Hochhäuser im »Internationalen Stil« prägen das Stadtbild

Hochhäuser im »Internationalen Stil« prägen das Stadtbild
Baufortschritt am Empire State Building. By Daniel Ahmad (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Architektur 1931:

Ein Bauarbeiter während des Baus des Empire State Building (1930), im Hintergrund das Chrysler Building, By Taken by Lewis Hine, edited by Durova [Public domain], via Wikimedia Commons

Ein Bauarbeiter während des Baus des Empire State Building (1930), im Hintergrund das Chrysler Building, By Taken by Lewis Hine, edited by Durova [Public domain], via Wikimedia Commons

Das herausragende Bauwerk des Jahres 1931 ist nicht zuletzt wegen seiner Höhe von 381 m das Empire State Building in New York, das am 1. Mai eingeweiht wird. Mit seiner prunkvollen Innenausstattung verkörpert es ebenso wie mit seiner markanten, schlanken Fassade aus Kalkstein, Granit, Nickel und Aluminium einen trotz Wirtschaftskrise ungebrochenen Fortschrittsglauben. Eröffnung war am 1.Mai 1931.

Von nachhaltiger Wirkung für die Hochhausarchitektur ist auch das 205 m hohe McGraw-Hill-Building in New York, ein Werk des Architekten Raymond Mathewson Hood. Der unregelmäßig abgetreppte Bau mit seinen breiten Fensterbändern führt ebenso wie das 1930 gleichfalls von Hood und John Mead Howells geschaffene Daily News Building den International Style in die Hochhausarchitektur der USA ein. Diese dem architektonischen Rationalismus verwandte Richtung proklamiert die Ordnung zum wichtigsten Mittel, um einem architektonischen Entwurf Klarheit zu verschaffen, und verurteilt alle willkürlich angebrachten Dekorationen.

In New York beginnt 1931 auch ein Bauprojekt, das nach dem Willen der daran beteiligten Architekten – neben Hood u. a. L. Andrew Reinhard, Henry Hofmeister und Jacques Andre Fouilhoux – zum Musterbeispiel für einen neuen, streng »rationalistischen« Typus des Wolkenkratzers werden soll: Das Rockefeller Center. Auf einer Fläche von rund 5 ha plant der Bankier John D. Rockefeller eine eigene kleine Hochhauswelt aus Büros, Einkaufszentrum, Theater und Rundfunkstadt. Die Architektur dient hier ausschließlich dem Zweck, auf begrenztem Raum und nach streng wirtschaftlichen Kriterien ein Maximum an ökonomisch nutzbarer Fläche zu schaffen.

Auf der am 9. Mai eröffneten Internationalen Bauausstellung in Berlin präsentieren vor allem deutsche Architekten ihre Entwürfe für das Wohnen von morgen. Einen Schwerpunkt nimmt die Vorstellung neuer Werkstoffe ein. Allein die hohen Kosten stehen einem noch stärkeren Einsatz von Stahl, Zink und Kupfer, das sich vor allem in den USA bei der Bedachung großer Beliebtheit erfreut, entgegen. Die Skelettbauweise unter Verwendung von Eisen- oder Stahlbeton hat sich auch in Europa durchgesetzt. Die Wände haben nur noch die Aufgabe des Raumabschlusses, des Schutzes gegen die Witterung und der Dämmung von Schall und Wärme und haben keine tragende Funktion mehr. Der 1925 noch umstrittene Gedanke des schweizerischen Architekten Le Corbusier (eigentl. Charles Édouard Jeanneret-Gris), dass Häuser »Wohnmaschinen« seien, hat auch in den Großwohnungsbau Eingang gefunden und gibt der Auswahl des Materials, seiner Formung und Montage größere Bedeutung als zuvor. Die Wohnungen sollen nicht nur die materiellen Grundbedürfnisse nach ausreichend Raum befriedigen, sondern auch z. B. Behaglichkeit und Kommunikationsfähigkeit ist nach Le Corbusiers Auffassung Beachtung zu schenken.