lauben mehr eine Notunterkunft denn ein menschenwürdiges Zuhause. Doch nicht nur der fehlende Wohnraum, sondern auch die Mietkosten stellen für mittlere und untere Einkommensschichten ein großes Problem dar – trotz der durch das Reichsmietengesetz vom 24. März fixierten Höchstmieten.