Internationale Zusammenarbeit contra Protektionismus

Internationale Zusammenarbeit contra Protektionismus
Die Initiatoren des Smoot-Hawley Tariff Act: Willis C. Hawley (links) und Reed Smoot im April 1929, kurz bevor der Smoot-Hawley Tariff Act das Repräsentantenhaus passierte. By National Photo Company [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1930:

Obwohl die wirtschaftliche und politische Entwicklung in den meisten Ländern den Nationalismus aufflammen lässt, werden auf internationaler Ebene Versuche fortgesetzt, zu einer besseren Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg zu kommen. Der wichtigste Ansatz in dieser Richtung ist 1930 die Denkschrift, mit der Frankreichs Außenminister Aristide Briand zur Gründung einer »europäischen Staatenunion« aufruft. Gleichzeitig sehen sich die Regierungen vieler Länder jedoch zu protektionistischen Maßnahmen gezwungen. So erlassen die USA mit dem Smoot-Hawley Tariff Act ein Zollgesetz, das die US-Unternehmen radikal gegen ausländische Konkurrenz abschirmen soll. Es ruft besonders in Europa Protest und Verbitterung hervor, weil damit der größte Markt der Welt für europäische Exporte verschlossen wird.

Das Jahr endet mit düsteren Perspektiven: Die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich erreicht mit 4,3 Millionen ihren vorläufigen Höhepunkt. Viele Zeitgenossen ahnen bereits, dass den »Goldenen Zwanzigern« – im Deutschen Reich ab 1924 eine Phase wirtschaftlicher Scheinblüte und hoch entwickelten Kulturlebens – keine »Goldenen Dreißiger« folgen werden.