Trotz allem: technische Höchstleistungen und kulturelle Blüte

Trotz allem: technische Höchstleistungen und kulturelle Blüte
Baufortschritt am Empire State Building. By Daniel Ahmad (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1931:

Im Schatten der sich überstürzenden Meldungen von Arbeitslosenrekorden, Firmenpleiten und politischen Morden stehen die technischen, kulturellen und sportlichen Ereignisse des Jahres 1931. In New York entsteht mit dem Empire State Building das höchste Gebäude der Welt, in Deutschland weist der Ingenieur Fritz Kruckenberg mit seinem »Schienenzeppelin« dem Schienenverkehr neue Wege, der Schweizer Physiker Auguste Piccard stellt mit einem Stratosphärenballon einen Höhenweltrekord auf, und die beiden US-Amerikaner Wiley Post und Paul Gatty umrunden in knapp neun Tagen mit einem Flugzeug die Erde.

Kulturell ist 1931 ein aufregendes Jahr: Die zahlreichen neuen Filme wie »M – Mörder unter uns«, »Der Kongress tanzt«, »Berlin Alexanderplatz«, »Emil und die Detektive«, »Mädchen in Uniform« oder René Clairs »Die Million« und Boris Karloff als »Frankenstein« ziehen Zuschauer an und finden Zuspruch bei der Kritik. Das Theaterereignis des Jahres auf den deutschsprachigen Bühnen ist Carl Zuckmayers Tragikomödie »Der Hauptmann von Köpenick«. Der Österreicher Ödön von Horváth entlarvt mit der »Italienischen Nacht« und den »Geschichten aus dem Wiener Wald« die Schwäche der Demokratie gegenüber dem Faschismus und die Tristesse des vielgerühmten Wiener Alltagslebens. Im Bereich der bildenden Kunst entwickelt sich mit der internationalen Künstlergruppe »Abstraction-Création, Art non figuratif« eine Gegenbewegung sowohl wider die Vorurteile der Konservativisten gegen die abstrakte Malerei als auch gegen die inzwischen mit Anerkennung überhäuften Surrealisten.

 

Baufortschritt am Empire State Building. By Daniel Ahmad (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Baufortschritt am Empire State Building. By Daniel Ahmad (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons