Radiowellen aus dem Weltall

Wissenschaft und Technik 1932:

Das Jahr ist zwar recht arm an Glanzlichtern in der angewandten Technik, aber reich an Errungenschaften auf dem Feld Grundlagenforschung.

So macht der US-amerikanische Ingenieur Karl Jansky eine bahnbrechende astrophysikalische Entdeckung. Er registriert mit seinen Instrumenten erstmals aus dem Weltall stammende Radiowellen. Die elektromagnetischen Wellen, die er empfängt, kommen aus dem Sternbild des Schützen. Allerdings ignorieren die meisten Astronomen Janskys Entdeckung zunächst.

Einen praktischen Beitrag zur Grundlagenforschung liefert der niederländische Physiker Frits Zernike. Er entwickelt das Prinzip des Phasenkontrasts in der Mikroskopie, mit dem geringe Unebenheiten (bis 2 nm) an der Oberfläche von reflektierenden Objekten sowie geringe Brechungsunterschiede in transparenten Proben sichtbar gemacht werden können.

Einen Grundstein der Steuer- und Regeltechnik sowie der Informations- und Systemtheorie legt der Schwede Harry Nyquist mit der Entwicklung der mathematisch begründeten Theorie stabiler rückgekoppelter Schwingungsvorgänge. Unter Rückkopplung (»Feedback«) versteht er die Beeinflussung eines Geschehens durch die Rückwirkung seiner Folgen auf den weiteren Verlauf des Geschehens.

Ein aufsehenerregendes Projekt angewandter Grundlagenforschung nimmt der schweizerische Physiker Auguste Piccard in Angriff. Er steigt in einer von einem Ballon getragenen Druckkabine bis in die Stratosphäre auf und nimmt Strahlungsmessungen in 16 201 m Höhe vor.