Deutschland kein Reiseziel mehr für ausländische Touristen

Urlaub und Freizeit 1933:

Die deutsche Tourismusstatistik über 175 wichtige Urlaubsorte meldet für das Sommerhalbjahr 1933 einen Anstieg der Fremdenmeldungen um 0,7%, zugleich aber einen Rückgang der Auslandsgäste gegenüber 1932 um 22,9%. Gemessen an 1931 ist die Zahl der ausländischen Touristen in Deutschland um fast die Hälfte gesunken.

Dieser Rückgang ist sowohl ein Ergebnis der schleppenden Wirtschaftserholung als auch der politischen Entwicklung, die viele Ausländer abschreckt. Deutsche Urlauber gaben 1932 rund 300 Mio. Reichsmark im Ausland aus, während durch Auslandsgäste nur rund 240 Mio. RM wieder hereinkamen.

Zum 1. Juni führt die deutsche Reichsregierung eine Abgabe für Österreich-Reisen in Höhe von 1000 RM ein, wodurch die Tourismusbranche des Alpenlandes empfindlich getroffen wird: 1932 betrug der Anteil reichsdeutscher Urlauber am gesamten österreichischen Fremdenverkehr rund 40%. Am 11. Oktober entsteht in Berlin durch Gleichschaltung der bisherigen Spitzenverbände der Bund deutscher Verkehrsverbände und Bäder unter Führung des bayerischen Staatsministers Hermann Esser.

Seine Regierung legt im September ein Gesetz vor, das die Fremdenbeherbergung als erlaubnispflichtig erklärt und darüber hinaus eine Fremdenverkehrsabgabe aller vom Tourismus profitierenden Personen zugunsten des örtlichen Verkehrsvereins einführt.