Bewegungsfreiheit und Sachlichkeit

Wohnen und Design 1928:

Die Propagierung einer funktional eingerichteten, mit nur wenigen Möbeln ausgestatteten Wohnung ohne Dekor verfolgt zum einen das Ziel, die im Haushalt notwendigen Arbeitsvorgänge auf ein Minimum zu reduzieren. Zum anderen steht hinter diesem Konzept aber auch die Vorstellung, dass die gewonnene Bewegungsfreiheit eine größere Freiheit des Geistes ermöglicht, dass ein sachliches Mobiliar zu einem konzentrierteren Leben anregt. Es geht den Architekten und Designern darum, die Menschen von Plüsch und Pomp zu befreien, ihnen eine Wohnumgebung zu verschaffen, die sich den raschen Veränderungen der Lebensbedingungen anpasst, die selber beweglich, veränderbar und verschieden kombinierbar ist. Für individuelle Ausgestaltung, für Gemütlichkeit, für »Intimität und Abgeschlossenheit« (Paul Westheim) bleibt dabei jedoch nur wenig Raum.

Dieser sachliche Stil entspricht einer Zeit, in der viele Menschen glauben, mit Technisierung und Rationalisierung gesellschaftliche Probleme bewältigen zu können.