„Gleichschaltung“ der „Volksgemeinschaft“

„Gleichschaltung“ der „Volksgemeinschaft“
SA-Mitglied vor dem Warenhaus Tietz in Berlin, By Unknown or not provided (U.S. National Archives and Records Administration) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1933:

Der Einparteienstaat beruht jedoch nicht allein auf Unterdrückung und Gewalt, er kann sich auf eine wachsende Zustimmung breiter Schichten des Volkes stützen. Vor 1933 hatte die NSDAP vor allem bei den vom sozialen Abstieg bedrohten Mittelschichten ihre Wähler gefunden: Kleinbauern, Einzelhändler, Handwerker und Angestellte. Ihr gemeinsames Motiv zur Wahl der Hitler-Partei war die Erwartung, diese werde durch ein autoritäres Regime allen Arbeit und Brot verschaffen. Einmal im Besitz der Macht, gelingt es Hitler, durch den ständigen Appell an die »Volksgemeinschaft« und die »nationale Ehre« auch in das zuvor so festgefügte katholische Milieu und in die Arbeiterbevölkerung einzubrechen.

Dabei versteht es Hitler, die überaus heterogenen Kräfte seiner Anhängerschaft zusammenzuhalten. Dem lange geschürten Judenhass seiner Stammwähler gibt er am 1. April freien Lauf, als im ganzen Reichsgebiet jüdische Kaufleute, Ärzte und Rechtsanwälte boykottiert werden. Die Ausschaltung der Gewerkschaften und die Beseitigung der Tarifautonomie sichern Hitler die Unterstützung auch jener Teile der Wirtschaft, die bis dahin der NSDAP ferngeblieben waren. Der allmählich einsetzende Konjunkturaufschwung und eine großangelegte Arbeitsbeschaffung führen zu einem allmählichen Abbau der Erwerbslosigkeit und verschaffen dem Regime eine größere Akzeptanz bei den Arbeitern.

SA-Mitglied vor dem Warenhaus Tietz in Berlin, By Unknown or not provided (U.S. National Archives and Records Administration) [Public domain], via Wikimedia Commons

SA-Mitglied vor dem Warenhaus Tietz in Berlin, By Unknown or not provided (U.S. National Archives and Records Administration) [Public domain], via Wikimedia Commons