USA nun auf allen Gebieten führend in der Welt

Politik und Gesellschaft 1926:

In dieser Hinsicht erweisen sich die USA immer deutlicher als Weltmacht Nummer eins, deren Mittelschicht bereits mit dem Massenkonsum von Automobilen, Kühlschränken und Waschmaschinen ein Leben führt, wie es sich der Durchschnittseuropäer kaum träumen lassen kann. Besonders der Autoboom, der in Europa keinerlei Entsprechung findet, bringt geradezu eine soziale Revolution mit sich, denn das Auto, die darauf bezogenen Industrien und der Straßenbau verändern nachhaltig die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen.

Was aus den USA kommt, wird in London, Paris und Berlin zum Leitbild, und was die Alltagskultur betrifft, können die Europäer es sich leisten, diesem Leitbild nachzueifern: Shows und Revuen, die »Girl-Kultur« der Tanztruppen und natürlich die Begeisterung für einen Inbegriff amerikanischer Unterhaltung, für Josephine Baker, prägt die zweite Hälfte der 20er Jahre – die kurze und zerbrechliche Phase relativen Wohlstands und politischer Stabilität.