Am Schwarzen Freitag beginnt die Weltwirtschaftskrise

Am Schwarzen Freitag beginnt die Weltwirtschaftskrise
Börsencrash 1929, Ansturm auf die American Union Bank in New York. Gemeinfrei

Politik und Gesellschaft 1929:

Am 25. Oktober 1929, dem »Schwarzen Freitag«, stürzen an der New Yorker Börse die Aktienkurse – dieser Tag markiert den Beginn der Weltwirtschaftskrise; Massenarbeitslosigkeit und Verarmung weiter Bevölkerungskreise in allen Industriestaaten werden die Folge sein.

Der Börsenkrach ist nur ein Symptom für tiefer liegende ökonomische Probleme, die nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Staaten die parlamentarische Demokratie gefährden und die Entstehung faschistischer Systeme begünstigen. Vier Jahre nach dem »Schwarzen Freitag« haben die Nationalsozialisten die Macht im Deutschen Reich übernommen, zehn Jahre nach diesem Tag hat der Zweite Weltkrieg schon begonnen. Deutschland ist wegen der Abhängigkeit von ausländischen Krediten von der weltweiten Krise – abgesehen von den USA – am stärksten betroffen. Nur mit Hilfe dieser Kredite ist es in der Lage, die Reparationen an die Siegermächte des Weltkriegs zu leisten. Noch während der Verhandlungen über eine endgültige Regelung der deutschen Zahlungen (Stichwort: Young-Plan) stellt sich heraus, dass die deutsche Regierung die festgesetzten Raten nicht aufbringen kann; das Ausbleiben der Auslandskredite bringt die Regierungen des Reichs, einiger Länder und Städte bereits Ende 1929 an den Rand der Zahlungsfähigkeit.

Auch die Kassen der Arbeitslosenversicherungsanstalt sind wegen der unerwartet hohen Zahl von Unterstützungsempfängern – mehr als zwei Millionen Arbeitslose bereits im Februar 1929 – leer. Wegen der finanziellen Engpässe verschärfen sich die Auseinandersetzungen in der Reichsregierung. Der Konflikt zwischen der SPD und der rechtsliberalen DVP über eine geringfügige Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge führt bereits 1930 zum Auseinanderbrechen der Großen Koalition, der letzten parlamentarischen Regierung der Republik von Weimar.