Faschisten agitieren weiter gegen die Demokratie

Politik und Gesellschaft 1926:

Während in Genf eine Politik der Vernunft die Hoffnung auf dauerhaften Frieden nährt, arbeiten in Deutschland und Italien Nationalsozialisten und Faschisten bereits nach Kräften an der Demontage des Erreichten. In Deutschland findet der zweite Reichsparteitag der NSDAP, auf dem Hitler seine Linie gegen den sog. linken Flügel um Gregor Strasser durchsetzen kann, noch wenig Beachtung; 1925 wurde Hitler nach dem missglückten Putschversuch von 1923 wieder aus der Festungshaft entlassen. In Italien ist der Faschismus seit 1922 an der Macht, und im Jahr 1926 stattet sich Ministerpräsident Mussolini, der sich nunmehr offiziell als »Duce« (Führer) titulieren lässt, mit diktatorischen Vollmachten aus. Mehrere Attentatsversuche liefern ihm den Anlass, die Gewerkschaften zu beseitigen und sich jeglicher parlamentarischer Verantwortlichkeit zu entziehen.