Über 30 Millionen Dollar im Jahr für Zeitungsinserate

Werbung 1925:

Durch die Erhöhung der Massengüterproduktion und der zunehmenden Wirtschaftskonzentration aufgrund der sich durchsetzenden rationellen Fertigungsmethoden wird die Werbung zu einem äußerst wichtigen Verkaufsfaktor. Ausdruck für ihre wachsende Bedeutung ist z. B. die große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die erste Reichsreklamemesse vom 25. bis zum 30. April in Berlin. Veranstalter sind u. a. der Verband Deutscher Reklamefachleute, Verleger und Gebrauchsgrafiker. Sie haben es sich zum Ziel gemacht, die Reklame zu »veredeln« und neue Werbemöglichkeiten zu erschließen. So wird in einer Revue erstmals gesungene, getanzte und dialogisierte Werbung vorgeführt. Breiten Raum nimmt auch die sich in den Großstädten schnell verbreitende Lichtreklame ein. Den größten Effekt erreichen die Werbefirmen allerdings noch immer durch Anzeigen in Tageszeitungen. Das ergeben statistische Umfragen. Deshalb ist es kein Wunder, wenn die Unternehmen das meiste Geld darin investieren.

So wenden Industrieunternehmen der USA jährlich etwa 30 Millionen US-Dollar für Zeitungs- und 20 Millionen für Zeitschrifteninserate auf. Die höchsten Reklameunkosten verzeichnet die Victor Talking Machine Company mit 3,5 Millionen US-Dollar (davon 1,6 Mio für Zeitungen). Wrigley (Kaugummi) benutzt seinen Gesamtetat (1 Mio) dafür.