Beginnende Abkehr von übermäßigen Reparationsforderungen

Beginnende Abkehr von übermäßigen Reparationsforderungen
Ruhrbesetzung, mit Bajonett gegen einen Zivilisten. Bundesarchiv, Bild 183-R09876 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1924:

Weltpolitisch markiert das Jahr 1924 eine Wende von der seit dem Ersten Weltkrieg anhaltenden Konfrontationspolitik der großen Mächte zur Suche nach internationaler Entspannung. Bei den Siegermächten des Ersten Weltkriegs, insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika, hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass eine weitere Eskalation der internationalen Spannungen in Europa den Frieden weltweit gefährden würde.

Die Reparationsforderungen der Alliierten haben die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Deutschen Reichs bei weitem überschritten. Die Situation hat sich zusätzlich verschärft, nachdem französische Truppen 1923 ins Ruhrgebiet einmarschiert sind und nunmehr die wichtigste Wirtschaftsregion des Deutschen Reichs als Unterpfand für deutsche Wiedergutmachungszahlungen besetzt halten. Die Folgen dieser Entwicklung sind eine anhaltende wirtschaftliche Krise und politische Instabilität im Deutschen Reich.