Weniger Frauen als Männer arbeitslos

Arbeit und Soziales 1929:

Die Illustrierten im Deutschen Reich berichten während des ganzen Jahres in großer Aufmachung über die Not, von der insbesondere arbeitslose Frauen betroffen sind. Tatsächlich ist jedoch nach den Statistiken die Arbeitslosigkeit bei Frauen geringer als bei Männern. Der im Jahresvergleich höchste Stand bei den weiblichen Arbeitslosen wird im Dezember mit 563 000 bei einer Gesamtarbeitslosenzahl von 2,894 Millionen erreicht. Während der Anteil der Frauen bei den Erwerbstätigen 35,3% beträgt, liegt ihr Anteil bei den Arbeitslosen nur bei 19%. Bei den Hauptunterstützungsempfängern beträgt der weibliche Anteil sogar nur 18,3%.

Ein Vergleich der Arbeitslosenquoten unter Gewerkschaftsmitgliedern bestätigt das Bild, dass Frauen von Arbeitslosigkeit weniger stark betroffen sind: Bei den Männern liegt die Quote 1929 bei 13,2 %, bei den Frauen nur bei 11,2 %.