Putschversuche und Kanzlersturz – Hyperinflation und Währungsreform

Putschversuche und Kanzlersturz – Hyperinflation und Währungsreform
Hitlerputsch auf dem Marienplatz in München. Bundesarchiv, Bild 119-1486 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1923:

Durch die Ruhrbesetzung und die katastrophale Wirtschaftssituation des Deutschen Reichs entsteht eine innenpolitische Krisenlage, die das Reich vor eine Zerreißprobe stellt und einen Bürgerkrieg in den Bereich des Möglichen rückt. Im Herbst 1923 erreicht die Krise ihren Höhepunkt: Die Schwarze Reichswehr unternimmt einen Putschversuch (Oktober); im Rheinland rufen Separatisten die Rheinische Republik aus (Oktober); in Hamburg kommt es zu einem Kommunistenaufstand (Oktober); Reichswehrtruppen rücken in Sachsen ein, dessen SPD-KPD-Regierung abgesetzt wird; zwischen Bayern und der Reichsregierung kommt es zu einem schweren Konflikt (Oktober); NSDAP-Führer Adolf Hitler putscht in München (November). In dieser explosiven Lage wird Reichskanzler Stresemann nach dem Austritt der SPD aus der Regierung gestürzt (November). Gustav Stresemanns Nachfolger ist Wilhelm Marx.

Zudem erschüttert 1923 die verheerende Inflation die deutsche Wirtschaft in ihren Grundfesten. In zunehmendem Tempo verliert die Mark an Wert. Laufend gibt die Reichsbank neue Banknoten mit schließlich astronomischen Zahlen aus, die jedoch nur Pfennigwerte darstellen: Im November 1923 kostet ein Brot 470 Milliarden Mark. Durch die Währungsreform wird im November 1923 im Deutschen Reich die Rückkehr zu stabilen Währungsverhältnissen eingeleitet.