NS-Symbole finden Eingang in die Werbung

Werbung 1933:

Der Sieg der »Nationalen Revolution« kommt auch in der Anzeigenwerbung zum Ausdruck. SA-Männer in Uniform und Angehörige der Reichswehr sind beliebte Werbeträger. Der Sieg einer Weltanschauung, die den Marschtritt als angemessene Bewegungsart – zumindest für den männlichen Deutschen – propagiert, macht auch vor der Werbung nicht halt.

Ein Beispiel für die Verwertung des Mythos vom einfachen SA-Mann ist die von der Sturm-Zigaretten GmbH in Dresden auf den Markt gebrachte Zigarettenmarke »Trommler«. Die Werbung zeigt einen trommelnden SA-Mann und zielt vor allem auf denjenigen Käuferkreis, der seine Zustimmung zum Regime auch in seinem persönlichen Erscheinungsbild unterstreichen will. Während der »Trommler« auch mit seinen Aussagen zur Produktqualität (»Qualitätszigarette im neuen dicken Format«) auf den straßenkampferprobten »Alten Kämpfer« abzielt, wenden sich andere Zigaretten wie z. B. die Marke »Oberst« aus dem Hause Waldorf-Astoria trotz gleichen Preises an einen anderen Käuferkreis: Wer »Oberst« raucht, ist um Abstand zur Masse bemüht, ist konservativ und den traditionellen Werten des kaiserlichen Heeres verbunden.

»Oberst«-Raucher sammeln Reichswehrmotive, »Trommler«-Liebhaber erhalten als Dreingabe Uniformbilder von SA, SS und HJ, deren ehrgeiziger Anspruch, eine Art »Volksheer« zu bilden, von der deutschen Armeeführung energisch zurückgewiesen wird.