Täglich sterben im Deutschen Reich 64 Menschen bei Unfällen

Arbeit und Soziales 1929:

Jährlich sterben im Deutschen Reich etwa 24 000 Menschen an Unfällen, d. h. pro Tag etwa 64 Personen. 15,5 statistische Unfallopfer kommen bei Stürzen ums Leben, zehn durch Ertrinken, elf werden im Straßenverkehr überfahren, 1,3 kommen an Maschinen in industriellen Betrieben zu Tode. Von den 64 Menschen, die im Durchschnitt täglich einem Unfall zum Opfer fallen, sind 13 Kinder. Der Verband der deutschen Berufsgenossenschaften, der allein 1927 Entschädigungsleistungen für 120 000 Unfälle im landwirtschaftlichen und gewerblichen Bereich aufbringen musste, zieht die Konsequenz aus der schweren finanziellen Belastung und ruft unter dem von den US-Amerikanern übernommenen Schlagwort »safety first« eine Bewegung zur Unfallverhütung ins Leben.

Drastisch gestaltete Plakate sollen die Deutschen zur Vorsicht erziehen. Demselben Zweck dient auch die Reichsunfallverhütungswoche, die 1929 erstmals im Deutschen Reich veranstaltet wird.