Arbeitsdienst für die »Volksgemeinschaft«

Arbeit und Soziales 1933:

Die NSDAP hatte vor ihrem Machtantritt »Arbeit und Brot« versprochen und sieht sich nun genötigt, mit allen Mitteln Arbeitsplätze zu schaffen, um den Vertrauensvorschuss nicht zu verspielen. Grundlage für die neue Regierung ist einerseits der bereits im August 1931 zur Aufgabe des Reiches erklärte freiwillige Arbeitsdienst und andererseits ein von den freien Gewerkschaften im Januar 1932 veröffentlichter Arbeitsbeschaffungsplan.

Die Leitung des Arbeitsdienstes übernimmt der frühere Reichswehroffizier Konstantin Hierl, der zum Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium ernannt wird.

In der nun folgenden »Arbeitsschlacht« werden zwar viele Erwerbslose – darunter bevorzugt

»Alte Kämpfer« von NSDAP, Stahlhelm, SA und SS – neu eingestellt, oft wird jedoch zugleich die Arbeitszeit reduziert, was bei Stundenlohn zu Einbußen führt. Zahlreiche Arbeitslosen werden zu Notstandsarbeiten oder Arbeitsdienst verpflichtet. Dabei handelt es sich vorwiegend um schlecht bezahlte und körperlich schwere Arbeiten in der Landwirtschaft, bei der Landgewinnung und -kultivierung sowie im Baubereich. Insbesondere in Ostpreußen werden auf Geheiß des NSDAP-Gauleiters Erich Koch in großem Umfang Arbeitslose zu unproduktiven Erdarbeiten herangezogen, mit dem Ergebnis, dass Ostpreußen als erste preußische Provinz offiziell am 15. August »frei von Arbeitslosen« ist.