Berlin bietet internationale Genüsse für jeden Geschmack

Ernährung, Essen und Trinken 1929:

»In der Großstadt Berlin kann jeder nach seinem Geschmack satt werden.« Mit diesen Worten beginnt eine Reportage der Zeitschrift »Die Woche« über ausländische Restaurants in der Reichshauptstadt.

Die dort lebenden Italiener treffen sich bei Minestrone, Makkaroni und Chianti, die russischen Emigranten erinnern sich bei Wodka, Borschtsch, Boeuf Stroganoff und Tee aus dem Samowar an die alte Heimat, die Chinesen und Japaner essen wie zu Hause ihre Reisgerichte mit Stäbchen, und auch für die Schwarzen aus den USA und aus Afrika gibt es besondere Treffpunkte in Berlin, wo sie – völlig europäisiert, wie »Die Woche« feststellt – ihr Bier zu sich nehmen.

Die Deutschen haben den Reiz der exotischen Gerichte noch nicht entdeckt, sie bevorzugen nicht nur zu Hause die gutbürgerliche einheimische Küche. Nur gelegentlich verirrt sich ein Snob in ein ausländisches Restaurant.