Demokratie in der Dauerkrise – das Volk wendet sich nun den Radikalen zu

Demokratie in der Dauerkrise – das Volk wendet sich nun den Radikalen zu
Reichspräsident von Hindenburg und Adolf Hitler (Mai 1933) Bundesarchiv, Bild 102-14569 / CC BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1932:

Die Ergebnisse der Reichstags- und Landtagswahlen zeigen darüber hinaus, dass die Republik von Weimar – die erste parlamentarische Demokratie im Deutschen Reich – in der Bevölkerung an Rückhalt verliert. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Notlage wenden sich immer mehr Deutsche enttäuscht von den demokratischen Parteien ab und geben republikfeindlichen Kräften, die einfache Lösungen für die drückenden Probleme anbieten, ihre Stimme. Die NSDAP auf der Rechten und die KPD vom linken Rand des politischen Spektrums verfügen 1932 zusammen über 50% der Wählerstimmen. Herausragend ist der Erfolg der NSDAP bei den Reichstagswahlen im Juli. Die Nationalsozialisten können ihren Stimmenanteil gegenüber der Wahl von 1930 von 18,3% auf 37,3% verdoppeln und werden zur stärksten politischen Kraft in Deutschland. Mehrmals scheitert allerdings der Griff ihres Führers Adolf Hitler nach der alleinigen Regierungsmacht am Widerstand des Reichspräsidenten. Erfolglos bleibt auch der Versuch Hitlers, Paul von Hindenburg als Reichspräsident abzulösen. Am 10. April wird er im zweiten Wahlgang mit 53% der Stimmen in seinem Amt bestätigt.